Werder Bremen Arnautovics Sperre ist Rosenbergs Geschenk

Bremen. Die Rote Karte, die sich Marko Arnautovic vor anderthalb Wochen in Hannover eingehandelt hat, ist so etwas wie ein Geschenk für Markus Rosenberg. Jetzt kann er beweisen, warum er hinter Claudio Pizarro Werders Stürmer Nummer zwei sein sollte.
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Arnautovics Sperre ist Rosenbergs Geschenk
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Marko Arnautovic wird heute Abend Fußball spielen. Er wird sich das Leiberl, wie sie in Österreich ein Trikot nennen, überziehen und für sein Land in der bedeutungslosen EM-Qualifikationspartie in Kasachstan auflaufen. Markus Rosenberg wird heute Abend Fußball schauen: Seine Schweden spielen in Holland um die direkte EM-Qualifikation als bester Gruppenzweiter, und er sitzt in Bremen. Zuletzt sah so auch die Rollenverteilung der beiden Stürmer in Bremen aus: Arnautovic spielt, Rosenberg sitzt. Am Freitag aber heißt es: Vorteil Rosenberg.

Die Rote Karte, die sich Arnautovic vor anderthalb Wochen in Hannover einhandelte, ist so etwas wie ein Geschenk für Rosenberg. Drei Spiele - so lange dauert Arnautovics Sperre - kann der Schwede jetzt beweisen, warum er hinter Claudio Pizarro Werders Stürmer Nummer zwei sein sollte. Ja, natürlich sei das eine gute Gelegenheit für ihn, sagt Rosenberg ganz offen und macht gar nicht erst Anstalten, die Gunst der roten Stunde hinter freundlichen Nebelwortschwaden zu verstecken. So geht Konkurrenzkampf nun mal eben.

Nun ist es nicht so, dass Rosenberg am Freitag gegen Borussia Dortmund Neuland betreten würde. Er war bereits zu Saisonbeginn zweiter Mann in der Spitze (oder genau genommen sogar erster Angreifer, weil Claudio Pizarro an den ersten beiden Spieltagen noch angeschlagen war) - und das überaus effektiv. Zum Liga-Start schoss er beide Tore beim 2:0 über Kaiserslautern. Am dritten Spieltag gegen Freiburg aber wurde er ausgewechselt, der eingewechselte Arnautovic spielte blendend und brachte Werder auf die Siegerstraße - damit hatte der Österreicher mit einem Mal die besseren Karten. "Klar war ich enttäuscht", sagt Rosenberg heute, "ich hatte bis dahin ja gut gespielt." Trotzdem: Ihm blieb nur noch die Jokerrolle.

Vor gut einem Jahr, im Sommer 2010, hatten sie ihm in Bremen nicht einmal diese Funktion zugetraut. Rosenbergs Entwicklung stockte, für den Champions-League-Klub Werder Bremen war der Skandinavier keine adäquate Besetzung mehr. Weil er den Grün-Weißen - quasi in einer Art letzter Pflichterfüllung - überhaupt noch die Teilnahme an der Königsklasse rettete, wurde seine folgende Ausleihe zu Racing Santander zur Ironie eines Einzelschicksals. Heute erfährt der 29-Jährige beim Ex-Champions-League-Klub Werder eine neue Wertschätzung. Für Klaus Allofs war er schon vor Wochen "ein wichtiger Spieler", der dank seiner Erfahrungen in Spanien "jetzt sehr viel besser und belastbarer" sei. Und: "Er ist immer für Tore gut."

Gestern Nachmittag, beim Bremer Nieselregentraining, hat er seine Qualitäten unter Beweis gestellt - so als wollte er noch einmal nachdrücklich daran erinnern, dass er und nur er vom Arnautovic-Rot profitieren sollte. Er glänzte im Trainingsspiel als Vorbereiter für Clemens Fritz, er traf per Kopf und traumwandlerisch sicher per Strafstoß. "Schön" wäre es, sagte er anschließend mit einem breiten Grinsen im Gesicht, wenn er das am Freitag gegen Dortmund auch zeigen dürfte. Gedanken um Konkurrenz im grün-weißen Kader braucht sich Rosenberg aber kaum zu machen, solange Marko Arnautovic fehlt. Weshalb sich sein Wunsch für die Zeit der Vakanz des Österreichers auch wohl erfüllen dürfte: "Ich hoffe, dass ich alle drei Spiele machen kann."

Für Rosenberg geht es dabei nicht nur um seine Perspektive im Verein. Es geht auch um seine weitere Nationalmannschaftskarriere, die mächtig stockt. Lang, lang ist's her: Zuletzt ist der 27-fache Nationalspieler vor 23 Monaten für sein Land aufgelaufen. Die Konkurrenz ist groß genug, um ihn im Ranking der schwedischen Stürmer hinterherlaufen zu lassen. Die Situation erinnert ein wenig an die Bremer Umstände vor gut einem Jahr. Aber Zeiten können sich, siehe Werder, ändern. Bis zur Weltmeisterschaft 2014 will Markus Rosenberg wieder mitspielen. Und nicht nur zuschauen.

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