Werder Bremen Allofs ist froh über die deutliche Niederlage

Mönchengladbach. Klaus Allofs kann den fünf Gegentoren in Gladbach tatsächlich noch etwas Positives abgewinnen. Gleichzeitig hoffen Werders Verantwortliche, dass das eindeutige Resultats den Bremer Spielern endlich die Augen geöffnet hat.
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Mönchengladbach. Besser ein Desaster als eine knappe Niederlage - den fünf Gegentoren bei Borussia Mönchengladbach konnte Klaus Allofs tatsächlich noch etwas Positives abgewinnen. "Im Nachhinein bin ich froh, dass es so deutlich war", sagte Werders Klubchef nach dem 0:5. Die Eindeutigkeit des Ergebnisses lässt tatsächlich keine Ausreden zu.

Werderwurde vorgeführt. Dem Angriffszauber der Gladbacher hatten die Bremer nichts entgegenzusetzen. "Wir haben eine richtig schöne Klatsche gekriegt", sagte Trainer Thomas Schaaf nach den Treffern von Marco Reus (23./38./52.), Patrick Herrmann (16.) und Juan Arango (53.). Allofs sprach von einer "Lehrstunde" für seine überrannte Mannschaft: „Der Ausfall von Naldo ist keine Entschuldigung für den Rest der Mannschaft“, so Allofs weiter.

Die furiosen Aufholjagden wie zuletzt beim 3:2 nach 0:2-Rückstand gegen den 1. FC Köln haben manche Probleme der Bremer überdeckt. Aber nicht immer können Werderdie Tore von Claudio Pizarro retten. "Wir haben in den letzten Tagen gesagt, dass es am seidenen Faden hängt", kommentierte Allofs: "Heute ist der seidene Faden gerissen." Fünfmal haben die Bremer bereits einen Rückstand in dieser Saison aufgeholt, gegen Gladbach war das unmöglich.

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Eindeutigkeit des Resultats auch den Bremer Spielern endlich die Augen geöffnet hat. "Wir haben Weihnachtsgeschenke verteilt", sagte Clemens Fritz einsichtig: "Was wir abgeliefert haben, gerade was unsere Defensiv-Arbeit angeht, das war eine Katastrophe."

Der Kapitän meinte damit aber nicht nur die besonders schwache Innenverteidigung mit dem überforderten Naldo-Ersatz Andreas Wolf. "Das ist nicht nur die Abwehr, das ist auch das komplette Mittelfeld", kritisierte Fritz. Vor allem auf der Sechser-Position, auf der sich wieder Philipp Bargfrede versuchen durfte, fehlt Werderderzeit ein Klassemann.

Werderist nach der ernüchternden Vorsaison noch lange keine Spitzenmannschaft, auch wenn Platz fünf das vermuten lässt. "Wir haben immer deutlich gesagt, dass wir keine Bayern-Jäger sind", sagte Allofs. Werders Geschäftsführer Profifußball sieht die Mannschaft auf einem langen Weg. "Wir haben an diesem Team große Veränderungen vorgenommen und wissen selbst noch nicht, wohin die Reise geht", erklärte Allofs. Bisher ist es ein stetes Auf und Ab der Bremer.

Bayern München und Borussia Dortmund sind für die Grün-Weißen auf jeden Fall völlig außer Reichweite. Allofs sieht aber trotz des 0:5 bei seinem Team "das Potenzial, oben mitzuspielen. Und oben würde ich mit Platz drei bis zehn definieren, denn in dieser Tabellenregion geht es sehr eng zu." (dpa/sid/sto)

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