Werder Bremen - Bayer Leverkusen 1:4 Bayer zeigt Bremen Grenzen auf

Bremen. Lehrstunde für Werder Bremen: Bei der 1:4 (0:1)-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen demonstriert der Gegner, wie man mit effektivem und cleverem Fußball in der Bundesliga Punkte sammelt.
28.11.2012, 21:46
Lesedauer: 4 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Werder Bremens Heimserie ist vorerst beendet: Nach zuletzt drei Siegen im Weserstadion hat Werder am Mittwochabend am 14. Spieltag mit 1:4 (0:1) gegen Bayer Leverkusen verloren. Dabei erhielten die engagierten, aber ungeschickten Grün-Weißen eine Lehrstunde in Sachen Effektivität und Cleverness.

Auf zwei Positionen musste Thomas Schaaf sein Team umbauen: Für Marko Arnautovic (erkrankt) und Lukas Schmitz (gesperrt) rückten Niclas Füllkrug und Aleksandar Ignjovski in die Startelf. Auf weitere Veränderungen im Vergleich zum 1:1 in Wolfsburg vor vier Tagen verzichtete der Werder-Coach.

Die Partie begann ruhig - auf und neben dem Rasen. Die 37.231 Zuschauer im Weserstadion beteiligten sich am ligaweiten stillen Protest gegen das geplante Sicherheitskonzept im deutschen Fußball. Für exakt zwölf Minuten und zwölf Sekunden stellten die Fans beider Teams ihren Support ein.

Besonders viel zu bejubeln hätten die Werder-Fans in der Anfangsphase ohnehin nicht gehabt. Leverkusen gab den Ton und und hatte durch André Schürrle die erste Chance auf die Führung, doch vergab der Nationalspieler per Flachschuss (8.). Die Gastgeber fielen zunächst nur durch Abspielfehler auf.

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Erst als sich nach Ablauf der 12:12-Minuten-Frist die Ostkurve lautstark zu Wort meldete, wurde Werder mutiger. Eljero Elia versetzte auf links Gegenspieler Daniel Carvajal und bediente Füllkrug, der Youngster schloss aus sechs Metern zentral vor dem Tor aber schwach ab und schoss Leverkusens Abwehrspieler Ömer Toprak an (14.).

Werder kam in der Folge aber besser ins Spiel und zu zwei kleineren Distanzschuss-Chancen durch Kevin den Bruyne (20.) und Aaron Hunt (23.). Das Tor fiel dennoch auf der Gegenseite. Stefan Kießling konnte eine Flanke von Lars Bender zwischen Sokratis und Sebastian Prödl unbedrängt auf Carvajal weiterleiten. Dessen Schuss parierte Sebastian Mielitz noch, den Abpraller versenkte dann Gonzalo Castro zum 0:1 im Tor (31.).

Werder zeigte sich nicht geschockt und suchte gleich die passende Antwort. Haarscharf rauschte ein Volleyschuss von Hunt am Winkel vorbei (37.), bei den Versuchen von Nils Petersen (40.) und Zlatko Junuzovic (41.) war Bayer-Keeper Bernd Leno auf dem Posten. So blieb es beim etwas unglücklichen Bremer Pausenrückstand.

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Abschnitt zwei begann erneut mit einer Werder-Chance, die Hunt recht lässig vergab (50.). Deutlich konsequenter im Angriff spielte Bayer - allen voran Castro. Der Deutsch-Spanier vollendete - perfekt bedient von Bender - frei vor Mielitz zum 0:2 (51.). Anders als in Halbzeit eins fand Bremen umgehend eine Antwort. Nur drei Minuten später köpfte Petersen eine lange Halbfeldflanke von Hunt zum Anschlusstreffer ein (54.).

Die Partie blieb spannend: Bremen drängte weiter auf den Ausgleich, musste aber auf die extrem effektiven Leverkusener Konter aufpassen. Bei allem Engagement schafften es die Grün-Weißen aber nur noch selten, klare Chancen herauszuspielen. Schaaf reagierte und brachte in Joseph Akpala einen zweiten echten Stürmer. Doch nur Sekunden nach dessen Hereinnahme fiel die Entscheidung. Werder bekam einen Ball am Strafraum nicht konsequent geklärt, Simon Rolfes fiel das Leder eher zufällig vor die Füße und der Ex-Bremer traf aus 18 Metern per Flachschuss (74.).

Es war erst Leverkusens zweiter Torschuss im zweiten Abschnitt - und beide waren drin. Das war dann auch der große Unterschied an diesem Abend im Weserstadion. Auf der Gegenseite hatte Hunt noch einmal die Chance zum direkten Anschlusstreffer, verzog aber aus aussichtsreicher Position (76.). Bei Bayer lief jetzt alles: Über Rolfes und Schürrle kam der Ball zum eingewechselten Jens Hegeler, der auch Leverkusens dritten Torschuss erfolgreich an Mielitz vorbeischob (79.). Es war der letzte Höhepunkt eines über weite Strecken offenen Spiels, das Leverkusen am Ende erstaunlich deutlich mit 4:1 gewann.

Schaaf: "Leverkusen hat verdient gewonnen"

"Leverkusen hat einfach die Chancen verwertet", sagte der eingewechselte Werder-Kapitän Clemens Fritz nach dem Spiel: "Wir haben uns unglaublich schwer getan, vor dem Tor hat die letzte Konsequenz gefehlt."

"Uns hat heute die Überzeugung gefehlt. Wir haben es nicht geschafft, den Gegner über die gesamte Spielzeit unter Druck zu setzen. Das Ergebnis zeigt mal wieder, die Schwankung meiner jungen Mannschaft. Leverkusen hat verdient gewonnen", kommentierte Thomas Schaaf den Auftritt seines Teams.

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Schon am Sonntag geht es für Werder Bremen in der Bundesliga weiter. Dann ist Werder am 15. Spieltag ab 15.30 Uhr bei 1899 Hoffenheim zu Gast. Dann muss Trainer Schaaf definitiv auf Junuzovic verzichten: Der Österreich sah gegen Leverkusen seine fünfte Gelbe Karte der laufenden Saison und ist damit gesperrt. Auch von dieser Partie berichten wir wie gewohnt in Liveticker und Liveblog.

Spielstatistik:

Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Ignjovski - Junuzovic (73. Akpala) - De Bruyne, Hunt - Füllkrug (66. Fritz), Elia (80. Ekici) - Petersen. - Trainer: Schaaf

Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak (90. Manuel Friedrich), Hosogai - Reinartz - Lars Bender (69. Hegeler), Rolfes - Castro, Schürrle - Kießling (80. Boenisch). - Trainer: Lewandowski

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

Tore: 0:1 Castro (31.), 0:2 Castro (52.), 1:2 Petersen (54.), 1:3 Rolfes (74.), 1:4 Hegeler (79.)

Zuschauer: 37.231

Gelbe Karten: Ignjovski (2), Junuzovic (5), Fritz - Carvajal (4)

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