2. Training bei Werder:

Schaaf  kümmert sich um die Offensive  

An seinem zweiten Trainingstag als Nachfolger von Florian Kohfeldt hat sich Thomas Schaaf im Bremer Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen vor allem um Werders Offensive gekümmert.
18.05.2021, 16:50
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Von Marius Winkelmann
Schaaf  kümmert sich um die Offensive  

Thomas Schaaf gibt Hinweise an der Taktiktafel, um ihn herum die Mannschaft im Halbkreis. 

Andreas Gumz

Am Samstag geht es für den SV Werder Bremen im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr) um alles. Die Zeit rennt, die Abstiegsangst ist groß. Doch Thomas Schaaf kämpft weiter energisch dagegen an. An seinem zweiten Trainingstag als Nachfolger von Florian Kohfeldt blieb Schaaf seinem am Montag verkündeten Credo treu: „Wir müssen es hinkriegen, dass das Positive wieder überwiegt.“

Und wer diesen Thomas Schaaf am Dienstag im Bremer Quarantäne-Trainingslager in Barsinghausen erlebt, der spürt, wie sehr der 60-Jährige diese Aufgabe mit Leben füllt. Wie schon am Vortag packt Schaaf über eine Stunde vor Trainingsbeginn selbst mit an – bestückt gemeinsam mit seinen Assistenten gleich zwei Trainingsplätze am August-Wenzel-Stadion mit Stangen, Hütchen und Toren. Als gegen 10.30 Uhr die Mannschaft auf dem Platz eintrudelt, stimmen die Spieler ein Liedchen für Geburtstagskind Yuya Osako an. Es wird applaudiert, die Stimmung ist gut.

Doch dann gehört der volle Fokus der Einheit. Die Mannschaft wirkt motiviert, Schaaf ist richtig heiß. Bevor der Bremer Double-Coach von 2004 die Mannschaft in zwei Elfer-Gruppen (Offensive und Defensive) unterteilt, gibt es eine kurze, prägnante Unterhaltung an der Taktik-Tafel. Unter den Augen von Sportchef Frank Baumann und dem Leiter Profi-Fußball Clemens Fritz erklärt Schaaf den Spielern, was er von ihnen sehen will. Danach coacht er gemeinsam mit Tim Borowski die elf Offensivspieler – sie spielen im Sieben gegen Vier auf engem Feld. Die Überzahlmannschaft soll den Ball halten, die vier in der Mitte jagen ihn.

Schaaf unterbricht immer wieder, gibt deutliche Anweisungen: „Stopp! Ihr müsst euch mehr bewegen.“ – „Schneller verlagern.“ Oder: „Einfach spielen!“ Doch Schaaf kritisiert keineswegs nur, im Gegenteil: Er versucht, seine Spieler immer wieder zu loben, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Als Manuel Mbom einen schwierigen Ball stark aus der Luft pflückt, brüllt Schaaf: „Klasse, Manu!“ Auch Co-Trainer Wolfgang Rolff, der gemeinsam mit Danijel Zenkovic die Defensivspieler betreut, ist immer wieder deutlich zu hören.

Nach der Ballbesitz-Übung lässt Schaaf die Mannschaft im Acht gegen Acht auf einem engen Feld gegeneinander antreten. Es gibt viele Zweikämpfe und Torabschlüsse – die Mannschaften sind bunt durchmischt. Es lässt sich noch nicht erkennen, wer im so wichtigen Spiel am Samstag in der Startformation stehen wird. Auffällig ist aber, dass Spaß und Leidenschaft im Vordergrund stehen. Thomas Schaaf lebt das immer wieder vor, er begleitet die anderthalbstündige Einheit energisch am Seitenrand. Die positive Grundstimmung ist an diesem Dienstagvormittag greifbar – und dürfte ganz im Sinne von Schaaf sein.

Am Nachmittag wird es dann geheimnisvoll. Nach kurzer Aufwärmphase zieht sich Schaaf mit seiner Mannschaft für eine knappe halbe Stunde ins von außen nicht einsehbare August-Wenzel-Stadion zurück – mit dabei die Taktiktafel. Die wenig später laut ertönenden Schreie aus der kleinen Arena deuten auf ein Trainingsspiel hin. Und dabei will sich Schaaf nicht in die Karten schauen lassen.

++ Dieser Artikel wurde um 17.45 Uhr aktualisiert. ++

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