Werder Bremen heute in Gladbach Marko Marin droht erneut die Jokerrolle

Bremen. Vor gut einem Jahr zahlte Werder Bremen gut acht Millionen Euro Ablöse für Marko Marin an Borussia Mönchengladbach. Heute (15.30 Uhr bei uns im Liveticker) kehrt der Nationalspieler im Werder-Trikot zurück - und wird an alter Wirkungsstätte wohl nur auf der Ersatzbank sitzen.
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Marko Marin droht erneut die Jokerrolle
Von Olaf Dorow

Bremen. Man sollte über Marko Marin reden. Er ist ja weiterhin, wenn auch nur mit knappem Vorsprung und bei dünner Beweislage, der teuerste Einkauf der Werder-Geschichte. Letztens stand er nicht in der Startelf. Ein zusätzliches Alarmsignal kam vom Knie. Es schmerzte. Und heute geht es nach Mönchengladbach (15.30 Uhr bei uns im Liveticker). Dorthin soll Werder voriges Jahr mehr als acht Millionen Euro für Marko Marin überwiesen haben.

Das Knie schmerzt nicht mehr. Sagt Marin. Das ist die gute Nachricht für den Reporter, weil er eine Antwort auf die Frage bekommen hat, wie es dem Knie geht. Bezüglich der Reise zum Ex-Verein gibt es keine Antwort. Kaum ist in der Reporterrede das Wort Mönchengladbach in der gefallen, verfällt der Angreifer in eine abwehrende Gestik. Nichts, aber auch gar nichts will er sagen dazu.

Das ist die schlechte Nachricht für den Berichterstatter. Das Gespräch ist vorbei, und es sollte doch über die Gladbach-Frage zum Thema Startelf führen. Zum Thema: Wo steht Marko Marin in seinem zweiten Jahr nach Gladbach? Er wird doch vorangekommen sein, mehr vielleicht als in der Nationalmannschaft. Von dort ist zwar auch ein Fortschritt zu vermelden. 2008 (als Gladbacher) flog er noch aus dem EM-Kader, 2010 flog er als Werderaner mit zur WM und wurde gegen Serbien (0:1) eingewechselt. Allerdings verfestigt sich das Bild eines Jokers. Eines Jokers, der toll dribbeln kann und dessen tolle Dribblings eine Art zweiter oder auch letzter Versuch sind, wenn das Spiel eher un-toll läuft für Deutschland.

Für Werder? Für Werder läuft er zumeist von Beginn an auf. Wer Thomas Schaaf vorrechnet, dass Marin ab und zu die Bank drücken musste, bekommt umgehend zurückgerechnet, dass es in dieser Saison nur einmal vorkam. 'Einmal', wiederholt Schaaf, und dann findet der Trainer viele Fortschritte bei seinem Spieler: Er spielt in Bremen mehr als in Gladbach. Er spielt international. Er musste den Bremer Stil lernen. Schaaf sagt, dass das beinhaltet, dass Marko Marin auch an die Defensive denken muss und nicht nur an die Offensive.

Das ist ein Problem. Leider muss man von Werder Bremen ja annehmen, dass die Defensivschwäche sich zu einer chronischen Krankheit auswächst. Um das doch noch abzuwenden, eignet sich Marko Marin auch im 16. Werder-Monat eher nicht. Wenn die Dribblings nicht gelingen, ist er selten der Spieler. von dem man hinterher sagen kann: Dafür hat er aber nach hinten gut gearbeitet. Gegen Freiburg verdribbelte er sich dreimal in aussichtsreicher Position und übersah den Nebenmann.

Gegen Enschede saß er bis weit in die zweite Halbzeit auf der Bank, und man fühlte sich ein wenig erinnert ans letzte Saisonfinale. Als Schaaf auf Schalke und gegen den Hamburger SV eine möglichst robuste Elf auf den Platz schicken wollte, blieb der kleine Dribbler auch erstmal draußen.

Heute könnte es schon wieder passieren. Es lag natürlich nicht an Marko Marin, aber es war beim letzten Gladbach-Auftritt so, dass Werder nach 18 Minuten schon drei Tore kassiert hatte, und noch vor der Pause kam das vierte dazu. Werder war das Gegenteil einer robusten Elf und verlor nach seiner vogelwilden Halbzeit 3:4.

Man würde einen Fehler machen, wenn man behauptet, dass Marko Marin eine schwache Saison spielte bislang. Sagt Schaaf. Er verweist darauf, dass die ganze Mannschaft doch so ihre Probleme hatte bisher. Kann es sein, dass er auf den Mann, den er so lobt und verteidigt, heute trotzdem verzichtet? Es kann sein. Das Gespräch mit Werders Trainer ist jetzt bei der Aufstellungsfrage angekommen. Also ist auch dieses Gespräch jetzt vorbei.

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