Sieben wichtige Fragen vor dem Trainingsstart

Ab nach Mallorca: Wer darf mit? Wer bleibt zu Hause?

Es geht wieder los bei Werder. Am Donnerstag wird in Bremen trainiert, am Freitag fliegt die Mannschaft nach Mallorca. Wir beantworten die sieben wichtigsten Fragen vor dem Trainingsauftakt.
01.01.2020, 18:29
Lesedauer: 4 Min
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Von Christoph Sonnenberg und Christoph Bähr
Ab nach Mallorca: Wer darf mit? Wer bleibt zu Hause?

Am Freitag geht es für Werder nach Mallorca.

nordphoto

Sich in Luxushotels verwöhnen lassen, an malerischen Stränden liegen oder die Sehenswürdigkeiten einer Metropole besichtigen – die Werder-Profis suchten in der Ferne etwas Ablenkung vom harten Abstiegskampf. Gleich mehrere Spieler urlaubten in Dubai, etwa Milot Rashica und Philipp Bargfrede. Claudio Pizarro war in Thailand, Ludwig Augustinsson in Paris. Exakt elf freie Tage hatten die Profis nach der 0:1-Pleite in Köln zum Hinrundenabschluss. An diesem Donnerstag geht die Arbeit wieder los, ab 17 Uhr steht eine Trainingseinheit in Bremen auf dem Programm. Am Freitagmorgen fliegt die Mannschaft dann bis zum 11. Januar ins Trainingslager nach Mallorca.

„Der Urlaub hat allen gut getan. Man konnte an etwas anderes denken. Die Tabellensituation bleibt natürlich, wie sie ist, doch wir wollen die Vorbereitung als Neustart betrachten“, sagt Frank Baumann im Gespräch mit dem WESER-KURIER. Werders Sportchef macht aber auch klar, dass der Urlaubsmodus nun sofort ausgeschaltet werden muss: „Wir müssen voll fokussiert an die Arbeit gehen und das tun, was notwendig ist, um uns aus unserer Lage zu befreien. Das wird ein Kraftakt.“ Ganz ohne Spaß gehe es dabei trotzdem nicht, betont Baumann: „In den nächsten Tagen wollen wir die richtige Mischung aus Verbissenheit und Lockerheit finden.“ Das Trainingslager auf Mallorca soll also den Impuls geben, damit Werder in der Rückrunde die Kehrtwende schafft. Bevor es wieder losgeht, stellen sich aber noch einige Fragen.

Fliegt ein Zugang mit ins Trainingslager?

Nein. „Es sieht danach aus, dass wir die Reise mit dem Kader antreten, der uns bisher zur Verfügung stand“, sagt Baumann. Dass im Laufe des Trainingslagers noch ein neuer Spieler dazu stößt, wollte der Sportchef immerhin nicht ausschließen. „Es ist weiterhin unser Ziel, so früh wie möglich etwas zu realisieren. Wann genau das sein könnte, dazu möchte ich aktuell aber nichts sagen.“

Welche verletzten Spieler reisen mit?

Bei den verletzten Ömer Toprak, Ludwig Augustinsson und Josh Sargent sehe es danach aus, dass sie das Trainingslager mitmachen können, sagt Baumann. „Wann und wie sie ins Training einsteigen, ist aber noch offen. Am Donnerstagvormittag vor dem Trainingsauftakt werden sie noch genau durchgecheckt.“

Wer ist nicht dabei?

Nicht mit nach Mallorca fliegen die Langzeitverletzten Niclas Füllkrug und Kevin Möhwald sowie Theo Gebre Selassie, der wegen einer Oberschenkelverletzung den Rückrundenauftakt verpassen wird. Claudio Pizarro, dessen Instagram-Urlaubsfoto mit Bierdose in der Hand nicht überall gut ankam, reist am Freitag direkt ins Trainingslager und trainiert am Donnerstag in Bremen noch nicht mit. „Das ist mit ihm so abgesprochen“, erklärt Baumann.

Warum reist Werder nach Mallorca?

Für viele Deutsche ist eine Reise nach Mallorca ein Traum, für Werder ist der Trip eine Notlösung. Lange haben sich die Verantwortlichen darauf fokussiert, nach Südafrika zu reisen, wie bereits im Januar 2019. Optimal waren die Bedingungen in Johannesburg zwar nicht, aber in den Tagen von Südafrika ist in der Mannschaft ein spezieller Geist entstanden, der die überragende Rückrunde möglich machte. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hätte eine Reise dieses Mal allerdings nicht gefördert, weil die Klubs der südafrikanischen Premier Soccer League aufgrund einer Klausel im Fernsehvertrag während der Saison nur Testspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten dürfen. Ohne Fernsehen bleibt ein Werbe-­Effekt für die DFL aus, deshalb musste Werder Ende Oktober eine Alternative suchen, und die Wahl fiel auf Mallorca. Auch dort läuft allerdings nicht alles nach Wunsch: Das für den 10. Januar geplante Testspiel gegen RCD Mallorca fällt aus, weil für die Spanier am Tag darauf eine Pokalpartie ansteht.

Welche Nachwuchs-Profis kommen mit?

Das steht noch nicht endgültig fest und entscheidet sich beim Trainingsauftakt am Donnerstag. Sicher mit dabei sind Ilia Gruev, Simon Straudi und David Philipp, die regelmäßig mit den Profis trainieren. Auch Julian Riekmann, Stammkraft der U 23 im defensiven Mittelfeld, soll mitreisen. Weitere Kandidaten sind U 19-Stürmer Nick Woltemade, U 23-Angreifer Luc Ihorst sowie die Innenverteidiger Dominik Becker und Niklas Wiemann.

Wo will sich Werder noch verstärken?

Darauf, welche Position bei der Spielersuche Priorität hat, will sich Baumann nicht festlegen. „Wenn wir etwas tun, muss es sinnvoll sein und es muss finanziell passen“, sagt er nur. Nach WESER-KURIER-Informationen sucht Werder primär einen spielstarken Achter, der zugleich robust und zweikampfstark ist. Ob dieser Spielertyp am Ende kommt, ist eine andere Frage. Es geht nur um Leihgeschäfte, nicht darum jemanden zu kaufen. Voraussichtlich kommt nur ein Neuer, allerhöchstens werden zwei Spieler verpflichtet. Im Winter sind Transfers schwierig, weil zum Großteil aussortierte Spieler oder Reservisten gehandelt werden. Oder Multi-Millionen-­Euro-Wechsel, die für Werder aus naheliegenden Gründe nicht infrage kommen. Geld bleibt Werders zentrales Problem. Im kommenden Sommer müssen ohnehin Transfererlöse von bis zu 15 Millionen Euro erzielt werden. Je mehr Geld Werder jetzt ausgibt, desto größer wird der Druck, am Saisonende Spieler zu verkaufen. Im Winter soll niemand abgegeben werden, sagt Baumann.

Haben Wintertransfers oft funktioniert?

Bei Werder war die Trefferquote der vergangenen zehn Jahre gar nicht so schlecht. Milot Rashica kam etwa im Januar 2018 für rund sieben Millionen Euro von Vitesse Arnheim und schlug nach anfänglichen Problemen voll ein. Ein Jahr zuvor hatten die Bremer Thomas Delaney vom FC Kopenhagen geholt, der sofort zum Anführer im Mittelfeld avancierte und im Sommer 2018 für eine Ablösesumme von etwa 20 Millionen Euro nach Dortmund wechselte. Auch Jannik Vestergaard, der im Januar 2015 für 2,5 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim kam, war ein Volltreffer. Natürlich hat Werder bei Wintertransfers aber auch schon danebengelegen. Sambou Yatabaré kam etwa im Januar 2016 von Olympiakos Piräus, kostete 2,5 Millionen Euro und konnte Werder nicht weiterhelfen. Wer noch etwas weiter zurückblickt, stößt auf Namen wie Ludovic Obraniak (kam im Januar 2014 von Girondins Bordeaux) oder Denni Avdic (kam im Januar 2011 von IF Elfsborg), die schnell wieder in der Versenkung verschwanden.

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