Werders Sportchef bemüht sich um Ruhe

Baumann: Fehlstart ohne Einfluss auf Transfers

Zwei Wochen bleiben Frank Baumann noch, um den Kader zu verstärken. Trotz des verpatzten Saisonstarts will er Werders Pläne dabei nicht umwerfen. Auch das Saisonziel Europa bleibe natürlich bestehen.
18.08.2019, 17:44
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Von Jean-Julien Beer
Baumann: Fehlstart ohne Einfluss auf Transfers
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Frank Baumann würde sich ja gerne mal über einen rundum gelungenen Saisonstart freuen, doch dazu ist er offenbar im falschen Verein. „Werder hatte oft Schwierigkeiten, in eine Saison zu kommen. Der erste Spieltag war in den letzten Jahren nicht unbedingt unserer. Das hat sich nun fortgesetzt“, sagte der Sportchef nach der bitteren 1:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf. Natürlich sei auch bei ihm „die Enttäuschung groß“, erklärte Baumann, „aber ich bin schon so lange im Fußballgeschäft dabei, dass ich weiß: So etwas kann immer passieren“.

Und das selbst nach guten Trainingswochen, die in Bremen offenbar so manches Defizit übertünchten. „Wo man steht, weiß man auch nach einer sehr ordentlichen Vorbereitung nie“, sagte der Sportchef nach dem verpatzten Auftakt, „es ist in der Bundesliga ein anderes Spiel. Da entscheiden gerade zu Saisonbeginn auch Kleinigkeiten. Die waren gegen Düsseldorf nicht auf unserer Seite. Deshalb müssen wir das so hinnehmen und unsere Lehren daraus ziehen. Wir werden nächste Woche alles daran setzen, es besser zu machen.“

„Wir wussten, dass es schwer wird“

Doch weder an den Saisonzielen, noch an der Transferpolitik werde dieses Spiel etwas ändern. Das betonte Baumann ausdrücklich. Die ambitionierte Zielvorgabe Europapokal war wie im Vorjahr bewusst gewählt, „und vergangene Saison hatten wir zum Start eine ähnliche Situation, wo wir nach dem ersten Spiel auch enttäuscht nach Hause gegangen sind“, erinnerte er an das 1:1 damals gegen Hannover 96, ein Spiel, das Werder aber immerhin einen Punkt bescherte. Diesmal stehen die Bremer mit völlig leeren Händen da. Und mit vielen Fragezeichen. Baumann strahlt in dieser Phase nun Ruhe aus: „Bei uns hat keiner erwartet, dass wir jetzt einfach so durch die Bundesliga marschieren. Wir werden das analysieren. Wir machen uns keine Sorgen, dass wir mittel- oder langfristig Probleme bekommen.“ Dass die Rückkehr ins internationale Geschäft schwer werde, habe man im Vorfeld „ausführlich erläutert“, betonte Baumann, „und wir wussten auch, dass es gegen Düsseldorf schwer wird. Die waren in dem ein oder anderen Punkt vielleicht ein bisschen cleverer und abgezockter. Auch daran muss man einfach weiter arbeiten.“

Zwei Spieler sollen noch kommen

Er selbst muss in seiner Rolle als Manager nun an den letzten Transfers arbeiten, den Fehlstart im Nacken. Davon verleiten lassen möchte sich Baumann aber nicht: „Wir machen uns sehr genaue Gedanken, wie unser Kader aussehen soll, was für Stärken und Schwächen wir haben und wo wir vielleicht Ansatzpunkte sehen für Veränderungen oder Verbesserungen, egal ob in der Spitze oder der Breite. Das werden wir jetzt nicht nach einem Spiel komplett über den Haufen werfen. Dazu gibt es überhaupt keinen Grund.“ Gesucht werden ein flexibler Außenverteidiger sowie eine Verstärkung im defensiven Mittelfeld; hier ist der bei Schalke 04 aussortierte Algerier Nabil Bentaleb ein Kandidat. Gut möglich, dass Werder nun die Bemühungen intensiviert, den aggressiven und torgefährlichen Mittelfeldspieler mit einer Kaufoption auszuleihen.

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