Borowski zum Werder-Sieg gegen den FCB

„Ausgerechnet ein Ex-Bremer macht Tore für München“

Die letzten 16 Spiele hat Werder gegen Bayern verloren. Autsch! Da es mehr Spaß macht, an schöne Dinge zu denken, erinnert MEIN WERDER an den letzten Bremer Sieg – der ein ganz besonderer war!
19.01.2018, 11:33
Lesedauer: 2 Min
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„Ausgerechnet ein Ex-Bremer macht Tore für München“
Von Christoph Sonnenberg

Am 20. September 2008 gewann Werder 5:2 in München. Frank Baumann, Tim Wiese und Tim Borowski erinnern sich an dieses spezielle Spiel.

Herr Borowski, welche Erinnerungen haben Sie an das Spiel?

Wir haben damals aus Münchner Sicht eine katastrophale Leistung in der ersten Halbzeit abgeliefert. Bremen hat uns komplett an die Wand gespielt. Eine Szene ist mir noch in Erinnerung geblieben: Bremen spielte eine Ballstafette im Angriff mit Hacke, direkt, volley und allem was dazugehört. Nur der Schuss verfehlte damals knapp das Ziel. Aber es hat gezeigt, wie dominant Bremen gespielt hat. Wir konnten zufrieden sein, dass es zur Pause nur 0:2 gestanden hat.

Es war das erste Aufeinandertreffen als Gegner von Werder. Was für ein Gefühl war das für Sie?

Auf der einen Seite war es schon schön, alte Freunde wieder zu treffen. Auf der anderen Seite war es natürlich ungewohnt. Ich bin im Internat in Bremen groß geworden und habe hier viele Jahre gespielt. Wenn du dann auf der anderen Seite in anderen Farben gegen deine ehemaligen Teamkollegen stehst, dann ist das schon ein komisches Gefühl.

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Sie haben die beiden Münchner Tore gemacht und die Werder-Fans haben die Treffer bejubelt. Haben Sie sich darüber gewundert?

Ich denke, die Euphorie der Werder-Fans, die aus dem Spiel heraus entstanden ist, hat dazu beigetragen. Schließlich war das damals ein Nord-Süd-Gipfel auf Augenhöhe, das war immer ein besonderes Spiel – gerade für die Fans. Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass sie auch meine Tore bejubeln und es dann nicht wie ein 5:2, sondern eher 7:0 gesehen haben.

Waren es letztlich sieben Bremer Tore, wie viele nach dem Spiel behauptet haben – weil Sie im Herzen auch in München ein Bremer waren?

Als Bremer Fan kann ich das verstehen. Da war damals sicherlich ein Stück weit Schadenfreude dabei. Das Spiel lief für Werder grandios, dann macht ausgerechnet ein Ex-Bremer auch noch die Tore für München. Ich kann mich an einige Bilder erinnern, die mit dem Spielstand von 7:0 durch das Internet geisterten. Das habe auch ich mit Humor genommen, aber an dem Tag war ich natürlich enttäuscht.

Wie war die Stimmung in der Mannschaft nach dem Spiel?

Das kann sich sicher jeder selbst ausrechnen. Wir haben schließlich eins der bedeutendsten Spiele der Saison verloren. Ohnehin war es damals eine unruhige Zeit in München. Da passte dieser Auftritt irgendwie mit rein.

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