Werder Bremen Arnautovic im Aufwind

Sinsheim. Der erste Bundesliga-Dreierpack von Marko Arnautovic macht nicht nur den Österreicher glücklich. Wie es scheint, bestätigt Arnautovic endlich die in ihn gesetzten Hoffnungen. Doch neben all dem Lob hört man auch mahnende Worte.
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Sinsheim. Mit drei Toren hatte Marko Arnautovic großen Anteil am Sieg der Bremer gegen Hoffenheim. In Bremen hofft man, dass er jetzt immer sein ganzes Potential abruft.

Seine Mitspieler waren schon längst in der Kabine verschwunden, da stand Marko Arnautovic in der Rhein-Neckar-Arena immer noch vor dem Gästeblock und genoss die Zuneigung der mitgereisten Fans. Der erste Dreierpack seiner Profikarriere löste große Emotionen bei dem Österreicher aus - bei seinem Arbeitgeber Werder Bremen eher die Hoffnung, dass der unberechenbare Exzentriker in seiner dritten Saison endlich in der Hansestadt angekommen ist.

"Wir hoffen natürlich, dass es so weitergeht. Diese Tore wollen wir von ihm sehen, dafür ist er da", sagte Trainer Thomas Schaaf nach dem 4:1 (2:0) der Norddeutschen bei 1899 Hoffenheim. Und anders als in den Vorjahren spricht diesmal einiges dafür, dass Arnautovic die Kurve kriegt. Der 23-Jährige könnte tatsächlich langsam begriffen haben, dass im Falle eines Scheiterns an der Weser seine Karriere insgesamt auf der Kippe steht.

Der Bremer Coach, fast schon ein Spezialist für schwierige Fälle, versucht seit Jahren, den außergewöhnlich begabten Profi zu disziplinieren. Auch als sich nach diversen Eskapaden die Stimmung im Klub gegen den gebürtigen Wiener zu drehen begann, gab Schaaf seinen Problemfall nicht auf, er war fast mehr Pädagoge als Fußball-Lehrer.

"Es ist toll, die Tore gemacht zu haben. Aber ich will mich nicht selbst loben, die ganze Mannschaft hat super gespielt", sagte Arnautovic ungewohnt bescheiden. Doch noch gibt es Zweifel, ob sich der dribbelstarke Mittelfeldspieler bereits komplett vom Saulus zum Paulus gewandelt hat. Teamkollege Lukas Schmitz sagte halb im Spaß, halb im Ernst: "Wir wollen nicht so viel über Marko reden, sonst könnte es nächste Woche wieder schwierig werden."

Seine persönlichen Spielwerte (fünf Tore, vier Vorlagen) nach 15 Partien jedenfalls sind die besten, seit Arnautovic 2010 bei den Hanseaten anheuerte. Die Zahl der schlagzeilenträchtigen Ausflüge ins Bremer Nachtleben dagegen nimmt kontinuierlich ab. Und daran haben zwei Frauen den größten Anteil: Seine Ehefrau Sarah und das Töchterchen Emilia. (sid)

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