Werder Bremen Pizarro-Aus trifft Perus Nationalelf schwer

Lima. Nach Claudio Pizarros Innenbandriss ist der Schock im Lager der peruanischen Nationalmannschaft ist immer noch groß, vermutlich sogar noch größer als das Entsetzen bei Werder. "Wir sind alle tief betroffen", sagt Perus Trainer Sergio Markarián.
21.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tobias Käufer

Lima. Der Schmerz ist Claudio Pizarro anzusehen. Immer wieder hebt der am Boden liegende Peruaner den Kopf, die Arme gestikulieren wild. Der Betreuer kniet sich über den Kapitän, doch schon schnell wird allen Betrachtern der Szene klar: Das ist eine ernste Angelegenheit. Die Bilder, die vom Testspiel der peruanischen Nationalmannschaft in den Tageszeitungen des südamerikanischen Landes landeten, haben das fußballverrückte Land gelähmt.

Der Schock im Lager der peruanischen Nationalmannschaft ist immer noch groß, vermutlich sogar noch größer als das Entsetzen im weit entfernten Norddeutschland bei Werder. "Wir sind alle tief betroffen", sagt Perus Trainer Sergio Markarián aus Uruguay. Mit seinen Bundesliga-Kollegen Jefferson Farfán von Schalke 04 und Paolo Guerrero vom Hamburger SV hatte sich Pizarro vorgenommen, bei der Copa America (1. bis 24. Juli), der Südamerikameisterschaft, endlich die Versöhnung mit den peruanischen Fans zu feiern.

Nach jahrelanger Abstinenz aus der Nationalmannschaft wegen diverser Skandale und Reibereien und monatelanger Sperren mit dem Verband hatten sich Pizarro, Guerrero und Farfán fest vorgenommen, sich durch gute Leistung in Argentinien wieder in die Herzen der Fans zu spielen. Und die hungern nach einer katastrophalen WM-Qualifikationsrunde ohne die Bundesliga-Stars endlich wieder nach einem Team, auf das sie stolz sein können.

Voraussichtlich sechs Wochen Pause

Doch nun das: Der 32-Jährige zog sich bei einem Pressschlag in einem Trainingsspiel gegen die U-17-Auswahl des peruanischen Traditions-Klubs Sporting Cristal einen Innenbandriss im rechten Knie zu. Voraussichtliche Pause: sechs Wochen. Der Bremer wird die Copa America nur als Zuschauer verfolgen. Fragt sich nur: Wo? Geht es nach dem Willen von Trainer Markarián, bleibt Pizarro vor Ort, erlebt das Turnier in Argentinien live mit und unterstützt die Mannschaft als Kapitän moralisch.

Pizarro - im Dilemma seiner Verantwortung gegenüber seinem Land und in seiner Verantwortung gegenüber seinem Arbeitgeber, gibt sich zurückhaltend. Er will erst einmal wieder fit werden. Im TV-Sender Teledeportes formulierte der "Bombadero" sein neues Ziel. Zum Auftakt der neuen WM-Qualifikationsrunde wolle er in optimaler Verfassung bereitstehen. "Sergio hat mit Farfán und uns gesprochen. Er weiß, dass wir ein Versprechen abgegeben haben und dass wir dieses Versprechen einlösen müssen, unabhängig von den Zielen eines jeden Einzelnen", kündigt Pizarro eine hoch motivierte peruanische Nationalmannschaft in der kommenden WM-Qualifikationsrunde an.

Immerhin stehen die Chancen, dass es in seiner Karriere doch noch für eine WM-Teilnahme reicht, diesmal etwas besser. Brasilien ist als Gastgeber der Weltmeistrschaft 2014 qualifiziert, sodass sich nur noch die restlichen neun südamerikanischen Teams um einen der 4,5 Plätze streiten müssen.

"Trainer werde ich nicht werden"

Auch über die Zeit nach seinem Karriereende plauderte Pizarro gegenüber Teledeportes: "Trainer werde ich nicht werden. Aber ich habe viele Kontakte und möchte dem Fußball erhalten bleiben." Eine Rückkehr nach Peru nach Karriere-Ende plant der Werderaner dagegen nicht: "Das Wahrscheinlichste ist, dass ich in Europa leben werde."

Jetzt aber zählen erst einmal die naheliegenden Ziele: Für Peru beginnt die Copa America ohne Claudio Pizarro am 4. Juli mit der Partie gegen Uruguay im argentinischen San Juan. Danach warten die Begegnungen gegen die B-Auswahl Mexikos (8. Juli) und Chiles (12. Juli). Und dann muss er wieder fit werden - sein Arbeitgeber an der Weser braucht ihn mindestens ebenso wie sein Land.

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