Abschiedsspiel bei Werder Pizarro ist schon in Partylaune

Ein paar neue Details zu „Claudios Fiesta“ hat Claudio Pizarro am Montag bekanntgegeben. Darunter zwei Namen, die bei Werder-Fans für Aufsehen sorgen dürften.
12.09.2022, 19:49
Lesedauer: 4 Min
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Von Daniel Cottäus

Es gibt ihn als Schlapphut, zum Wenden sogar. Als T-Shirt. Als Schal. Als gerahmtes Bild und Kaffeetasse. An Claudio Pizarro ist im Fan-Shop des SV Werder Bremen derzeit wahrlich kein Vorbeikommen, was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Schließlich ist der gar nicht mal so kleine Stand mit den Fanartikeln, auf denen das Gesicht des Peruaners abgedruckt ist, prominent im Hauptgang platziert. Pizarro selbst trägt am Montag allerdings lila.

Nein, nicht den legendären Pullover aus dem Herbst 2015, den der Stürmer bei seiner Rückkehr nach Bremen anhatte, als er von zahlreichen Fans jubelnd am Flughafen empfangen wurde. Sondern ein Poloshirt, der Farbton etwas dunkler. Und dennoch, mit etwas Fantasie, eine kleine Hommage an einst. Denn im Mittelpunkt wird Claudio Pizarro in wenigen Tagen fraglos wieder stehen, vielleicht ein letztes Mal, wenn sein großes Abschiedsspiel, wenn „Claudios Fiesta“ am 24. September im Weserstadion angepfiffen wird.

„Ich freue mich total auf dieses Spiel“, sagt der Ex-Profi im typischen Pizarro-Sound, der neben Toren und Rekorden längst zu seinem Markenzeichen geworden ist. Die Stimmlage etwas erhöht, die Augen leuchtend, das Lächeln breit – geradezu ansteckend kann das sein, raumgreifend auch. Vor allem, wenn Pizarro gute Laune hat. Und die hat er am Montag. In einer kleinen Medienrunde verrät der 43-Jährige ein paar neue Details rund um seinen feierlichen Ausstand, und zunächst sind es zwei Namen, die dabei für Aufsehen sorgen.

Der erste: Max Kruse. Im Moment ohnehin in aller Munde, weil beim VfL Wolfsburg gerade erst medienwirksam aussortiert. „Er hat für mein Spiel zugesagt“, berichtet Pizarro, lässt eine kleine Kunstpause verstreichen und setzt dann die Pointe, die vielleicht sogar gesetzt werden muss: „Zeit hat er ja jetzt.“ Und natürlich auch Lust, sich das Werder-Trikot überzustreifen, um im ausverkauften Weserstadion etwas zu zocken, ein paar Tricks zu zeigen, „Spaß zu haben“, wie Pizarro das Motto seines Abends auf den Punkt bringt. Denn um nichts anderes soll es gehen.

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Dafür hat der Ex-Torjäger im Vorfeld sehr viel Zeit am Schreibtisch verbracht, das Telefon stets am Ohr. „Ich habe fast alle Spieler selbst eingeladen“, betont Pizarro, der dafür so manches Ferngespräch geführt hat. Eines davon nach Rio de Janeiro, womit wir beim zweiten Namen angekommen wären, der Werder-Fans, nun ja, verzücken dürfte: Diego.

„Er würde wirklich sehr gerne kommen und versucht alles“, versichert Pizarro. Ganz klar sei die Sache aber noch nicht: „Er hat sehr viele Spiele in Brasilien und muss schauen, wie es passt.“ Mit seinem Verein Flamengo ist Diego in der brasilianischen Liga am kommenden Sonntag gegen Fluminense im Einsatz, das nächste Spiel steht dann allerdings erst am 29. September in Fortaleza an. In der Zwischenzeit wäre also theoretisch Luft, um die lange Reise nach Bremen anzutreten.

Dass ein anderer Diego, nämlich Diego Pizarro, Claudios jüngerer Bruder, am 24. September dabei sein wird, steht indes schon fest. Zuletzt war der 32-Jährige für den peruanischen Zweitligisten Comerciantes Unidos aktiv. In Bremen wird er zur Weltauswahl seines Bruders gehören, die gegen eine Werder- und eine Bayern-Mannschaft antritt – und deren restliches Aufgebot noch streng geheim ist. „Es kommen unter anderem Schauspieler und Profis aus anderen Sportarten“, sagt Pizarro, „lasst euch einfach überraschen“.

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Was die Bremer und Münchner Beteiligung angeht, zeigt sich der Ex-Profi deutlich offener. Maxi Eggestein, Tim Borowski, Torsten Frings, Marco Bode, Clemens Fritz, Mikael Silvestre und Per Mertesacker zählen zu den alten Werder-Weggefährten. Für Bayern unter anderem dabei: Giovane Elber, Owen Hargreaves, Paulo Sergio und Philipp Lahm. Franck Ribéry musste hingegen wieder absagen: Knieprobleme. „Aber vielleicht kommt er zum Zuschauen“, hofft Pizarro, der während „Claudios Fiesta“ übrigens für alle drei Mannschaften spielen und jeweils „seine“ Rückennummer 14 tragen wird. 30 Minuten, so lange dauern die drei Partien jeweils – Pizarro will so lange durchziehen, wie es eben geht. Und so gesehen kam das vergangene Wochenende durchaus einer Generalprobe gleich.

Anlässlich des 75. Geburtstags des FC Kirchhundem lief Pizarro im Sauerland in einem Benefizspiel auf. „Das ging über drei mal 25 Minuten, und danach war ich körperlich tot“, scherzt der Altmeister, der die kommenden Tage nun zum Erholen nutzen möchte – und dabei auch auf den Faktor Vorfreude setzt: „Mein Abschied wird einfach schön, ein großes Spektakel mit tollen Menschen.“ 

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