Auswärtssieg

Werder erneut souverän: Verdientes 3:0 beim FC Ingolstadt

Nach dem verdienten Erfolg gegen Rostock hat Werder Bremen auch in Ingolstadt klar und deutlich gewonnen: 3:0 hieß es am Ende für die Mannschaft von Trainer Markus Anfang. Vor allem die Neuzugänge glänzten.
11.09.2021, 15:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips
Werder erneut souverän: Verdientes 3:0 beim FC Ingolstadt

Niklas Schmidt, Anthony Jung und Marvin Ducksch konnten beim 3:0 ihres SV Werder in Ingolstadt einen klaren Sieg bejubelm

ARMIN WEIGEL

Der SV Werder Bremen kommt immer besser in die Zweitliga-Saison: Beim FC Ingolstadt gewann die Mannschaft von Trainer Markus Anfang – wie schon gegen Hansa Rostock am vorherigen Spieltag – verdient, klar und deutlich mit 3:0 (2:0). Hinten stand somit zum dritten Mal in Folge die Null. Mit elf Punkten aus sechs Spielen gehört Werder als Tabellendritter nun zur Spitzengruppe der 2. Liga und ist bestens gewappnet für das Nordderby am Samstag gegen den Hamburger SV.

Die Grün-Weißen gingen durch ein Eigentor von Nico Antonitsch in Führung (24.), ehe Leihspieler Mitchell Weiser (42.) und Neu-Stürmer Marvin Ducksch (48.) für die Entscheidung sorgten. Ingolstadt wirkte phasenweise hilflos; nur die mangelhafte Chancenverwertung der Bremer verhinderte eine noch deutliche Niederlage der Oberbayern. Wermutstropfen für Werder: Kapitän Ömer Toprak musste in der ersten Halbzeit mit einer Wadenverletzung ausgewechselt werden.

Wir haben zwei Nummer eins
Werder-Trainer Markus Anfang über seine Torhüter

Vor der Partie hatte vor allem eine Entscheidung im Fokus gestanden: Michael Zetterer durfte im Tor bleiben, obwohl Stammkeeper Jiri Pavlenka erstmals in dieser Saison wieder zur Verfügung stand. „Wir haben uns für Zetterer entschieden, weil er die letzten beiden Spieler entsprechend abgeliefert hat“, erklärte Anfang bei Sky, betonte aber zugleich, dass Pavlenka nun nicht die Nummer zwei sei: „Wir haben zwei Nummer eins.“ Der Zweikampf geht also weiter.

Neu ins Team im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen Rostock rutschten Zugang Mitchell Weiser (als Rechtsverteidiger für den verletzten Felix Agu) und Abdenego Nankishi (für den verletzten Außenstürmer Eren Dinkci). 

Werder kontrollierte von Beginn an die Partie, ohne dabei allerdings wirklich gefährliche Angriffe zu kreieren. Hinten wurde es dagegen zwei Mal knifflig, weil Zetterer ungewohnt nervös wirkte und sich zwei üble Fehlpässe leistete. Seine große Stärke wurde plötzlich zur Schwäche, doch die Kollegen bügelten die Fehler wieder aus. 

Vorne half dann der Gegner mit. Eine Hereingabe von Niklas Schmidt fälschte Nico Antonitsch per Kopf unglücklich ins eigene Tor ab (24.). Verrückt – Werder lag ohne echte Chance in Führung. Die Freude wurde durch eine schlechte Nachricht schnell getrübt: Abwehrchef Ömer Toprak konnte nicht weitermachen, die linke Wade streikte (26.). Für den Kapitän kam Lars Lukas Mai und nicht Marco Friedl, der als Linksfuß eigentlich besser in die Innenverteidigung gepasst hätte. Doch nach seinem Streik gegen Rostock muss sich der Österreicher offenbar ganz weit hinten anstellen. Lichtblick aus Bremer Sicht: Schon kurz nach der Partie gab Markus Anfang im Fall Toprak Entwarnung, erste Untersuchungen hätten ergeben, dass nichts kaputt sei.

Werder hatte auch mit neuer Abwehr alles im Griff. Außenverteidiger Weiser war es dann mal wieder zu langweilig auf der rechten Seite. Also stürmte er nach vorne – und wie: Nach feinem Doppelpass mit Romano Schmid (sogar per Hacke) ließ die Leihgabe aus Leverkusen Ingolstadts Nils Röseler mit einer Körpertäuschung im Strafraum ganz alt aussehen und vollstreckte eiskalt zum 2:0 (42.). Ein tolles Tor.

11.09.2021, xblx, Fussball 2.Bundesliga, FC Ingolstadt - SV Werder Bremen emspor, v.l. Mitchell Weiser (SV Werder Bremen

Werder-Debütant Mitchell Weiser bejubelt seinen Treffer zum 2:0.

Foto: Blatterspiel via www.imago-images.de

Nach der Pause ging es genau so weiter. Der extrem engagierte Schmidt blockte in der gegnerischen Hälfte einen Befreiungsschlag, bekam den Ball von Schmid umgehend wieder und zog ab. FCI-Keeper Fabijan Buntic konnte zwar gerade noch so parieren, doch Marvin Ducksch staubte per Kopf zum 3:0 ab (48.). Der Neuzugang feierte seinen dritten Werder-Treffer im erst zweiten Spiel wieder mit der Ätschi-Bätsch-Geste.

Die Bremer hatten wie gegen Rostock ihren Spaß und überrannten die Gastgeber nun förmlich. Allerdings verpassten Ducksch (53.) und Nankishi bei seinem Startelf-Debüt (55.) jeweils frei vor dem Tor das sichere 4:0. Einen Kracher von Schmidt lenkte Buntic etwas unkonventionell an die Latte (59.).

Anfang reagierte, gönnte Weiser und Nankishi eine Pause, brachte dafür Manuel Mbom und Roger Assalé (60.). Weiser hatte eine ordentliche Premiere mit dem Tor als Highlight gefeiert. Der 27-Jährige ist eine echte Bereicherung auf der rechten Seite. Nankishi wirkte noch etwas nervös, aber er ist ja auch erst 19 Jahre jung.

Nun wurde es etwas ungemütlich im mit 5825 Besuchern gefüllten Audi-Sportpark, Starkregen setzte ein. Auf dem Platz passierte nicht mehr so viel. Ducksch vergab eine weitere gute Chance nach Schmid-Vorarbeit (73.), hinten musste Zetterer tatsächlich mal ein bisschen eingreifen. Doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Für die starken Schmidt und Schmid war dann nach 78 Minuten Feierabend. Ilia Gruev und Niclas Füllkrug durften noch ran. Und siehe da: Anfang probierte wie angekündigt den Doppelsturm Ducksch und Füllkrug. Die Chance zum 4:0 hatte allerdings Rapp, der an Buntic scheiterte (89.).

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