Anfang und die jungen Werder-Profis „Ich glaube an meine jungen Spieler"

Viele erfahrene Spieler haben Werder verlassen oder sind verletzt. Jetzt kommt es auf die jungen Spieler an: Trainer Anfang warnt vor zu viel Negativem und will "positives Flair auf die Jungs übertragen".
20.08.2021, 19:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Es kursiert ein Gag im Internet. Angeboten wird: der Werder-Bus. „Kaum Gebrauchsspuren, 160.000 statt 650.000 Euro“ – es ist ein deutlich sarkastischer Hinweis darauf, dass Werder Bremen zuletzt einen Spieler nach dem anderen verkauft hat. Seit dem Saisonauftaktspiel gegen Hannover 96 und bis zur Partie am Samstag beim Karlsruher SC hat Werder acht Akteure abgegeben. Gekommen ist im gleichen Zeitraum dagegen kein einziger Spieler, was Trainer Markus Anfang vor eine gewaltige Aufgabe stellt. Er muss ein Team zusammenbringen, das nach zuletzt zwei niederschmetternden Niederlagen nicht nur wieder aufsteht, sondern dabei auch gegen einen „Gegner, der vor Selbstvertrauen strotzt“ nach Möglichkeit punktet.

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Anfang weiß, dass ihm immer weniger gestandene Spieler zur Verfügung stehen, um Werder sportlich irgendwie über Wasser zu halten. Und natürlich weiß er auch, dass er allen Grund hätte, sich darüber zu beklagen. Er macht es aber auch jetzt noch nicht, da ihm gerade in Maximilian Eggestein der Vize-Kapitän abhandengekommen ist. Der Coach behauptet gar, er sei „gelassen“ – weil: „Ich glaube an meine jungen Spieler. Wir setzen auf sie, weil sie das Potenzial für die 2. Liga schon gezeigt haben.“

Gemeint sind Manuel Mbom, Lars Lukas Mai, Eren Dinkci, Abdenego Nankishi, Nick Woltemade, Oscar Schönfelder, auch Felix Agu – allesamt Jungs, die knapp unter oder knapp über 20 Jahre alt sind. Und die jetzt, da kaum noch erfahrene Profis übrig sind, zudem neben Leo Bittencourt, Jiri Pavlenka und Kevin Möhwald auch noch Kapitän Ömer Toprak wegen einer Nackenverletzung auszufallen droht, in den Fokus rücken. Nicht alle zusammen, aber doch einige. Zum Teil als Startelfspieler, zum Teil als Option auf der Bank. „Wir haben junge, gute Kerle“, sagt Anfang, „die müssen wir weiterbringen, mit denen müssen wir jetzt die Spiele bestreiten. Es bleibt uns im Moment nichts anderes übrig.“

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Mit „wir“ meint der 47-Jährige aber nicht nur das Team, nicht nur den Club, sondern auch die Fans. Sie seien gefordert, den Talenten den Rücken zu stärken  auch bei schwachen Leistungen wie zuletzt gegen den SC Paderborn. „Dass dann Pfiffe kommen, kann ich nachvollziehen. Das müssen wir auch aushalten können. Grundsätzlich sollten wir aber positiv mit den jungen Spielern umgehen – bei allen Rückschlägen, die wir zuletzt hatten“, wirbt Anfang und hält eine kurze, aber flammende Rede für seine Abteilung Jugend forscht: „Mir wird manchmal zu sehr das Negative nach vorne gestellt. Dabei ist die Situation schon schwierig genug. Lasst uns mal ein bisschen positives Flair auf die Jungs übertragen. Lasst sie uns nach vorne bringen, lasst sie uns so weit bringen, dass sie die Zukunft dieses Vereins sind.“

Um das zu werden, müssen sich die Dinkcis, Mboms und Mais in der Gegenwart durchboxen. Und dies in einem Team, das nicht eingespielt sein kann, weil es sich Woche für Woche verändert. Das ging bis jetzt so, und das wird noch weitergehen, wenn in Kürze die Neuzugänge kommen, deren Verpflichtung Clemens Fritz am Donnerstag klar versprochen hat: „Sie werden kommen, das kann ich garantieren.“

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Dann geht Anfangs Arbeit von vorne los. Gegen den KSC, mit sieben Punkten aus drei Spielen beinahe optimal in die Saison gestartet, muss er hoffen, dass er irgendwie die richtige Gruppe zusammenstellt. Jetzt trete ein, was in der Vorbereitung ein großes Thema gewesen sei, so Anfang: „Jeder hat Spielpraxis bekommen. Wir haben versucht, alle Spieler gleichermaßen einzubinden, sodass jetzt auch jeder seine Aufgaben kennt.“ Das sei das Gute. Das Schlechte daran, und das war auch immer klar vorhersehbar: „Wir haben keine eingespielte Truppe auf dem Platz.“

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