Werder Bremen Marko Marin: Ein Fall und kein Pfiff

Frankfurt. Elfmeter oder nicht? Das Foul von Maik Franz an Marko Marin in der 24. Minute sorgte auch nach dem Bundesliga-Spiel am Samstag für viel Gesprächsstoff, sowohl bei Werder, als auch bei der Eintracht.
17.01.2010, 18:37
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Marko Marin: Ein Fall und kein Pfiff
Von Marc Hagedorn

Frankfurt. Marko Marin ist in Frankfurt aufgewachsen. Bei der Eintracht hat er mit dem Fußballspielen angefangen. Und obwohl man ihm dort einst eine Profikarriere nicht zugetraut hatte und nach Mönchengladbach ziehen ließ, hängt sein Herz noch immer noch an diesem Klub.

Trotzdem haben ihn die Zuschauer in Frankfurt am Sonnabend ganz oft ausgepfiffen. Vornehmlich wenn Marko Marin nach Zweikämpfen zu Boden ging. Ganz besonders laut hatten die Zuschauer in der 24. Minute geschimpft. Bei einem Zweikampf mit Maik Franz war Marin im Frankfurter Strafraum zu Boden gegangen.

Obwohl es einen Kontakt zwischen Franz´ Bein und Marins Fuß gab, ließ Schiedsrichter Michael Weiner weiterlaufen. Die Begründung lieferte der Referee zu später Stunde im "Aktuellen Sportstudio": "Der Spieler Marin war schon vor dem Zweikampf leicht eingeknickt." Das heißt übersetzt nichts anderes, als dass Marin versucht hat, das lange Bein des Verteidigers zu seinem Vorteil (also für einen Elfmeter) zu nutzen. Mit anderen Worten: keine Schwalbe, aber auch kein Elfmeter.

Marko Marin sah´s ganz anders: "Da gibt´s nicht viel zu bewerten. Ich lege den Ball an ihm vorbei, und er trifft mich voll." Also? "Klarer Elfmeter." Dieser Sichtweise mochten selbst die Frankfurter nicht widersprechen. Eintracht-Trainer Michael Skibbe sagte: "Alle meine Spieler sind in dieser Situation stehen geblieben. Wenn man so etwas tut, dann weil es sein kann, dass da was passiert ist." Maik Franz gab zu: "Es war eine knappe Situation, ich habe ihn schon leicht berührt." Schade, Werder. Pech gehabt, könnte man nun sagen.

Aber womöglich geht es um mehr als diesen konkreten Pfiff beziehungsweise Nicht-Pfiff. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Zuschauer besonders laut aufschreien, wenn Marin zu Boden geht. In Köln zum Beispiel war es heftig gewesen.

Der Vorwurf ist inzwischen nicht mal mehr ein versteckter: Marko Marin, finden viele Fans in fremden Stadien, falle bei Zweikämpfen zu leicht und zu schnell. Ob die Schiedsrichter bei ihm deshalb inzwischen anders hinschauen? "Ich hoffe nicht", sagt Marin, "Schiedsrichter sollen schließlich unparteiisch sein. Das war ´ne Fehlentscheidung, aber so was kommt vor, auch wenn´s natürlich blöde ist."

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