Zeitreise Als Thomas Tuchel von Werder schwärmte - und ein „Job-Angebot“ bekam

Thomas Tuchel und Werder Bremen? 2015 wäre der damalige BVB-Trainer beinahe an der Weser gelandet - zumindest, wenn es nach Werders damaligem Mediendirektor Michael Rudolph gegangen wäre.
20.09.2022, 14:03
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Als Thomas Tuchel von Werder schwärmte - und ein „Job-Angebot“ bekam
Von Mario Nagel

Der Name Thomas Tuchel ist in der Fußballbranche längst ein Schwergewicht. Mit Borussia Dortmund wurde der 49-Jährige DFB-Pokalsieger, Paris Saint Germain führte er in zweieinhalb Jahren zu sechs Titeln, stand mit den Franzosen im Jahr 2020 sogar im Champions-League-Endspiel. Und auch beim FC Chelsea war Tuchel erfolgreich, gewann erst die Champions League, dann den UEFA-Super-Cup und die Fifa-Klub-Weltmeisterschaft. Seit seinem überraschenden Rausschmiss bei den Londonern ist Tuchel nun wieder in aller Munde. Was der Welttrainer mit Werder Bremen zu tun hat? Vor ein paar Jahren wäre Tuchel, damals noch Trainer von Borussia Dortmund, beinahe mal bei den Grün-Weißen gelandet. Zumindest, wenn es nach Werders damaligem Mediendirektor Michael Rudolph gegangen wäre.

Im November 2015, nach einem souveränen 3:1-Auswärtssieg der Dortmunder, hatte Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz von sich aus vom Gastgeber geschwärmt. „Darf ich das sagen, aus eigener Sache, dass das wirklich schön ist hier?“, fragte Tuchel in Richtung Michael Rudolph und dem damaligen Werder-Trainer Viktor Skripnik, ehe er fortfuhr: „Auch als ich als Trainer von Mainz hierher kam und auch heute - alle sind immer so freundlich und positiv. Auch die Fans. Hierher zu fahren und die Flutlichter über dem Stadion hängen zu sehen, das ist schon etwas Besonderes. Auch die Leute sind Besonders, es ist immer ein harter Fight, und es macht großen Spaß.“

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Tuchels Worte sorgten offenbar für Eindruck, denn Michael Rudolph scherzte daraufhin in Richtung des Dortmunder Trainers: „Sie sind ja noch jung, vielleicht klappt es nochmal mit einem Trainerposten hier.“ Bei den Beteiligten sowie den anwesenden Pressevertretern sorgte die Anmerkung von Werders Mediendirektors für großes Gelächter. Tuchel blickte prompt in Richtung von Werder-Trainer Viktor Skripnik, der etwas irritiert aussah, sich das Lachen aber auch nicht verkneifen konnte. „Habt ihr etwa Streit“, fragte Thomas Tuchel und sorgte für den nächsten Lacher, ehe Skripnik entgegnete: „So ist das wirklich bei uns.“ „Alles nur Fassade“, stellte Tuchel fest, während die Beteiligten weiter lachten, bevor Michael Rudolph beschwichtigte: „Viktor weiß schon, dass ich ihn noch ganz viele Jahre behalten möchte.“

Ganz so viele Jahre wurden es für Viktor Skripnik allerdings nicht an der Seitenlinie beim SV Werder. Nachdem die Bremer in der Saison 2015/16 nur mit Ach und Krach den Klassenerhalt schafften – Papy Djilobodji schoss die Grün-Weißen am letzten Spieltag zum entscheidenden 1:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt – musste Skripnik in der folgenden Spielzeit nach nur drei Bundesliga-Spieltagen seinen Posten räumen. Etwas länger, nämlich bis zum Ende der Saison 2016/17, blieb Tuchel als Trainer von Borussia Dortmund tätig. Die Saison 2015/16 hatte der BVB als Tabellenzweiter beendet, dabei satte 78 Punkte gesammelt und somit die bis heute beste Saison eines Vizemeisters gespielt. Zudem gewannen die Dortmunder ein Jahr später den DFB-Pokal, dennoch beendeten die Schwarz-Gelben und Thomas Tuchel die Zusammenarbeit.

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Inzwischen befindet sich Tuchel erneut auf Jobsuche. Und es stellt sich die Frage, welcher Club sich als Nächstes in die Liste der Trainerstationen des früheren Mainzer Coaches einreiht. Mediengerüchten zufolge soll der italienische Rekordmeister Juventus Turin an ihm interessiert sein, auch der FC Bayern München soll die Fühler nach ihm ausgestreckt haben. Wo es Thomas Tuchel hinzieht, ist aber noch offen. Klar ist dafür jedoch, dass Werder nicht sein nächster Club werden wird – auch, wenn er ein bekennender Sympathisant der Grün-Weißen ist.

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