Berater gewechselt Eggestein will Werder verlassen

Maximilian Eggestein ist bei Werder eine Konstante in schwierigen Zeiten. Nun sieht es so aus, dass der 24-Jährige seinen Abschied von der Weser plant. Den Berater hat er jedenfalls schon gewechselt.
01.07.2021, 16:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Bei fast jedem Profi des SV Werder Bremen ist nach dem Abstieg immer noch unklar, ob er bleibt oder nicht. Einer hat nun ein deutliches Signal gesendet: Maximilian Eggestein. Der 24-Jährige lässt sich seit einer Woche nicht mehr von Gunter Neuhaus („think forward“) beraten, sondern von Roof, der größten Agentur in Deutschland und einer der größten in der Welt – hervorgegangen aus „Arena11“ und „Spielerrat“. Nach Informationen unserer Deichstube verfolgt Eggestein damit vor allem ein Ziel: Er möchte Werder in diesem Sommer unbedingt verlassen und erhofft sich durch die größere Berateragentur offenbar bessere Chancen – vor allem auf dem internationalen Markt.

„Es ist keine Trennung im Bösen“, betont Gunter Neuhaus auf Nachfrage unserer Deichstube: „Maxi ist ein großartiger Fußballer und ein noch besserer Mensch. Ich wünsche ihm nur das Beste.“ Weiter möchte sich Neuhaus zu dem Thema nicht äußern. Aus gutem Grund: Acht Jahre lang hat er mit Maximilian Eggestein zusammengearbeitet, seinen Weg vom Nachwuchsspieler zum Profi begleitet. Da kommt die Trennung nicht nur überraschend, sie ist auch gewiss nicht angenehm. Zumal Neuhaus auch noch Maximilians Bruder Johannes vertritt und die Familie Eggestein sehr gut kennt. Immerhin: Johannes hält „think forward“ die Treue. Allerdings ist auch bei dem Stürmer nach seiner Rückkehr von der Ausleihe nach Linz offen, ob er bei Werder bleibt. Der Vertrag des 23-Jährigen läuft nur noch bis 2022. Will Werder eine Ablösesumme kassieren, müsste es in diesem Sommer einen Wechsel geben.

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Beim großen Eggestein ist da zwar noch ein Jahr länger Zeit, dennoch stehen die Zeichen auf Abschied. Werder muss in diesen finanziell schwierigen Zeiten unbedingt Transfererlöse erzielen. Maximilian Eggestein ist da im Kader eine der besseren Aktien. Das Internetportal "transfermarkt.de" schätzt seinen Marktwert auf 7,5 Millionen Euro. Vor zwei Jahren standen dort übrigens noch 30 Millionen Euro. Damals wollte Borussia Dortmund den Fast-Nationalspieler – Bundestrainer Joachim Löw hatte den Bremer eingeladen, im März 2019 aber nicht eingesetzt – verpflichten, doch Eggestein entschied sich für einen Verbleib in Bremen und stürzte gemeinsam mit dem Club ab. Nun sind Spitzenvereine wie der BVB nicht mehr interessiert.

Der Markt ist in Zeiten der Corona-Pandemie schwierig. Die meisten Clubs müssen erst verkaufen, bevor sie selbst Spieler verpflichten können. Bislang gab es keinerlei Gerüchte, welche Clubs womöglich ein Auge auf Maximilian Eggestein geworfen haben könnten. Es soll zwar Interesse aus der Bundesliga geben, aber noch nichts Konkretes. Eine Spur führt angeblich nach England. Möglicherweise könnte Norwich City, der Club mit dem deutschen Trainer Daniel Farke, ein Thema werden. Dorthin hat Werder bereits Milot Rashica für eine Ablöse von immerhin elf Millionen Euro verkauft. Durch mögliche Bonuszahlungen kann diese Summe in den nächsten Jahren noch auf 15 Millionen Euro wachsen.

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Es geht aber nicht nur um die Ablöse. Ein Maximilian Eggestein ist für die Zweite Liga kein günstiger Spieler. Und das, obwohl die Werder-Profis nach dem Abstieg 40 bis 60 Prozent weniger Gehalt erhalten. Werder hätte nichts dagegen, einen Topverdiener wie ihn von der Gehaltsliste zu bekommen. Andersherum: Welcher Profi verzichtet schon gerne auf Geld? Dazu kommt die sportliche Komponente. Nach 156 Bundesligaspielen passt die Zweite Liga eigentlich nicht in den Karriereplan eines 24-Jährigen. Offenbar ist der sonst so ruhig erscheinende Eggestein da nun etwas ungeduldig geworden – und hat für den erhofften Wechsel den Berater gewechselt.

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