Frauen mit Remis gegen Hoffenheim

Nur die Moral stimmt

Werders Frauen präsentieren sich bei der TSG Hoffenheim nicht wirklich wie ein Spitzenreiter der 2. Bundesliga, punkten letztlich aber noch beim 2:2 (0:1) gegen das Team aus Baden-Württemberg.
25.11.2019, 11:18
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Nur die Moral stimmt
Von Mathias Sonnenberg
Nur die Moral stimmt
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Es dauert schon einige Augenblicke, um die Tabelle der zweiten Bundesliga der Frauen ganz genau zu verstehen. Okay, der Abstand zum VfL Wolfsburg II beträgt nach dem 2:2 (0:1) bei der Bundesliga-Reserve der TSG Hoffenheim nur noch zwei Punkte. Macht ja aber nichts, da die Wolfsburgerinnen mit ihrer zweiten Mannschaft ohnehin nicht aufsteigen dürfen. Das dürfte aber bei derzeitigem Stand der Tabellendritte, der SV Meppen, es steigen ja zwei Teams direkt auf. Meppen verlor am Wochenende bei Mönchengladbach, der Abstand zu Werder ist also gewachsen. Alles verstanden? Egal, die wichtigste Nachricht für die Werder-Frauen war ohnehin diese: Mit dem 2:2 in Hoffenheim bleibt das Team weiter ungeschlagen. Und nur wenig deutet derzeit darauf hin, dass die Mannschaft von Alexander Kluge am Ende dieser Saison nicht wieder erstklassig wird.

Zwölf Spieltag sind mittlerweile absolviert, da zeigt das Tabellenbild schon die tatsächliche Leistungsstärke dieser Liga. Die Werderanerinnen kommen sogar erst auf elf Spiele, thronen aber trotzdem ganz oben. Auch das zeigt, wie die Grün-Weißen diese Liga dominieren. An diesem Mittwoch (19 Uhr) sind die anderen Grün-Weißen zu Gast, Wolfsburg kommt mit der Bundesliga-Reserve nach Bremen. Wieder so ein Spiel, in dem Werder zeigen kann, warum sie eigentlich zu groß sind für die zweite Liga.

Trainer-Warnung nicht verinnerlicht

In Hoffenheim blieben sie diesen Beweis nämlich lange schuldig. Trainer Kluge hatte vor den Gastgeberinnen gewarnt („Einige Spielerinnen mit viel individueller Qualität“), aber so richtig hatten das seine Spielerinnen offenbar nicht verinnerlicht. Denn es waren einzig und allein die Spielerinnen der TSG, die Ball und Gegnerinnen laufen ließen. Sehr zum Ärger von Kluge, der Zorn war auch nach dem Spiel nicht so schnell verraucht. „Wir haben die ersten 50 Minuten komplett verschlafen“, monierte er. So deutlich wird der Trainer selten. Seine Analyse der ersten Halbzeit im Schnelldurchlauf: „Wir waren viel zu spät in den Zweikämpfen und hatten keinen Zugriff. Allerdings muss man auch sagen, dass es Hoffenheim in der Phase gut gemacht hat.“ Stimmt wohl, denn Werder fand lange Zeit gar nicht statt. Bereits die erste Möglichkeit des Spiels nutzt die TSG zur Führung, nach Zuspiel von Janina Müller traf Lina Bürger zum 1:0 (29.). Daran sollte sich bis zum Pausenpfiff auch nichts mehr ändern, denn Bremens Cindy König vergab zwei Chancen.

Dann wurde es kurios. Nach 51 Minuten hatte Schiedsrichterin Silke Fritz auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Stark, wie Lena Pauels den Strafstoß von Janina Müller abwehrte. Doch zwei Elfer in drei Minuten halten, das schafft nicht mal Pauels. Denn in der 54. Minute lag der Ball schon wieder auf dem Punkt im Bremer Strafraum. Und jetzt traf Paulina Krumbiegel zur 2:0-Führung.

Die Folge war eine gewisse Ungläubigkeit bei den Werder-Spielerinnen, die mit Rückständen in der Liga noch nicht so die ganz großen Erfahrungen sammeln mussten. Doch nach der Schockstarre entwickelte die Mannschaft eine Aufholjagd, die Coach Kluge ein bisschen versöhnte mit der Partie. „Positiv war, dass wir nach dem 0:2 sofort zurückgekommen sind und verkürzen konnten“, erklärte der Werder-Trainer. Ab diesem Zeitpunkt sei das Spiel gekippt „und wir waren deutlich besser in der Partie“.

Cerci gelingt der Anschluss

Nur drei Minuten nach dem 0:2 jubelte Grün-Weiß über das erste Tor. Stürmerin Selina Cerci überwand Hoffenheims Torhüterin Ann-Kathrin Dilfer mit einem Heber zum Anschluss, schon ihr zwölfter Treffer in dieser Zweitliga-Saison. Die Gäste spulten jetzt Angriff auf Angriff herunter. Und wurden nach 66 Minuten belohnt, als Giovanna Hoffmann zum 2:2 traf. Einen 0:2-Rückstand in nur zwölf Minuten egalisiert, das war eine starke Zwischenphase des Kluge-Teams.

Dass es am Ende dann allerdings auch dabei blieb, hätten zu diesem Zeitpunkt nur wenige Augenzeugen geglaubt. „Aber das ging am Ende in Ordnung“, fand Kluge. War ja auch aufregender als geplant.

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