Werder Bremen Allofs nimmt Hunt in die Pflicht

Bremen. Bei den Fans hat Aaron Hunt einen schwere Stand, die sportliche Führung glaubt weiter an seine Fähigkeiten. Doch fordert Werder-Boss Klaus Allofs endlich konstantere Leistungen von seinem Mittelfeldspieler.
18.08.2011, 13:40
Lesedauer: 1 Min
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Bremen. Kein anderer Spieler ist so lange im Verein wie Aaron Hunt. Der Offensivspieler geht in sein elftes Jahr, zählt man die Jugend- und Amateurteams der Grün-Weißen mit. Seit 2004 spielt er bei den Profis, mittlerweile ist Hunt 25 Jahre alt. "Aaron passt nicht mehr in die Kategorie des Talents", sagt Werder-Sportdirektor Klaus Allofs über den Linksfuß, der die Bremer Fanszene spaltet wie kein zweiter aktiver Profi.

Den einen ist Hunt, dem Trainer Thomas Schaaf jüngst eine "schreckliche Körpersprache" bescheinigte, ein Dorn im Auge, die anderen glauben unerschütterlich an die fußballerischen Fähigkeiten des gebürtigen Goslarers. Klaus Allofs zählt definitiv zur zweiten Kategorie. Doch nimmt er den wankelmütigen Profi in die Pflicht: "Es ist an ihm, seine Leistungen konstanter zu zeigen."

Vor knapp zwei Jahren spielte Hunt in Bestform, blühte an der Seite von Spielmacher Mesut Özil auf. "Diese Leistungen haben ihn bis in die Nationalmannschaft gebracht", weiß auch Allofs. Am 18. November 2009 debütierte er unter Joachim Löw gegen die Elfenbeinküste, bis heute kam nur ein weiteres Länderspiel dazu.

Mittlerweile zählt Hunt nicht mehr zu Löws Kader, wohl nicht einmal mehr zum stark erweiterten Aufgebot. Bei Werder ist er nicht Nachfolger von Özil geworden, sondern Mitläufer im Mittelfeld. "Er ist im letzten Jahr hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben", sagt Allofs und findet damit noch eine schmeichelhafte Formulierung für Hunts Formtief. In Werders Krisenjahr wurde er von den eigenen Fans zeitweise ausgepfiffen- ein Liebling der Zuschauer im Weserstadion war er ohnehin noch nie. Ihm werden Fehlpässe und schwache Auftritt weniger verziehen als manchen seiner Kollegen.

Und doch zählt der technisch versierte Offensivspieler zu Beginn dieser Saison wieder zum Stammpersonal im Werder-Mittelfeld. "Die Eindrücke sind positiv", bewertet Allofs Hunts Auftritte. Einen deutlichen Sprung nach vorne hat es aber nicht gegeben: An den Aaron Hunt aus dem Herbst 2009 erinnert Werders Nummer 14 aber auch aktuell kaum. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass er sein Talent mal voll abruft", meint der Werder-Boss. Denn nur so kann Hunt dem wenig schmeichelhaften Label "ewiges Talent" noch entgehen. (bb)

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