Werder Bremen Andreas Wolf: "Ich weiß, was ich kann"

Bremen. Andreas Wolf ist angekommen in Bremen. Zusammen mit Frau und Tochter hat er in der Überseestadt eine Wohnung gefunden. Sportlich kann der 29-jährige Innenverteidiger auch nicht klagen. Dem WESER-KURIER erzählt er, was noch von ihm zu erwarten ist.
10.08.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Bremen. Andreas Wolf ist angekommen in Bremen. Zusammen mit Frau und Tochter hat der langjährige Nürnberg-Profi in der Überseestadt eine Wohnung gefunden. Sportlich kann der 29-jährige Innenverteidiger auch nicht klagen. Bei Werders 2:0-Auftaktsieg über den 1. FC Kaiserslautern stand "Andi" an der Seite von Per Mertesacker in der Startelf. Darüber und was von Werder Bremen und von ihm noch zu erwarten ist, sprach Marc Hagedorn mit ihm.

Herr Wolf, ein Franke in Bremen, das gab's schon mal...

Andreas Wolf:Ja, ein Franke in Bremen, das hat schon mal richtig gut funktioniert (lacht). Ich hoffe, das ist ein gutes Omen. Frank Baumann hat hier eine überragende Karriere gemacht.

Sie haben jahrelang mit dem 1. FC Nürnberg gegen Werder gespielt. Was waren das für Spiele?

Das waren immer interessante Spiele. Weil es immer richtig gute Duelle waren gegen Claudio Pizarro, Hugo Almeida oder Markus Rosenberg. Das sind Spieler mit einem großen Namen und einer großen Qualität.

War Werder unangenehm zu spielen?

Angenehm bestimmt nicht. Werder war immer eine spielstarke Mannschaft, wir waren eher das Team, das defensiv gestanden hat und die Chance eher im Kontern gesucht hat.

Spielstark war Werder in der vergangenen Saison nicht unbedingt. Wie hat man das in Nürnberg verfolgt?

Aus der Ferne ist es schwer zu sagen, woran es lag. Aber gewundert haben wir uns natürlich schon. Aber nicht nur Werder hatte es letztes Jahr schwer, auch Stuttgart, Schalke, Hamburg, Wolfsburg.

Was muss passieren, damit Werder wieder mehr wie Werder wird?

Werder stand für attraktiven Fußball, offensiv, mit vielen Toren. Man muss Offensive und Defensive ins Gleichgewicht bekommen, man darf die Abwehrarbeit nicht vernachlässigen. Wenn wir das hinkriegen, hat Werder wieder ein sehr gutes Team.

War das gegen Kaiserslautern schon so, wie es sein sollte?

Es war ein Spiel in die richtige Richtung. Darauf kann man aufbauen. Wenn wir so weitermachen, dann können wir vielleicht oben ranschnuppern. Wir müssen uns aber stabilisieren, es ist im Moment noch überhaupt nichts erreicht.

In der Woche vor Kaiserslautern gab es das Kontrastprogramm. Das Aus im Pokal bei einem Drittligisten, der Frust der Fans. Was haben Sie da gedacht?

Natürlich ist das keine schöne Erfahrung. Ich verstehe die Fans aber. Sie haben eine lange Reise gemacht und bekommen dann so ein Spiel... Aber wir haben gelernt, dass es so nicht geht. Vielleicht war es ein Weckruf zur richtigen Zeit.

Was Werder in Bremen ist, ist der Club in Nürnberg. Die Menschen identifizieren sich sehr mit ihrem Verein. Ist das gut?

Jeder fiebert mit dem Verein, das ist gut. Wenn es gut läuft, dann tragen dich die Leute auf den Händen. Wenn es dann nicht so läuft, stehen die Fans zwar auch hinter der Mannschaft, aber sie zeigen auch sehr deutlich, dass es so nicht geht. Das ist okay, dafür sind Fans ja auch da.

Werder muss sparen. Haben Sie nicht das Gefühl, vielleicht zwei, drei Jahre zu spät zu kommen?

Was heißt zu spät? Ich komme nie zu spät (lacht). Nein. Ich war 14 Jahre in Nürnberg, ich wollte etwas anderes machen, mich weiterentwickeln. Ob Werder sparen muss oder nicht? Das ist nicht mein Thema. Ich bin hier, um erfolgreich Fußball zu spielen.

Sie wurden geholt, als fast kein Innenverteidiger da war. Jetzt kommen nach und nach alle Verletzten zurück, bald auch Naldo. Wo steht Andreas Wolf dann?

Wir haben eine große Dichte und hohe Qualität in der Innenverteidigung. Das ist gut. Denn das heißt, dass sich jeder steigern muss, wenn er spielen will. In solchen Situation wächst man über sich hinaus, und das ist wieder gut für die gesamte Mannschaft.

Könnte aber auch bedeuten, dass Sie schnell mal auf der Bank landen?

Damit setze ich mich nicht auseinander. Ich will spielen und werde alles, was ich habe, reinwerfen, damit ich das tue. Ich spiele schon lange genug in der Bundesliga, ich weiß, was ich kann.

Vor ein paar Wochen sah es zunächst so aus, als sollten Sie bei Eskisehirspor in der Türkei landen. Sie wurden auch schon vorgestellt. Was war da los?

(lacht) Ich habe dort nie zugesagt, im Gegenteil: Ich hatte denen sogar ein paar Mal abgesagt. Aber dann sind Leute vom Verein persönlich nach Nürnberg gekommen, haben mich gebeten, einfach mal die Stadt zu besuchen. Ich habe mich dann überreden lassen. Das war vielleicht etwas naiv von mir. Denn dann wurde daraus eine große Nummer gemacht, es hieß, ich hätte unterschrieben. Das hat mich dann ziemlich abgeschreckt.

Werder hat Torsten Frings abgegeben. Bei Per Mertesacker ist unklar, ob er bleibt. Auch ein Job für Sie? Führungsspieler?

Jede Mannschaft braucht eine Hierarchie. Die Leistungsträger und die älteren Spieler übernehmen meist die Verantwortung.

Also auch Sie?

Wenn etwas nicht passt, dann sage ich schon meine Meinung. Ich bin keiner, der auf dem Platz den Affen macht. Aber wenn etwas in der Mannschaft nicht funktioniert, dann gehe ich dazwischen. Ab und zu muss man zeigen, wo es langgeht.

Die Werder-Fans hoffen auf Mehmet Ekici. Sie haben ein Jahr mit ihm gespielt. Worauf dürfen sich die Bremer freuen?

Auf einen Spieler, der mit der Kugel umgehen, der den tödlichen Pass spielen kann, der gute Standards schießt, den Ball gut behauptet. Und er ist einer, der lernfähig ist.

Und was dürfen die Fans von Andreas Wolf erwarten?

Dass er alles geben wird, dass er sich aufopfert für Werder Bremen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+