Niedersachsens Innenminister

Pistorius will Fußballgipfel zu Fangewalt

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will gegen die zunehmende Fangewalt im Fußball vorgehen. "Ich finde es abstoßend, wie der Fußball für solche Randale missbraucht wird", so Pistorius.
03.06.2017, 11:50
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Pistorius will Fußballgipfel zu Fangewalt

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius.

dpa

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will gegen die zunehmende Fangewalt im Fußball vorgehen. "Ich finde es abstoßend, wie der Fußball für solche Randale missbraucht wird", so Pistorius.

Er werde für den 10. August in Hannover zu einem Fußballgipfel einladen, um mit Fans, Aktiven und Funktionären über Gegenmaßnahmen und über die Fußballkultur zu reden, sagte Pistorius der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Ich frage mich, woher der teilweise verbreitete Irrglaube stammt, dass Pyrotechnik zum Fußball gehört.“

Zuletzt waren die Relegationsspiele zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg sowie zwischen dem TSV 1860 München und Jahn Regensburg von Ausschreitungen überschattet worden, auch Polizisten wurden dabei verletzt.

Die einst friedliche Ultra-Bewegung werde immer mehr von gewaltbereiten Gruppen unterwandert, sagte Pistorius. "Ich finde es abstoßend, wie der Fußball für solche Randale missbraucht wird." Wenn die Gewalt von Teilen der Fanblocks nicht mehr beherrschbar sei, müssten die gewaltbereiten Fans vom Spiel ausgeschlossen werden. Beim Fußballgipfel solle auch über die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs diskutiert werden.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte der bei SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz für das Thema Innere Sicherheit zuständige Pistorius, dass Täter mittels Videotechnik noch vor Ort ermittelt und abgeurteilt werden müssten. "Es gibt nur eine Antwort: lebenslange Stadionverbote", sagte der SPD-Politiker. "Wenn skandalöse Plakate gezeigt werden, wenn Pyros fliegen, darf die Mannschaft insbesondere die Kurve hinterher nicht dafür abfeiern. Die fühlen sich doch dann ausdrücklich bestätigt in ihrem kriminellen Treiben."

(dpa)

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