Werder Bremen 24 Millionen Euro auf der Bank

Bremen. Werder-Trainer Thomas Schaaf hat in Mönchengladbach ungewohnt defensiv spielen lassen. Das hatte Folgen für Bremens teure Offensivabteilung: Marko Arnautovic, Mehmet Ekici, Eljero Elia und Aaron Hunt saßen nur auf der Bank.
12.03.2013, 05:00
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24 Millionen Euro auf der Bank
Von Patrick Hoffmann

Bremen. Werder-Trainer Thomas Schaaf hat in Mönchengladbach (1:1) ungewohnt defensiv spielen lassen. Das hatte Folgen für Bremens teure Offensivabteilung: Marko Arnautovic, Mehmet Ekici, Eljero Elia und Aaron Hunt saßen nur auf der Bank.

Bremens Fußballkünstler hatten ihre gewohnten Positionen eingenommen. Marko Arnautovic war rechts zu finden, Eljero Elia auf der linken Seite, und in der Mitte sorgten Aaron Hunt und Mehmet Ekici für ein paar Akzente. Im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach kam also mal wieder Werders gesamte Offensivabteilung zusammen, nur hatte die ganze Sache einen kleinen Haken für die vier Profis: Arnautovic, Elia, Ekici und Hunt standen am vergangenen Sonnabend nicht auf dem Platz. Sie saßen auf der Bank.

Nun muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass sich im ausverkauften Borussia-Park auch die Bremer Felix Kroos, Özkan Yildirim und Christian Vander für eine Einwechslung bereithielten. Aber wenn man den Ersatztorwart (Vander) und die beiden Nachwuchskicker (Kroos, Yildirim) einmal ausklammert, dann wärmte sich da durchweg ziemlich teures Personal unter den grün-weißen Decken. Aaron Hunt hat laut "transfermarkt.de" einen geschätzten Marktwert von sieben Millionen Euro, der von Marko Arnautovic beträgt sogar acht Millionen Euro. Auch Elia (geschätzter Marktwert: sechs Millionen Euro) und Ekici (drei Millionen Euro) gehören ganz sicher noch zu der Kategorie wertvoll. Insgesamt macht das geschätzte 24 Millionen Euro, die Werder da am Sonnabend auf die Bank gebracht hat. Zum Vergleich: Die sieben Ersatzspieler von Borussia Mönchengladbach, die an diesem 25. Spieltag im Kader standen, kamen nur auf einen Marktwert von zehn Millionen Euro.

Und Bremens Edelreservisten vom Wochenende eint noch eine weitere bemerkenswerte Zahl: Arnautovic, Elia, Ekici und Hunt kommen zusammen auf 14 Tore und zwölf Torvorlagen. Kurioserweise liegt darin aber auch das Problem. Denn in der Rückrunde haben bislang lediglich Ekici und Hunt getroffen (beim 4:1 in Stuttgart), Elia wartet immer noch auf sein erstes Saisontor. Die Formkurve hat bei allen vier Bremern zuletzt deutlich nach unten gezeigt, Schaaf hatte also durchaus gute Gründe, das Quartett vor dem Spiel in Mönchengladbach aus der Startelf zu streichen. "In erster Linie geht es immer um die Leistung", sagte der Trainer am Sonntag bei der Nachbetrachtung des 1:1. "Da ist jeder gefordert und wird überprüft." Schaaf sagte das zwar nicht so direkt, aber seine Antwort lässt vermuten, dass er mit den gezeigten Leistungen von Hunt, Elia, Ekici und Arnautovic zuletzt nicht mehr so zufrieden gewesen ist.

Was aber bedeutet das nun für das Betriebsklima in der Bremer Kabine? Zumal Schaaf die am Wochenende reingerückten Spieler Tom Trybull ("sehr gut gemacht") und Aleksandar Ignjovski ("Ich bin froh, dass Iggy so eine Entwicklung genommen hat") ausdrücklich lobte.

Marko Arnautovic, der noch vor Kurzem ein lukratives Angebot von Dynamo Kiew vorliegen hatte, spricht schon seit Längerem nicht mehr mit der Presse. Dafür gab sein österreichischer Nationaltrainer Marcel Koller beim Bezahlfernsehsender Sky ein überraschendes Statement. Angesprochen darauf, dass Arnautovic nach ein paar schwächeren Auftritten derzeit nur auf der Ersatzbank sitzt, sagte Koller: "Marko ist so ein Typ Spieler, der das hin und wieder mal braucht."

Ob ihm das aber auch gefällt, ist eine ganz andere Sache. Das gilt auch für Mehmet Ekici und Eljero Elia, die sich ebenfalls sehr bedeckt halten, wenn sie momentan zu ihrer Rolle beim Bundesligadreizehnten angesprochen werden. Einzig Aaron Hunt äußerte sich am Sonntag. Der stellvertretende Mannschaftskapitän hatte schon die ganze Woche vor dem Spiel in Mönchengladbach nur in der sogenannten B-Elf trainiert, und deshalb "hatte sich das ja schon ein bisschen abgezeichnet, dass ich nicht spiele. Ich habe damit gerechnet. Der Trainer wird seine Gründe haben."

Ob er sich jetzt bis zum Spiel gegen Fürth am Sonnabend besonders zeigen wolle, wurde Hunt daraufhin gefragt. Seine Antwort: "Ich muss dem Trainer nichts zeigen. Ich werde wie immer trainieren. Wenn ich spiele, spiele ich, wenn nicht, dann nicht."

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