Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 1:1 Arnautovic verhindert Werders Heimniederlage

Bremen. Viertes Spiel, viertes Unentschieden: Marko Arnautovic hat eine spielerisch schwache, aber kämpferisch ordentliche Werder-Mannschaft in letzter Minute mit seinem Tor zum 1:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim belohnt.
11.02.2012, 17:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Viertes Spiel, viertes Unentschieden: Nach einer spielerisch schwachen, aber kämpferisch letztlich ordentlichen Leistung hat sich Werder Bremen 1:1 (0:1) von 1899 Hoffenheim getrennt. Weil zeitgleich auch die Verfolger Bayer Leverkusen (0:1 in Dortmund) und Hannover 96 (1:1 bei Mainz 05) nicht gewonnen haben, bleibt Bremen auch nach dem 21. Spieltag Tabellenfünfter in der Bundesliga.

Zwei Veränderungen nahm Trainer Thomas Schaaf in seiner Startaufstellung vor. Marko Arnautovic ersetzte den gesperrten Torjäger Claudio Pizarro, im Mittelfeld musste Tom Trybull für Philipp Bargfrede Platz machen. Bei den Gästen stand vor Anpfiff Markus Babbel im Blickpunkt: Der Trainer gab 15 Stunden nach seiner Vorstellung sein Debüt. Für ihn war es bereits das zweite Gastspiel der Saison im Weserstadion. Am 25. September 2011 hatte Babbel noch als Coach von Hertha BSC Berlin in Bremen mit 1:2 verloren.

Von Beginn an übernahmen etwas überraschend die Gäste das Kommando. Schon nach drei Minuten prüfte Andreas Beck erstmals Tim Wiese, der aber noch zum Eckball klären konnte. Diese brachte dann aber die frühe Hoffenheimer Führung. Einmal mehr offenbarte Werder dabei seine eklatante Schwäche nach Standardsituation. Francois Affolter ließ Gegenspieler Jannik Vestergaard frei hochsteigen, der Innenverteidiger köpfte unhaltbar ins lange Eck ein (4.).

Werder tat sich nach dem frühen Schock schwer, ins Spiel zu finden. Lediglich bei einem Freistoß von Mehmet Ekici wurde 1899-Keeper Tom Starke einmal geprüft (8.). Ansonsten sorgte Hoffenheim für die Highlights. Nach schlimmem Fehlpass von Affolter im Aufbau stand Roberto Firmino frei vor Wiese, schloss aber viel zu harmlos ab und ließ das 2:0 fahrlässig liegen (17.). Doch machte es auch Markus Rosenberg nicht besser. Toll freigespielt von Zlatko Junuzovic setzte der Schwede den Ball frei vor Starke sechs Meter am Tor vorbei (21.).

Pfiffe zur Pause

Zwar bekamen die Bremer das Spiel in der Folge besser in den Griff, richtig zwingend wurde es aber nicht. Im Offensivspiel fehlten Tempo und Ideen. Bei seinen seltenen Kontern machte Hoffenheim den gefährlicheren Eindruck. Nach einem Freistoß köpfte Srdjan Lakic einmal mehr unbedrängt aufs Tor (44.), zielte aber zu hoch. Mit einem ordentlichen Pfeiffkonzert verabschiedeten Teile des Publikums die Grün-Weißen in die Pause.

Thomas Schaaf reagierte und brachte für Ekici, der nur zwei seiner zwölf Zweikämpfe gewann, Marko Marin auf der Spielmacherposition. Und der Neue hatte gleich eine gute Szene. Marins Hereingabe kurz vor der Torlinie nach schönem Doppelpass mit Aleksandar Ignjovski konnte Beck aber noch klären (49.).

Die Gäste überließen den Bremern viel Ballbesitz, mit dem diese aber wenig anfangen konnten. Gegen gut organisierte Hoffenheimer kamen die Grün-Weißen trotz hohem Aufwand nicht zu klaren Chancen. Eine solche vergab auf der Gegenseite erneut Firmino per Kopf für die Gäste (69.).

Kurz darauf erhöhte Schaaf noch einmal das Risiko, brachte Nachwuchs-Stürmer Niclas Füllkrug für Mittelfeldspieler Junuzovic (71.). Der Österreicher hatte bei seinem Heim-Debüt für Werder nur 25 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen. Und fast hätte die Hereinnahme des 19-Jährigen Früchte getragen: Nach toller Vorarbeit von Clemens Fritz scheiterte Füllkrug frei vor dem Tor am gut reagierenden Starke (79.).

Furiose Nachspielzeit

In der Schlussphase warf Werder mit hohem Einsatz noch einmal alles nach vorne, schnürte die Gäste minutenlang in der eigenen Hälfte ein. Und kam tatsächlich noch zum mittlerweile nicht unverdienten Ausgleich. Rosenberg verlängerte einen langen Ball von Affolter per Kopf in den Lauf von Arnautovic, der die Nerven behielt und zum 1:1 einschoss (90.).

Damit war das Spiel aber noch nicht beendet. In den drei Minuten der Nachspielzeit kamen noch einmal die Gäste und ließen durch Peniel Mlapa und Knowledge Muzona gleich zwei Riesenchancen zur erneuten Führung aus. Die letzte Szene gehörte dann Werder, aber Arnautovic scheiterte mit einem Freistoß aus 30 Metern an Starke.

"Wir haben viel Aufwand betrieben aber auch wieder viele Fehler gemacht. Insofern hat sich der Trend der Rückrunde fortgesetzt. Am Ende war das 1:1 mehr als verdient. In Zukunft brauchen wir mehr Klarheit in unseren Aktionen", sagte Trainer Thomas Schaaf nach Spielende.

Die Grün-Weißen warten nach dem vierten Unentschieden in Folge weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2012, sind aber auch noch ungeschlagen. Das nächste Pflichtspiel steht am kommenden Sonnabend, 18. Februar an. Dann kommt es ab 15.30 Uhr zum Nordderby beim Hamburger SV. Wir berichten wie gewohnt im Liveticker.

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