Werder Bremen Allofs und Schaaf verlängern ihre Verträge

Bremen. Werder setzt weiter auf sein Führungsduo: Sportdirektor und Geschäftsführer Allofs hat einen Vertrag bis 2015 unterschrieben. Trainer Thomas Schaaf bleibt bei Bewährtem: Er verlängerte um zwei Jahre bis 2014.
20.12.2011, 05:00
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Allofs und Schaaf verlängern ihre Verträge
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Werder setzt weiter auf sein Führungsduo: Sportdirektor und Geschäftsführer Allofs hat einen Vertrag bis 2015 unterschrieben, der zusätzlich eine Option für ein weiteres Jahr enthält. Trainer Thomas Schaaf bleibt bei Bewährtem: Er verlängerte um zwei Jahre bis 2014.

Genau 12.08 Uhr war es gestern, als oben in der Geschäftsstelle von Werder Bremen eine Hand die andere griff und einschlug. Die Hände gehörten Klaus Allofs und Willi Lemke, und der Handschlag der beiden mächtigen Männer des Bremer Bundesligisten besiegelte eine Einigung, die die Zukunft des Klubs wie kaum eine andere Personalentscheidung beeinflussen wird: Klaus Allofs ist und bleibt für mindestens drei weitere Jahre Vorsitzender der Geschäftsführung der Werder Bremen GmbH und Co. KGaA, vulgo: Werder-Chef. Die erste Konsequenz aus dieser Vertragsverlängerung folgte auf dem Fuß: Auch Thomas Schaaf bleibt Grün-Weiß erhalten - der Chefcoach stockte um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2013 auf.

Nun ist alles also doch ganz schnell gegangen, womit selbst die direkt Betroffenen schon gar nicht mehr gerechnet hatten. Das behauptete gestern zumindest Klaus Allofs. Am Sonnabend noch, zu später Stunde in der Schalke-Arena, hatte er die Möglichkeit einer Einigung noch vor Weihnachten ausgeschlossen. Dann aber rief Lemke am Sonntagnachmittag den Aufsichtsrat zusammen, es wurde geredet, verhandelt, gefeilt bis kurz vor elf abends, ehe man sich für den Feinschliff noch einmal, ein letztes Mal, auf gestern Vormittag vertagte. Allofs, Lemke sowie die Aufsichtsräte Hubertus Hess-Grunewald, Hans Schulz und Gunnar Lübben-Rathjen trafen sich um 9 Uhr in der Geschäftsstelle, die Aufsichtsräte Axel Plaat und Werner Brinker wurden, weil beruflich unabkömmlich, immer wieder per Telefon zugeschaltet. Drei Stunden später war der monatelange Verhandlungsmarathon praktisch im Sprint beendet. Es lief so, behauptete Lemke gestern, "wie wir es vorgehabt haben: Die Tinte muss bis Weihnachten trocken sein".

Von Auseinandersetzungen und Verwerfungen, die im vergangenen Sommer zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung aufgetreten waren, wollte niemand mehr etwas wissen. Lediglich Allofs sprach den öffentlich ausgetragenen Streit ums Geld, das der Aufsichtsrat wegen knapper Kassen nicht für weitere Transfers hatte freigeben wollen, kurz an - in einem versöhnlichem Ton. "Da kann es auch mal rustikaler zugehen", sagte Allofs, "aber das ist der Job des Aufsichtsrates."

Der neue Vertrag des 55-Jährigen ist leistungsbezogen, "wie seit zwölf Jahren, das hat sich nicht verändert", betonte Allofs. Ob nun mehr Leistung nötig ist, bleibt dabei ein Vertragsgeheimnis. Festzuhalten ist jedoch, dass es für Werder-Verhältnisse ungewöhnlich lange gedauert hat, bis sich beide Seiten aufeinander zubewegt hatten. Eine erste Anfrage des Aufsichtsrates im Februar hatte Allofs noch mit Verweis auf die damals prekäre sportliche Situation des Klubs beantwortet. Verhandelt wurde bereits seit Ende September. Gestern sagte Lemke: "Klaus hatte eine bestimmte Position, wir hatten eine bestimmte Position - wir haben uns in der Mitte getroffen."

Ein wichtiger Treffpunkt für beide Seiten könnte auch die Laufzeit des neuen Vertrages gewesen sein. Allofs erhält einen Kontrakt über drei Jahre bis Sommer 2015, der Vertrag endet damit nicht mehr parallel zu dem von Trainer Thomas Schaaf, was ausdrücklicher Wunsch von Willi Lemke war. Und Allofs erhält in seiner neuen Beschäftigungsvereinbarung eine Option auf ein weiteres Jahr, also bis Sommer 2016. Diese Option ist leistungsbezogen und erfährt automatisch Wirkung, wenn entsprechende Zielvorgaben erfüllt sind. Arbeitet Allofs also erfolgreich (wovon er selbst ausgehen wird), hat er praktisch einen Vierjahresvertrag erhalten. "Es war eine Idee des Aufsichtsrates. Ich fand das auch in Ordnung", sagte Allofs. In seinen mittlerweile zwölf Jahren als Werder-Führungskraft hatte der Ex-Profi bislang nur einmal eine Verlängerung um gleich vier Jahre erhalten, von 2003 bis 2007.

Thomas Schaaf dagegen bleibt bei Bewährtem. Der Cheftrainer bekommt erneut zwei Jahre obendrauf, wie üblich. Am Ende der Laufzeit im Sommer 2014 wäre er dann neuer Ewigkeitstrainer bei Werder - Schaaf hätte dann, nach über 15 Jahren auf der Bank, den bisherigen Rekordcoach Otto Rehhagel hinter sich gelassen.

Die Routine, mit der am Ende auch diese Personalie über die Bühne gegangen ist, machte sich schon an der Abwesenheit des Trainers bei der gestrigen Pressekonferenz bemerkbar. Thomas Schaaf war bereits im Winterurlaub, als Willi Lemke die Entscheidung bekannt gab. Aber alles Routine? "In keinster Weise", machte Allofs klar. Erst in den vergangenen "zwei, drei Wochen", sagte der direkte Vorgesetzte des Trainers, sei die jetzt festgeschriebene Entwicklung "klar geworden".

Für Werder ist die Einigung mit seinen beiden sportlich Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt überaus bedeutsam, erklärte Allofs. Saisonübergreifend können nun die Planungen beginnen. "Jetzt kommen wir in die heiße Phase für die Zusammenstellung der Mannschaft - auch schon für die nächste Saison", verwies Allofs auf die winterliche Transferzeit. "Von daher war es eine sehr wichtige Entscheidung."

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