Werder Bremen Allofs: "Pizarro ist nicht zu haben"

Bremen. Nach dem Gala-Auftritt von Claudio Pizarro bei Werder Bremens Heimspiel gegen den 1. FC Köln erteilt Klaus Allofs möglichen Interessenten am Peruaner schon mal vorsorglich eine Absage. "Im Winter ist er nicht haben", so der Werder-Boss.
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Von Daniel Stöckel

Bremen. Die Bilder nach Werder Bremens Bundesligapartien gleichen sich in den vergangenen Wochen immer wieder. Nach neunzig Minuten (plus Nachspielzeit) haben die Grün-Weißen mal wieder einen Rückstand wettgemacht und feiern die gewonnenen Punkte ausgiebig.

Das war gegen den FC Augsburg so, das war gegen den FSV Mainz 05 so und das war auch am Sonnabend im Heimspiel gegen den 1. FC Köln so. In Augsburg nahmen die Bremer einen Zähler mit, gegen die Rheinhessen und die Rheinländer waren es jeweils drei Punkte.

Immer mittendrin und stets verantwortlich für die entscheidenden Tore: Werders Angreifer Claudio Pizarro. Der Peruaner traf gegen Augsburg und Mainz jeweils zum wichtigen Ausgleich und war gegen Köln überhaupt nicht zu halten: Nach der 2:0-Führung zur Halbzeit sahen die "Geißböcke" im Weserstadion schon wie der sichere Sieger aus, dann schlug Pizarro mit einem Dreierpack-Hattrick zu.

"Wir haben wieder so ein Spiel gedreht. Das ist Wahnsinn", jubelte Pizarro, der gegen Köln zunächst mit einem Fehlpass das 0:1 aus Werder-Sicht einleitete, anschließend dann aber die gesamte Palette dessen zeigte, wie ein Vollblut-Stürmer ins gegnerische Tor treffen kann. Ein artistischer Seitfallzieher in der 49. Minute, ein verwandelter Foulelfmeter in der 54. Minute und ein klassischer Abstauber in der 86. Minute - Pizarrohatte wieder einmal alle Varianten drauf. Es war sein zweiter Bundesliga-Hattrick in seiner Karriere.

Der 33 Jahre alte Südamerikaner, der vom Toreschießen offensichtlich nicht genug bekommt und den Ball schnell aus dem gegenerischen Kasten holt, um zügig weiterzuspielen und weiterzutreffen, ist ein schwer zu beschreibendes Phänomen. "Man kann einfach nicht in Worte fassen, wie wichtig er für uns ist", sagt Werder-Kapitän Clemens Fritz. Zahlen können da helfen: An 14 der 15 letzten Werder-Tore war Pizarrobeteiligt.

Werder braucht den Stürmer wie eine Lebensversicherung, dieser Satz kreist in den letzten Wochen durch Fußball-Deutschland. "Er ist immer präsent, man kann ihn immer anspielen, und er macht die Tore", lobte Fritz. "Er ist der beste Stürmer der Bundesliga!" Insgesamt traf Pizarroin der Bundesliga bereits 153 Mal ins Schwarze und baut seinen Vorsprung in der Rangliste der treffsichersten Ausländerimmer weiter aus.

"Ich habe bestimmt schon bessere Saisons gespielt, aber weniger Tore geschossen", wiegelt der Peruaner ab. "Mit dem Alter wird er immer besser. Für ihn brauche ich kein Konservierungsmittel - nur einen Frischmacher", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf. Der Coach weiß genau: Auch wenn der Top-Torjäger innerhalb der Trainingswoche mal "ein Loch im Fuß" (O-Ton-Pizarro) hat und ein paar Übungseinheiten verpasst, ist die Tor-Garantie am darauffolgenden Wochenende vor dem gegnerischen Kasten höchstwahrscheinlich wieder brandgefährlich – und motiviert sowieso.

"Die Fitness ist für ihn entscheidend", sagte Klaus Allofs. Pizarrosaktuelle Gala-Form wird es dem Werder-Geschäftsführer nicht leichter machen, den am Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern. Besonders eifrigen Konkurrenten machte er allerdings schon einen Strich durch die Rechnung: "Im Winter ist er nicht zu haben", sagte Allofs, der selbst mit Werder in Vertragsverhandlungen steht. "Geld ist nicht alles - sage ich jetzt mal leichtsinnig."

Obwohl Werder in den vergangenen Bundesligaspielen zu Spielbeginn zu viel Leichtigkeit beziehungsweise Unaufmerksamkeit an den Tag legte und stets in Rückstand geriet, mischen die Bremer dank Pizarros Treffsicherheit in der Bundesliga-Spitzengruppe mit und halten engen Kontakt zu Tabellenführer Bayern München und Meister Borussia Dortmund.

Gleichzeitig ist Pizarro jetzt dem Führenden der Torschützenliste, Mario Gomez, auf den Fersen. "Mario macht viele Tore, aber wenn es so bei mir weitergeht, ist Torschützenkönig jetzt durchaus eine Möglichkeit", so Pizarro. "Das wäre eine schöne Sache." (mit Material von DAPD, dpa, sid)

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