Werder Bremen - Borussia Dortmund Martin Klinkhammer ist dem BVB auch in Bremen treu

Bremen. Der Bremer Martin Klinkhammer hat sein Fußball-Herz an Borussia Dortmund verloren. "Das macht richtig Spaß", sagt der Banker zur momentanen Form des BVB. Beim Ergebnistipp für Sonnabend zögert er ein bisschen, schließlich will er die Bremer nicht verprellen.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Martin Klinkhammer ist dem BVB auch in Bremen treu
Von Ruth Gerbracht

Bremen. Der rheinische Dialekt täuscht. Der Fußball-Fan mit dem seriösen grauen Anzug und der gelben Krawatte ist kein Fan vom 1. FC Köln oder gar Borussia Mönchengladbach. Zum Glück: Dort gibt es zurzeit nämlich wenig Anlass zur Freude. Die gute Laune von Martin Klinkhammer, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank in Bremen, hat eine andere sportliche Ursache. Der Banker hat sein Fußball-Herz nämlich der Borussia aus Dortmund geschenkt. Und die ist bekanntlich schon jetzt Herbstmeister - und womöglich wird die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp so gar Deutscher Meister.

Die Chancen dafür stehen mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten der Fußball-Bundesliga ziemlich gut. "Das macht richtig Spaß", sagt Klinkhammer begeistert. Und für diesen Spaß fährt er nur zu gerne ins Dortmunder Westfalenstadion. So auch morgen, wenn Werder Bremen dort spielt. Sein Tipp? Er zögert ein bisschen, schließlich will er die Bremer nicht verprellen. "Na ja, ich glaub schon, dass der BVB zurzeit die besseren Karten hat." Also doch - ein Votum für die Borussia.

"Ich konnte nicht widerstehen"

Natürlich hat der 54-Jährige auch eine Affinität zu Werder, schließlich lebt Martin Klinkhammer seit acht Jahren in Bremen. "Aber deshalb wechselt man ja nicht seine Lieblingsmannschaft aus". Er freue sich aber auf jeden Fall, wenn's bei Werder rund läuft. Ein Beispiel: Martin Klinkhammer hat 2004, als Werder Meister und Pokalsieger geworden war, beide Trophäen in seiner Bank ausgestellt, um sie guten Kunden mal live zu zeigen. Als dann alle weg waren, überkam ihn doch noch die schwarz-gelbe Sehnsucht. Martin Klinkhammer zog sich ein BVB-Trikot über und ließ sich mit Pokal und Meisterschale im Arm fotografieren. "Ich konnte nicht widerstehen."

Begonnen hat alles 1962, als die Eltern von Baden-Baden nach Bonn zogen. Während des Umzugs hat Martin Klinkhammer einige Zeit bei Onkel und Tante verbracht - in Dortmund, wohnhaft direkt über einer damals noch typischen Kohlenhandlung. Ruhrgebiet pur also, was der damals sechsjährige Junge dort erlebte. Fußball im Revier war bereits in den 60er-Jahren ein Erlebnis. "Alles drehte sich schon damals um die Borussia." Die war bereits zweimal Deutscher Fußballmeister. Diese Erfolgsbilanz ließ auch den Jungen aus Baden-Baden nicht kalt. Borussia Dortmund hatte einen Fan mehr. Einer, der zwar in Bonn lebte, aber am Wochenende mit seinem Vater - gebürtiger Dortmunder natürlich - regelmäßig zu Gast im Revier war.

"Am schönsten war es immer auf der Südtribüne"

Auch als er später in Köln wohnte, erlosch die schwarz-gelbe Liebe nicht. Im Gegenteil. Zusammen mit einem Freund fuhr Martin Klinkhammer - inzwischen stolzer Dauerkarteninhaber - regelmäßig ins 45 Minuten entfernte Westfalenstadion. "Am schönsten war es immer auf der Südtribüne. Die Stimmung dort ist einfach einzigartig." Auch seine ältesten Kinder hat er mit seinem Dortmundfieber infizieren können. Die schwarz-gelbe Familientradition wird also auf jeden Fall fortgeführt.

BVB-Fan zu sein bedeutet auch: Zueinanderstehen nicht nur im Erfolg, sondern auch in den schwärzesten Stunden. Vor allem die finanzielle Krise der Dortmunder in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends lässt Martin Klinkhammer auch heute noch den Kopf schütteln. "Der Verein stand vor dem Ruin", sagt der Banker. "Das war echter Größenwahn damals."

"Das ist Zauberfußball"

Umso mehr freut er sich, dass die lange schwarz-gelbe Leidenszeit ein Ende hat. Martin Klinkhammer ist begeistert, dass die Mannschaft unter Trainer Jürgen Klopp ("Der passt da wunderbar hin") so schönen Fußball spielt. Vor allem bei den Namen Lucas Barrios und Mario Götze gerät er ins Schwärmen. "Das ist Zauberfußball, was die beiden zeigen". Deshalb fährt er so oft wie möglich - die Dauerkarte noch immer in der Tasche - nach Dortmund. Drei Spiele in der Hinrunde hat er bislang dort gesehen, darunter auch die einzige Niederlage gegen Leverkusen. "Da dachte ich schon, jetzt geht das Bangen wieder los." Der schwarz-gelbe Ausrutscher ist längst vergessen. Ein Blick auf die Tabelle - und Martin Klinkhammer kann sich morgen gelassen auf den Weg machen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+