Werder Bremen

Markus Rosenberg bleibt ein Wackelkandidat

Bremen. Knapp eine Woche vor dem Start der Rückrunde schließt Klaus Allofs personelle Veränderungen im Werder-Angriff nicht aus. Allerdings müsste erst ein Stürmer gehen, damit in neuer kommt. Ein Kandidat für den Weggang ist der Schwede Markus Rosenberg.
11.01.2010, 10:00
Lesedauer: 3 Min
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Markus Rosenberg bleibt ein Wackelkandidat
Von Thorsten Waterkamp
Markus Rosenberg bleibt ein Wackelkandidat

Machen sie eine typische Geste: Markus Rosenberg ruft vor dem nur zu selten seine Qualitäten ab.

nordphoto

Bremen. Kürzlich, vor knapp einer Woche in Al Ain, haben alle vier auf dem Platz gestanden. Claudio Pizarro, Hugo Almeida, Markus Rosenberg und Marko Marin. Also alle, aus denen sich in der Rückrunde Werders Sturm rekrutieren soll. Getroffen hat nur Pizarro in dem Testspiel beim Al Ain Club. Ob das reicht für die Rückrunde? Möglicherweise nicht - Klaus Allofs schließt personelle Änderungen nicht aus. Neben der Ausleih-Enttäuschung Marcelo Moreno hat der Werder-Chef dabei Markus Rosenberg im Blick.

Speziell für Rosenberg hatte die Partie in Al Ain eine Chance sein sollen. Er durfte sich beweisen, spielte von Beginn an neben Pizarro und ersetzte damit Marin. Ein Test für Thomas Schaaf, denn der Chefcoach wollte sehen, 'wie Markus jetzt gerade drauf ist'. Das Ergebnis überzeugte den Chefcoach nur bedingt. 'Er war schon sehr bemüht', klang schon als größtes Lob durch neben dem Hinweis, Rosenberg habe ja 'weite und intensive Wege gemacht'. Ein Tor, den Leistungsbeweis schlechthin, hat er nicht gemacht.

Das ist nicht ungewöhnlich bei Rosenberg, er läuft seit Monaten dem Erfolg hinterher und ist deshalb längst ein Spielball der Spekulation geworden. Werders sportliche Leitung ist schlichtweg unzufrieden mit dem Skandinavier: kein Durchsetzungsvermögen, keine Torgefährlichkeit, bescheinigt ihm Klaus Allofs. Die kaum misszudeutende Ergänzung ließ der Sportdirektor folgen: 'Wenn man nicht zufrieden ist, gibt es immer alle Optionen. Wir brauchen einen Markus Rosenberg, der sein Potenzial abruft.'

Nun könnte man sagen: Die anderen neben Claudio Pizarro treffen ja auch nicht. Marin allerdings hat sich mit seinen Leistungen als Stammkandidat für die Startelf empfohlen, Almeida hat neben seinen Tiefs auch das ein oder andere Hoch. Rosenberg fällt dagegen ab, ähnlich wie Moreno. Daran hat das Trainingslager in Dubai nichts geändert, auch wenn Allofs einen leichten Aufwärtstrend bei Rosenberg ausgemacht hat.

Den sieht auch der Schwede selbst bei selbst. 'Das Gefühl ist gut', sagt er. 20 Minuten zuvor war er noch die Hauptfigur in einer dieser typischen Bremer Angriffsszenen gewesen, die Werders Fans in der Hinrunde verzweifeln ließen: Glänzend freigespielt, aber dann dieser Abschluss... Rosenberg blickte erst dem Ball im Toraus nach und dann flehend gen Himmel, die Arme erhoben.

Mangelnde Konsequenz vor dem Tor des Gegners aber kann Werder sich nicht leisten in der Rückrunde. Dicht an dicht stehen die Klubs an der Spitze der Bundesliga - wer in dieser Drängelei nicht jeden Schritt vorwärts nutzt, steht am Ende hintenan, wenn vorne die europäischen Startplätze verteilt werden. Zugucken will Allofs dabei nicht: 'Am Ende der Saison wollen wir uns für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren, und da brauchen wir Spieler, die funktionieren und ihr Potenzial abrufen.'

Bei Rosenberg ist die Phantasie, dass ihm das gelingt, kurz vor dem Rückrundenbeginn eingeschränkt. Was andere Phantasien anregt - zum Beispiel jene, wer denn bei Werder die Rolle des zweiten verlässlichen Stürmers neben Claudio Pizarro spielen könnte. Mario Mandzukic, der junge Kroate von Dinamo Zagreb, ist ein Name, der mittlerweile wie selbstverständlich aus dem Hut gezaubert wird, sobald die Transferzeit bevorsteht. In der Vergangenheit allerdings war er für Werder nicht bezahlbar, die Ablöseforderungen Dinamos sollen sich beständig im zweistelligen Millionenbereich bewegt haben.

Ansonsten ist es relativ ruhig in der Gerüchteküche, ungewöhnlich ruhig. Und Allofs tut natürlich nichts, um diese Ruhe zu stören. Die Möglichkeit einer Änderung auf der grün-weißen Personalliste deutet er bestenfalls an. Geknüpft wäre die an eine Bedingung: Es müsste erst ein Stürmer gehen, ehe ein anderer kommt. 'Im Sturm haben wir eine Menge Leute. Wenn da nichts geschehen sollte', erklärte Allofs, 'werden wir bestimmt nichts Neues machen.' Der Umkehrschluss ist leicht zu ziehen.

Ein neuer Stürmer wäre allerdings kein Mann für die Bank - weshalb Thomas Schaaf umbauen müsste. Dieses Planspiel hat Klaus Allofs bereits vorgeführt: 'Wir können unser System auch mit einem Marko Marin und zwei Stürmern spielen.' Was allerdings auch gelten würde, wenn Markus Rosenberg oder Hugo Almeida wieder erstarken.

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