Risiko-Testspiel gegen Hannover 96 Ohne Fans, aber mit Polizei

Bremen. Ein Nordderby steht an, aber für die Anhänger von Werder Bremen gilt: Sie müssen draußen bleiben. Aus Sicherheitsgründen findet das Testspiel gegen Hannover 96 am Mittwoch ohne Zuschauer statt. Die Polizei rückt trotzdem an.
01.08.2014, 09:03
Lesedauer: 2 Min
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Ohne Fans, aber mit Polizei
Von Marc Hagedorn

Ein Nordderby steht an, aber für die Anhänger von Werder Bremen gilt: Sie müssen draußen bleiben. Aus Sicherheitsgründen findet das Testspiel gegen Hannover 96 am Mittwoch ohne Zuschauer statt. Die Polizei rückt trotzdem an.

Die Polizei sagt Nein: Gut zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start am 22. August proben die Fußballer von Werder Bremen vor einer Geisterkulisse. Das Testspiel gegen Hannover 96 am 6. August um 15.30 Uhr findet unter Ausschluss der Fans statt, auf Platz 11, dem kleinen Stadion in der Pauliner Marsch. Seitens der Polizei gibt es an dieser Stelle erhebliche Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit möglicher Zuschauer, zumal es sich um eine Begegnung zweier Nordrivalen handelt. Deren Anhängerschaften gelten als verfeindet, für die Polizei ist der Fall somit klar: „Wir haben dem Spiel mit Zuschauern auf Platz 11 nicht zugestimmt, weil dort die baulichen und technischen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden, um eine solche Partie durchzuführen“, sagt Sprecher Dirk Siemering.

Spiele gegen Hannover 96 gelten in Bremen genauso wie Partien gegen den Hamburger SV generell als Hochrisikospiele. Der Umstand, dass es sich um ein Testspiel handelt, verändert das Lagebild aus Sicht der Polizei nicht: „Die Fans sind ja die gleichen, und sie kommen trotzdem“, betont Siemering. Daher werde auch die Polizei bei diesem Spiel vor Ort sein.

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Dies heizt die Debatte über die Bezahlung von Polizeieinsätzen im Zusammenhang mit Risikospielen zusätzlich an. Vergangene Woche hatte die Bremer Innenbehörde verkündet, Veranstaltern die Mehrkosten dieser Einsätze unter bestimmten Umständen in Rechnung stellen zu wollen. Daraufhin hatte der Deutsche Fußball-Bund das in Bremen geplante Spiel der Nationalmannschaft gegen Gibraltar nach Nürnberg verlegt. Das Geschehen rund um Platz 11 nehme man in der Innenbehörde zur Kenntnis, sagt eine Sprecherin. Einen Zusammenhang mit der aktuellen Debatte mochte sie nicht herstellen.

Angesichts des anstehenden Polizeieinsatzes stellt sich die Frage, warum Werder das Spiel nicht im Weserstadion austrägt – und dann mit Fans? Laut Werder-Sprecher Michael Rudolph reicht dafür aber die Zeit nicht aus: „Wir haben nicht die Ressourcen, um innerhalb von drei Tagen zwei so große Events zu stemmen.“ Damit meint Rudolph das Spiel gegen den FC Chelsea beim „Tag der Fans“ am Sonntag, zu dem mehr als 30 000 Besucher erwartet werden.

Verlegung ist keine Option

Bliebe nur eine Verlegung des Tests gegen 96. Doch auch andernorts hätte man sich den Klotz „Hochrisikospiel“ nur ungern ans Bein gebunden. So wäre etwa die Partie für das Stadion in Verden wohl eine Nummer zu groß gewesen, erklärt Helge Cassens, Sprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Ganz nebenbei findet dort ab Mittwoch das Internationale Dressur- und Springfestival statt. Pferde statt Fußball, das Stadion ist also belegt.

Ob die Sicherheit mit dem Ausschluss der Fans in Bremen gewährleistet ist, zeigt sich am Mittwoch. Es ist denkbar, dass sich rivalisierende Fangruppen trotzdem am Stadion verabreden. Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin sagt dazu: „Seien Sie sicher: Wir werden am Mittwoch nicht unvorbereitet sein.“

Die Werder-Fans sehen ihren Ausschluss gelassen. Bei Facebook macht sich zwar Unmut breit, es gibt aber auch Verständnis: Wenn Trainer mal ohne Öffentlichkeit etwas austesten wollten, schreibt einer, dann sei das doch sinnvoll.

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