Werder Bremen siegt in Europa League Pizarro sorgt für Partystimmung im Weserstadion

Bremen. Werder Bremen bleibt in Europa auf Kurs. Dank einer spielerisch überzeugenden Leistung und einem überragenden Claudio Pizarro siegte Werder im Rückspiel der Europa League mit 4:1 (3:1) gegen Twente Enschede und steht im Achtelfinale.
25.02.2010, 22:55
Lesedauer: 4 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Werder Bremen bleibt in Europa auf Kurs. Dank einer spielerisch überzeugenden Leistung und einem überragenden Claudio Pizarro siegte Werder im Rückspiel der Europa League mit 4:1 (3:1) gegen Twente Enschede und steht damit im Achtelfinale. Mit seinen drei Toren machte der Peruaner das 0:1 aus dem Hinspiel vor einer Woche im Alleingang wett, den vierten Bremer Treffer steuerte Naldo bei.

Trainer Thomas Schaaf hatte im Vorfeld des Spiels angekündigt, die richtige Mischung aus Offensive und Defensive finden zu wollen. Das gelang Schaaf mit der Hereinnahme von Hugo Almeida als zweitem "echten" Stürmer für Mittelfeldmann Tim Borowski bestens. Im Tor musste Christian Vander für den kurzfristig verletzten Tim Wiese einspringen, in der Abwehr ersetzte Aymen Abdennour den ebenfalls verletzten Clemens Fritz.

Die große Offensive ließ in den Anfangsminuten zunächst auf sich warten, doch blieb sie nicht aus. Nach einer Viertelstunde schaltete Werder in den nächsten Gang und zeigte die wohl beste halbe Stunde des Jahres 2010. Die Bremer kombinierten, zauberten und tricksten fast nach Belieben und belohnten sich dabei sogar noch mit Toren.

Wie in der 15. Minute: Eine prächtige Kombination über Mesut Özil und Hugo Almeida vollstreckte Pizarro in bester Mittelstürmermanier zum 1:0 und egalisierte damit schon früh das Hinspielresultat. Nur zwei Minuten später brachte erneut Almeida Özil in Schussposition, der traf aber nur aus Außennnetz (17.). Ein echter Traumstart für Werder an das so wichtige Spiel.

Enschede phasenweise überfordert

Die Fans auf den Rängen spürten, dass sich Werder jetzt in einen Rausch spielte und feuerten ihr Team lautstark an. Marko Marin und Özil sorgten für den nächsten tollen Angriff, Nutznießer war erneut Pizarro, der mit einem platzierten Flachschuss gegen die Laufrichtung von Twente-Keeper Sander Boschker einschob (20.). 2:0 für die Bremer, der Abend nahm einen tollen Verlauf.

Die Gäste aus Enschede waren in dieser Phase vollends überfordert. Wieder rollte ein Werder-Angriff auf Boschker zu, den Schuss von Özil ließt der Schlussmann abprallen, allerdings direkt vor die Füße von Almeida. Der Portugiese behielt aber nicht die Übersicht und donnerte das Leder an den rechten Pfosten (22.).

Nach gut 25 Minuten wies die Statistik 7:0 Torschüsse für die Grün-Weißen auf, Torschuss Nummer acht brachte dann den dritten Werder-Treffer. Marin eroberte im Mittelfeld den Ball, schob schnell zu Peter Niemeyer weiter. Der öffnete das Spiel mit einem Traumpass in den Stafraum, wo Pizarro diesmal für Naldo überließ. Der aufgerückte Brasilianer, der seit Wochen in Topform spielt, versetzte Boschker mit einer Körpertäuschung und schob souverän zum 3:0 ein (27.).

De Jong unterbricht die Bremer Party kurzzeitig

Der Werder-Rausch erreichte nach einer halben Stunde seinen Höhepunkt: Pasanen und Marin packten auf rechts in einem Angriff gleich drei Hackentricks aus, aber letztlich ohne Ertrag. Der Dämpfer folgte umgehend. Nach einer schönen Kombination entwischte der agile Bryan Ruiz seinem Gegenspieler Aymen Abdennour auf der linken Bremer Abwehrseite, flankte präzise in die Mitte, wo Youngster Luuk de Jong per Kopf zum 1:3 einnetzte (32.).

Werder zeigte sich zwar nicht direkt geschockt, der Rausch war aber zumindest auf den Rängen etwas verflogen. Almeida hätte den Drei-Tore-Abstand wieder herstellen können, erwischte eine Pasanen-Flanke zentral vor dem Tor aber nicht mehr (36.). Twente spielte nun besser mit, doch blieben die klaren Chancen auf Werders Seite. Kurz vor dem Pausenpfiff versuchte es Özil mit einem Freitstoß aus ganz spitzem Winkel, Keeper Boschker hatte diese Variante aber wohl geahnt und war rechtzeitig im kurzen Eck (45.).

Etwas zu lässig begannen die Bremer den zweiten Durchgang und eröffneten Twente mehr Szenen. Vor allem der schnelle und dribbelstarke Ruiz stellte die Werder-Abwehr vor Probleme, Abdennour hatte zu oft das Nachsehen. Die vielleicht entscheidende Szene des mittlerweile offenen Spiels war dann wohl die 57. Minute. Nach tollem Pass von Kenneth Perez stand Ruiz blank vor Keeper Vander, traf aber nur dem rechten Pfosten. Fassungslosigkeit bei Enschedes Trainer Steve McClaren, die nur wenige Sekunden später noch größer wurde: Im Gegenzug bediente Özil Pizarro mustergültig, der mit einem Flachschuss aus 18 Metern das 4:1 und damit seinen dritten Treffer des Tages markierte (58.).

Comeback für Philipp Bargfrede

Das Spiel war nun praktisch entschieden, auch wenn Twente noch einmal alles auf Angriff setzt. Der Kopfballversuch von Ruiz nach einem Eckball strich am lange Eck vorbei (66.), zudem war Vander gegen de Jongs Versuch auf dem Posten (71.). Trainer Schaaf hatte Sekunden vor dem vierten Tor Philipp Bargfrede für Peter Niemeyer ins Spiel gebracht, für Werders Nummer 44 war es das Comeback nach knapp drei Monaten Verletzungspause. Zudem kam auch Youngster Onur Ayik nach 74 Minuten für den starken Marin.

Werder machte mit der Drei-Tore-Führung im Rücken weniger, blieb aber stets gefährlich. Einen mustergültigen Konter wollte Almeida nach Pass von Pizarro per Kopf vollenden, Boschker reagierte aber glänzend (73.). Enschedes Coach McClaren verblüffte dann alle Anwesenden im Weserstadion, als er in Ruiz seinen besten Spieler vorzeitig vom Feld holte - auch der englische Trainer hatte nun wohl den Glauben an ein Weiterkommen seiner Mannschaft verloren.

Viel passierte nicht mehr, alle Beteiligten hatten sich mit dem Ausgangs dieses Zwischenrunden-Duells längst abgefunden. Der starke Mesut Özil durfte sich bei seiner Auswechslung ebenfalls den verdienten Applaus der Fans abholen, für den Spielmacher kam Tim Borowski. Nach kurzer Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Kristinn Jakobsson aus Island die Begegnung ab und ließ Werder damit endgültig Jubeln. Im Achtelfinale treffen die Bremer nun auf den FC Valencia, der den FC Brügge ausschaltete. Ausgetragen werden die Viertelfinals am 11. und 18. März. Werder muss zunächst auswärts antreten.

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