Rückenwind für Werder-Trainer Baumann stellt sich schützend vor Anfang: "Er macht sehr gute Arbeit"

Werder-Sportchef Frank Baumann hat auf Kritik an Chefcoach Markus Anfang reagiert und von "falschen Behauptungen und Mutmaßungen" gesprochen.
20.10.2021, 20:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus Björn Knips

Nur Platz zehn nach zehn Spieltagen: Den Start in die 2. Liga hatte sich Absteiger Werder Bremen wahrlich anders vorgestellt. Nach dem 0:3-Desaster in Darmstadt ist dabei der neue Coach Markus Anfang in den Fokus gerückt. Denn der Nachfolger von Florian Kohfeldt gilt nach Informationen unserer Deichstube nach fünf Monaten intern nicht mehr als unumstritten, es gab und gibt Probleme mit Spielern, aber auch Mitarbeitern im Betreuerstab.

Das hat unsere Deichstube aus verschiedenen Quellen erfahren und hat daraufhin am Dienstag unter der Überschrift „Unruhe an der Weser“  die Rolle von Anfang beleuchtet. Frank Baumann ist mit dieser Berichterstattung überhaupt nicht einverstanden. Der Sportchef glaubt, dass eine „Trainerdiskussion“ in Gang gesetzt werden soll. Er stellte sich deshalb am Mittwoch in einer Medienrunde schützend vor seinen Coach Markus Anfang und sprach von „falschen Behauptungen und Mutmaßungen“.

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Laut Baumann gebe es keinerlei Probleme zwischen Mitgliedern des Betreuerteams und dem Cheftrainer. „Meine Rückmeldungen sind da komplett anders“, sagte Baumann und sprach von „gut eingespielten und sehr konstruktiven“ Abläufen. Torhüter Jiri Pavlenka, der seinen Stammplatz verloren hat,  und Neuzugang Anthony Jung, der zuletzt nur auf der Bank saß, seien vor der Saison – anders als berichtet –  keine Zusagen für andere Rollen innerhalb der Mannschaft gemacht worden. Auch werde nicht hinter vorgehaltener Hand vereinsintern über eine Umstellung des von Anfang favorisierten 4-3-3-Systems diskutiert, behauptete Baumann. Zumal Werder in der laufenden Saison ohnehin schon mit anderen Systemen agiert habe. „Markus ist da nicht stur“, betonte der Sportchef:  „Er hat vielleicht eine gewisse Vorliebe für ein System, er ist aber auch flexibel genug, es umzustellen.“

Nach Ansicht des Sportchefs sei mit der Berichterstattung der vergangenen Tage „gezielt eine Trainerdiskussion“ aufgemacht worden, „und dass zu einem Zeitpunkt, zu dem es völliger Quatsch und nicht gerechtfertigt ist". Bereits am Montag waren Baumann einige Artikel sauer aufgestoßen. Verschiedene Medien (darunter auch unsere Deichstube) hatten nach dem Spiel in Darmstadt über die Kritik von Anfang an Stürmer Niclas Füllkrug berichtet – Baumann hat sie aus den Aussagen des Trainers aber nicht herausgehört. Auch die Einordnung der Medien, dass der Trainer bei der ersten Aufarbeitung der Niederlage ein Stück von seiner Mannschaft abgerückt sei, teilt der Ex-Profi nicht: „Markus hat immer gesagt, dass wir alle in einem Boot sitzen." Die Mannschaft habe in Darmstadt aber nun mal ein schlechtes Spiel gemacht. „Dann ist es sein gutes Recht und auch seine Pflicht als Trainer, das deutlich anzusprechen und die Mannschaft zu kritisieren“, sagte Baumann – und hielt fest: „Ich schütze Markus da definitiv und zwar aus voller Überzeugung, weil er sehr gute Arbeit macht.“  Eine Einschätzung, die nach Informationen unserer Deichstube aber längst nicht alle bei Werder teilen. Es bleibt unruhig an der Weser. 

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