Nächster Kandidat für Werder-Gremium

Oliver Krieg möchte in den Aufsichtsrat

Es gibt einige Kandidaten, die auf einen Platz im Werder-Aufsichtsrat hoffen. Mit Oliver Krieg ist nun ein weiterer Name hinzugekommen. Der 45-Jährige will dabei helfen, Werder neu aufzustellen.
26.05.2021, 13:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips
Oliver Krieg möchte in den Aufsichtsrat

Der Wunsch nach Veränderungen in Werders Aufsichtsrat ist weiterhin groß, auch Oliver Krieg will für einen dortigen Platz kandidieren.

Sina Schuldt/dpa

Nach dem Abstieg des SV Werder Bremen ist der Schrei nach Veränderungen groß. Oliver Krieg hat quasi schon vor Monaten gerufen – oder besser gesagt: angerufen. Der 45-Jährige bewirbt sich für einen Posten im Aufsichtsrat. Bereits im vergangenen Oktober hat ihn der Wahlausschuss angehört, nun geht Krieg ganz bewusst an die Öffentlichkeit, um sich und seine Pläne vorzustellen.

„Durch die aktuelle Situation muss man jetzt schnell in die Diskussion einsteigen, um Werder neu aufzustellen“, sagt Krieg und macht deutlich, wofür er steht: „Ich bin für klare Veränderungen. Es hat sich alles in den vergangenen Monaten, eigentlich sogar Jahren wie ein Gummiband gezogen. Man hat nur noch darauf gehofft, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Werder braucht schnellstmöglich einen erfahrenen Sportchef und auch einen echten Finanzexperten in der Geschäftsführung.“ Diese Posten bekleiden aktuell Frank Baumann und Klaus Filbry. Krieg fordert nicht unbedingt eine sofortige Trennung, es könne auch andere Lösungen geben. „Aber mir hat einfach in diesem Bereich oft der Plan B oder C gefehlt und es wurden keine kreativen Ideen entwickelt“, moniert Krieg und bringt seine berufliche Expertise ins Spiel: „Ich bin im Risikomanagement tätig. Da hat man immer einen guten Plan B oder C.“

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Der gebürtige Freiburger, der in Bremen aufgewachsen ist und zurzeit in München lebt, arbeitet als Head of Risk & Portfolio für einen großen Real Estate Investment und Asset Manager. Kurz gesagt: Er investiert in große Immobilienprojekte. 2008 hat Krieg das Start-up-Unternehmen Lecturio gegründet, eine internationale E-Learning-Plattform für Beruf, Studium und Freizeit. „Ich kann viele innovative Ideen einbringen“, betont Krieg – und noch etwas ist ihm wichtig: „Ich bin zwar großer Werder-Fan, aber ich habe keinerlei Beziehungen in den Club hinein, bin also völlig unabhängig, kann frei entscheiden.“

Hinter Krieg steht auch keine Gruppe. Er hat einfach Aufsichtsratschef Marco Bode, Präsident Hubertus Hess-Grunewald und den Wahlausschussvorsitzenden Peter Eilers angeschrieben. Daraufhin wurde er von Eilers zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Eigentlich hätte Krieg wenig später erfahren, ob er zur Wahl zugelassen ist. Doch die im November geplante Mitgliederversammlung musste wegen Corona verschoben werden. Weil Werder unbedingt eine Präsenzveranstaltung durchführen will, gibt es noch immer keinen konkreten Termin. Nun soll es im September klappen. Krieg ist das zu vage: „Diese Versammlung mit den Wahlen ist so wichtig, die muss im September stattfinden – notfalls online.“

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Das Interesse dürfte so groß sein wie selten zuvor. Nicht nur Krieg strebt in den Aufsichtsrat der Werder Bremen GmbH & Co Kg AA, auch TV-Journalist Jörg Wontorra, Fan-Vertreterin Maria Yaiza Stüven Sanchez, die Bremer Politikerin Ulrike Hiller und der ehemalige Finanz-Staatsrat Henning Lühr. Es soll noch weitere sieben Bewerber geben, die einen der vier zu vergebenen Posten anstreben. Diese wollen Marco Bode, Kurt Zech, Thomas Krohne und Andreas Hoetzel allerdings nicht freiwillig räumen, sie haben bereits angekündigt, sich erneut zur Wahl zu stellen. Axel Plaat und Marco Fuchs dürfen ihre Plätze im Kontrollgremium behalten, sie wurden erneut vom Verein entsandt.

Krieg wünscht sich deutliche Veränderungen im Aufsichtsrat, der sich seiner Meinung nach mehr ins Werder-Geschäft einbringen und einmischen soll. So hätte sich der 45-Jährige zum Beispiel gewünscht, dass Werder in der Pandemie mit den fehlenden Zuschauereinnahmen einen deutlicheren Gehaltsverzicht von den Profis eingefordert hätte. „Die zehn, zwanzig Prozent weniger für einen auch nur sehr kurzen Zeitraum waren viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass sich der Verein gleichzeitig mit Hilfe des Landes Bremen Geld leihen musste, um die Millionen-Gehälter zu bezahlen.“

Krieg selbst will übrigens auf sämtliche Gelder verzichten. „Ich mache das ohne Tätigkeitsvergütung, weil ich Werder helfen will“, sagt er und erinnert sich an eine Szene aus seiner Jugend: „In der Saison 1989/90 war ich Balljunge im Weserstadion und im legendären Spiel gegen Diego Maradona dabei. Das vergisst man nie. Ich möchte einfach, dass es Werder wieder besser geht.“

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