Werder Bremen Passive Phase ärgert Werder-Trainer Schaaf

Bremen. Nach dem Last-Minute-Punkt gegen Leverkusen bescheinigt Trainer Thomas Schaaf seiner Mannschaft eine gute Moral, ärgert sich aber über den Spielverlauf. Weil Werder zu lange zu passiv war, verspielte das Team beim 2:2 gegen den Tabellenführer ein besseres Ergebnis.
22.02.2010, 10:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Nach dem Last-Minute-Punkt gegen Bayer Leverkusen bescheinigt Trainer Thomas Schaaf seiner Mannschaft eine gute Moral, ärgert sich aber über den Spielverlauf. Weil Werder zu lange zu passiv war, verspielte das Team beim 2:2 gegen den Tabellenführer ein besseres Ergebnis.

Es war ein von der Taktik geprägtes Spiel, alle Akteure scheuten sichtlich das Risiko. "Beide Mannschaft haben darum gekämpft, sich einen Vorteil zu erspielen", formulierte Schaaf das gegenseitige Belauern und Abwarten der ersten Halbzeit. Dass die Gäste dann durch den Freistoß von Eren Derdiyok quasi aus dem Nichts in Führung gingen, spielte Bayer Leverkusen in die Karten. "Es war ein Problem, wir mussten immer wieder hinterherrennen", sagte der Werder-Trainer. Und das kostete viel Kraft. Am Ende reichte es dann - dank einer Kraftleistung und Per Mertesackers Kopfballtor in der Nachspielzeit - doch noch zu einem insgesamt verdienten Punktgewinn.

Mit der Schlussoffensive seiner Mannschaft war Schaaf dann auch zufrieden, ärgerte sich aber vor allem über den Beginn der zweiten Halbzeit. "Da hatten wir eine zu passive Phase", analysierte der 48-Jährige. Diese Passivität bestrafte Toni Kroos mit einem satten Distanzschusstor zur erneuten Gästeführung.

Werder zeigte aber Moral, wie auch Schaaf bemerkte: "Danach waren wir besser. Hätten wir das vorher so gemacht, wäre sicher auch mehr drin gewesen." Die Bremer spielten engagiert und konzentriert, ließen die Leverkusener nicht in den Strafraum kommen. "Wir sind noch nicht ganz auf dem Niveau, das wir uns vorstellen", sagte Thomas Schaaf.

Dass es letztlich nicht zur Heimniederlage kam, macht der Coach vor allem an der guten Einstellung seiner Spieler fest. Das Team habe bemerkt, dass es nicht nur über spielerische Elemente geht, Werder nahm den Kampf an. "Wenn man nicht nur schön kombiniert, dann kann man auch in das Spiel finden, wo man dann am Ende einen Ertrag hat. So kommt dann auch eine solche Schlussphase zustande."

Lob für Mesut Özil

Für den zuletzt stark in der Kritik stehenden Mesut Özil fand er nach dem Abpfiff lobende Worte. Ein Aufwärtstrend sei deutlich zu sehen gewesen, fasste Schaaf zusammen. "Er war engangiert", bescheinigt er seinem Spielmacher, dem zwar nicht alles gelang, der aber großen Aufwand betrieb: "Man hat gesehen, dass er den Bock umstoßen will. Deshalb ist das in Ordnung."

Unter der Woche hatte es noch ein halbstündiges Gespräch zwischen Nationalspieler Özil und Werder-Boss Klaus Allofs gegeben. Es sei kein "Rapport" gewesen, stellte Allofs nachher klar, vielmehr ginge es darum, dem hochtalentierten Spieler aus seiner schwierigen Situation zu helfen. "Es ist völlig normal, dass ein junger Spieler diese Formschwankungen hat", sagte Bremens Sportdirektor. "Wir helfen ihm dabei, da wieder rauszukommen."

Etwas Kritik musste sich Özil im Chefbüro dann aber doch anhören. Allofs gab dem Spielmacher zu verstehen0, dass er nach einer frühen Auswechselung wie in Enschede nicht auf direktem Weg in der Kabine verschwinden darf. Und dass Einsatz eine Grundvoraussetzung für eine Wende ist: "Wenn man es versucht, wird das auch vom Publikum honoriert." Werder will jedenfalls in bewährter Manier Geduld mit dem jungen Spieler haben. "Wenn alle auf ihn eindreschen, dann sagen wir auch, dass wir da zusammen durchkommen", sagt Allofs. Auch Schaaf hatte bereits angekündigt, weiter an Özil festzuhalten.

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