Kiew lockt Werder-Stürmer Arnautovic hält Wechsel offen

Bremen. Werder-Stürmer Marko Arnautovic deutete erstmals an, dass es ein Angebot vom ukrainischen Verein Dynamo Kiew geben könnte – und auch Klubchef Klaus Filbry sprach von Signalen aus Kiew.
15.02.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Arnautovic hält Wechsel offen
Von Olaf Dorow

Bremen. Ist doch etwas dran am vermeintlichen Interesse von Dynamo Kiew an Marko Arnautovic? Der Werder-Stürmer deutete gestern erstmals an, dass es ein Angebot geben könnte – und auch Klubchef Klaus Filbry sprach von Signalen aus Kiew.

Schützend zog Marko Arnautovic noch eine Kapuze über seine Baseballkappe, als er an der Traube von Journalisten vorbeimusste. Der Wind war kalt und kräftig. Die Journalisten hatten lange auf ihn gewartet. Er wird vielleicht gar nicht spielen morgen gegen Freiburg, aber er ist trotzdem ein großes Thema vor dem Freiburg-Spiel. Dynamo Kiew, potenter Klub mit Champions-League-Ausrichtung, soll am Werder-Angreifer interessiert sein.

In den vergangenen Tagen hatte Arnautovic dazu nichts sagen wollen. Gestern war das anders, da sagte er etwas, auch wenn rein nachrichtlich für die Journalisten nicht viel mehr herauskam. Er könne eigentlich nichts sagen, weil ihn niemand angerufen habe, er also mit niemandem gesprochen habe. Nicht mal mit seinen Beratern. Sein Bruder Danijel sowie Firat Aktas kümmern sich ums Geschäftliche. Immerhin jedoch sagt Marko Arnautovic: "Ich denke, dass da natürlich irgendwelche Angebote gefallen sind."

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Eine Unbedachtheit? Koketterie? Ein Wink? Zumindest liegt eine Schlussfolgerung nicht weit. Der Klub aus der Ukraine, dem Werder im Oktober in einem Testspiel in Cloppenburg begegnet war, könnte tatsächlich interessiert sein. Die Transferfrist in der Ukraine endet erst am 1. März. Dynamo hatte im Januar den brasilianischen Angreifer Raffael an FC Schalke verliehen, der sich auch eine Kaufoption sicherte.

Nun fahndet Trainer Oleg Blochin, quasi der Beckenbauer der Ukraine, nach einem neuen Offensivmann. (Un)vorsichtige Schätzungen sprechen davon, dass Kiew locker zehn Millionen Euro zahlen könne. Arnautovic war 2010 nach Bremen gekommen, für rund 6,5 Millionen Euro.

Arnautovics gestrige Andeutung deckt sich mit der seines Vorgesetzten. Werder-Chef Klaus Filbry betonte zwar wiederholt, Arnautovic nicht abgeben und den Vertrag des Österreicher gern über 2014 hinaus verlängern zu wollen, wies aber darauf hin, dass dies "Stand heute" sei. Laut "Kicker" bestätigte Filbry ein "Gesprächsinteresse aus Kiew". Für eine Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen. Werder-Trainer Thomas Schaaf sagte, dass man sich in der Angelegenheit bitteschön an Klaus Filbry wenden möchte. Er wisse davon nichts. Schaaf verwies auf den guten Weg, den Werder in dieser Saison mit Arnautovic gegangen sei. "Unser Interesse ist es, diesen Weg mit Marko weiterzugehen", sagte er.

Thomas Eichin, der gestern erstmals neben Schaaf auf dem Podium der Pressekonferenz saß (siehe nebenstehenden Text) wäre als neuer Sportchef für die Öffentlichkeit der erste beziehungsweise wichtigste Ansprechpartner für Transferfragen. Er konnte sich gestern aber auf die Umstände zurückziehen. Er war gerade erst aus Köln gekommen und hatte erst die ersten Kisten im neuen Büro ausgepackt. "Ich war vor einer Stunde im Büro, aber da lag nichts (was nach einem Angebot für den Werder-Stürmer aussah, d. Red.)", sagte Eichin.

So köchelte die Sache gestern als ein halb gares Gerücht weiter. Als etwas, das vielleicht ein Millionentransfer wird, vielleicht aber nicht mal eine Vor-Vorstufe davon. Ob er sich denn einen Wechsel überhaupt vorstellen könne, wurde Arnautovic gefragt gestern. "Schwere Frage", antwortete er, und dann: "Ich kann mir viel vorstellen. Aber Vorstellungen sind nicht Tatsachen." Und noch zwei Sätze später: "Solange nicht irgendwas feststeht, braucht sich keiner bei mir zu melden."

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