Sahin offen für Vertragsverlängerung

„Alles ist so aufgegangen wie vorgestellt“

Nuri Sahin hat in einer Medienrunde über seinen auslaufenden Vertrag, die aktuelle Werder-Krise und seine Hospitation bei der U17 von Christian Brand gesprochen.
20.11.2019, 17:34
Lesedauer: 2 Min
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Von (wkf)
„Alles ist so aufgegangen wie vorgestellt“

Nuri Sahin fühlt sich wohl bei Werder.

nordphoto

Frank Baumann ist kürzlich in die Offensive gegangen. Er würde den auslaufenden Vertrag von Nuri Sahin gerne verlängern, sagte Werders Sportchef dem WESER-KURIER. „Wir haben immer betont, dass Nuri mit dieser Form und mit seiner Qualität ein wichtiger Spieler für uns ist.“ Wie reagiert der Gelobte nun auf diese Aussagen? Er freut sich zuerst einmal darüber. „Ich habe es auch gelesen und sehr positiv zur Kenntnis genommen“, erklärte Sahin am Mittwoch in einer Medienrunde. Dann fügte er hinzu: „Ich fühle mich hier sehr wohl und gehe davon aus, dass die Gespräche irgendwann geführt werden. Es gibt noch keinen festen Zeitpunkt.“

Eine definitive Aussage vermied der Mittelfeldspieler also, doch eines wurde klar: Sahin kann sich einen Verbleib in Bremen gut vorstellen. Im Sommer 2018 kam er am letzten Tag der Transferphase von Borussia Dortmund zu Werder, und diesen Wechsel bereut er bis heute nicht. „Es ist alles so aufgegangen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe einen Traditionsverein vorgefunden mit einem tollen Stadion, mit Fans, die das Spiel verstehen, und einem Trainer, von dem ich viel lernen kann“, betonte der 31-Jährige.

Keine Zweifel am Saisonziel

Auch die aktuelle Durststrecke mit sieben Ligaspielen ohne Sieg kann an dieser Einschätzung nichts ändern. Sahin ist nach wie vor davon überzeugt, dass es richtig war, die Europa League als Saisonziel auszurufen. „Ein anderes Ziel wäre fatal gewesen. Die Qualität im Kader ist so hoch wie in der vergangenen Saison, vielleicht sogar besser“, unterstrich er und fügte hinzu: „Jetzt geht es für uns darum, Spiele zu gewinnen und Punkte zu holen.“

Als Führungsspieler und Mitglied des Mannschaftsrates kommt dem Routinier in der derzeitigen Krise eine wichtige Rolle zu. Trainer Florian Kohfeldt spricht viel mit Sahin. „Es ist ein schönes Zeichen vom Trainerteam, dass sie mich dabei haben wollen“, sagte der Ex-Dortmunder. „Der Austausch ist gut, aber auch kritisch.“ Dass Werder zu viele Gegentore kassiere, lasse sich nicht leugnen. „Da besteht ein Problem“, erklärte Sahin. „Das muss man annehmen, aber darf deswegen auch nicht durchdrehen. Keiner rennt bei uns vor der Verantwortung weg.“ Kohfeldt gehe mit der Krise sachlich um. „Er ist weiterhin überzeugt von seinem Weg“, sagte Sahin.

Hospitation bei der U17

In der schwierigen Phase kann Sahin gerade auch einiges lernen. Der Mittelfeldspieler will nach seiner aktiven Karriere schließlich als Trainer arbeiten, das hat er schon oft gesagt. Bei seinen vorherigen Klubs Dortmund, Real Madrid, FC Liverpool und Feyenoord Rotterdam hat er vor allem um Titel gekämpft, bei Werder erlebt er momentan den Kontrast dazu. „Ich habe fast immer um Europa gespielt, aber jetzt ist die Situation eben so, wie sie ist“, sagte Sahin dazu nur und erinnerte daran, dass er mit dem BVB einmal zwischenzeitlich sogar auf dem letzten Tabellenplatz stand. „Da habe ich schon schlecht geschlafen. Zum Glück sind wir am Ende doch noch nach Europa gekommen.“

Seine Vorbereitungen auf eine Trainerkarriere treibt Sahin derzeit übrigens zusätzlich voran. Zweimal im Monat hospitiert er bei Werders U17 von Trainer Christian Brand. Zu viel Aufhebens will er darum aber nicht machen. „Ich bin da, um zu lernen“, sagte Sahin. „Es geht nicht um mich. Die Jungs sollen in Ruhe wachsen.“

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