Johannes Eggestein wieder nur Zuschauer

Besser ist nicht gut genug

Eigentlich kann Werder im Angriff jede Hilfe gebrauchen, doch Johannes Eggestein schafft es trotzdem nicht mehr ins Team. Florian Kohfeldt ist im Grunde auch zufrieden mit dem 21-Jährigen – mit einer Ausnahme.
28.01.2020, 13:33
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Besser ist nicht gut genug
Von Malte Bürger
Besser ist nicht gut genug

Und wieder mit der Jacke zur Bank: Für Johannes Eggestein reicht es derzeit nicht bei Werder, obwohl er Kapitän der deutschen U21 ist...

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Ein gemütlicher Spaziergang hinter das Tor, ein bisschen aufwärmen und dann geht es gemächlichen Schrittes auch schon wieder zurück in Richtung Bank. Der Arbeitsalltag des Johannes Eggestein sieht an einem Spieltag derzeit nicht wirklich aufregend aus. In Zeiten, in denen Werder jegliche Offensiv-Qualität sehr gut gebrauchen kann, ist der Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft trotzdem außen vor. In der Rückrunde hat es bislang nicht einmal für Kurzeinsätze gereicht.

Werder hat in dieser Saison nicht gerade viele Spieler gehabt, die im Grunde immer gesund waren. Johannes Eggestein ist einer von ihnen. Umso bemerkenswerter ist es, dass der 21-Jährige bislang lediglich 436 Minuten in 19 möglichen Bundesliga-Begegnungen gespielt hat. Gesundheit ist nämlich kein Garant für Qualität, der Angreifer befindet sich im Formtief, obwohl er doch eigentlich einer jener Profis sein sollte, dem in dieser Saison der nächste Schritt zugetraut wurde.

„Es hört sich komisch an, aber...“

„Wir haben in dieser Woche noch einmal geredet, das konnten wir vorher durch meine Verletzung nicht“, sagte Florian Kohfeldt, als er auf die neuerliche Nicht-Berücksichtigung Eggesteins angesprochen wurde. „Es ist so, dass ich intern viel mit ihm rede, aber extern gar nicht viel über ihn reden möchte.“ Letzteres liegt jetzt wiederum eher weniger am jüngeren Eggestein-Bruder, sondern an der angespannten tabellarischen Situation der gesamten Mannschaft. „Einzelschicksale sind jetzt eigentlich nicht wichtig“, wiederholte Kohfeldt deshalb noch einmal.

Trotzdem brach er ein wenig mit seiner Prämisse und äußerte sich dann doch ausführlicher zum Leistungsabfall seines Schützlings. Und dabei verkündete der Bremer Cheftrainer Überraschendes. „Es hört sich vielleicht komisch an, aber alle Basisfaktoren sind besser geworden“, sagte Kohfeldt. „Er ist taktisch besser geworden, in der Athletik auch und er schließt im Training besser ab. Aber immer wenn er in die Spiele hineinkommt, fehlt dieser Schuss Intuition, die Freiheit.“ Bislang bekommt Eggestein diese Handbremse nicht gelöst. Anstatt auf dem Platz seinem Instinkt zu folgen, steht er sich bislang immer ein bisschen selbst im Weg. Und damit auch dem gesamten Bremer Spiel.

Es fehlt die Unbekümmertheit

Folglich muss Johannes Eggestein erst einmal zuschauen. Wie lange noch? Das weiß selbst Kohfeldt nicht so genau. „Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn irgendwann einfach mal aufstelle, vielleicht mal hinten rechts“, scherzte er. „Dieser Tick Unbekümmertheit, den du als Offensivspieler brauchst, der fehlt. Er arbeitet hart, ich kann ihm nichts vorwerfen. Johannes ist auch total fleißig, aber vielleicht ist das manchmal auch der Fehler.“

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