Kommentar zu Werder Bremen Besserung ist nicht in Sicht

Bremen. Nach dem 0:3 gegen den VfL Wolfsburg ist Werder Bremen an einem Tiefpunkt angekommen, auf den die Sportliche Führung und die Mannschaft in der Rückrunde geradezu zielsicher zusteuerte. Ein Kommentar zur Situation.
21.04.2013, 13:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Nach dem 0:3 gegen den VfL Wolfsburg ist Werder Bremen an einem Tiefpunkt angekommen, auf den die sportliche Führung und die Mannschaft in der Rückrunde geradezu zielsicher zusteuerte. Der Verein gibt aktuell ein geradezu mitleiderregendes Bild ab. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Schaffte es Werder zuletzt auswärts mit zumindest kämpferisch ordentlichen Auftritten noch zu Unentschieden, offenbart sich in Heimspielen regelmäßig das ganze Ausmaß der Misere: Dem Team mangelt es am grundlegenden Handwerkszeug. Hinten ein Gegentor verhindert, vorne einen eigenen Treffer herausspielen - was einfach klingt, überfordert den Trainer und seine Mannschaft in der Rückrunde.

Diskussionen um Talent, Perspektive und Qualität der Mannschaft hat es reichlich gegeben. Ihr Ertrag war gering. Fakt ist: Wie viel Qualität auch immer in diesem Kader steckt, auf den Rasen bekommt sie davon wenig, Tendenz fallend. Denn ausgerechnet im Saison-Endspurt scheint Werder von Woche zu Woche schwächer zu werden.

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Nach nun bereits neun sieglosen Spielen in Serie heißt das knappe Fazit: Werder kann es einfach nicht. Denn allein mit Verunsicherung im jungen Team sind Auftritte wie gegen Wolfsburg nicht zu erklären. Werder hat vielmehr ein Problem mit seinem System.

Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder sind die Profis nicht in der Lage, Schaafs taktische Ideen umzusetzen. Dann hätten Klaus Allofs und Schaaf über Jahre hinweg die falschen Spieler eingekauft. Oder aber das System des Trainers ist nicht mehr geeignet, um in der Bundesliga Erfolg zu haben. Sei es, weil es die Spieler überfordert, sei es, weil der Gegner sich darauf mittlerweile bestens eingestellt hat. So oder so: Beide Befunde sind für den Trainer gleichermaßen verheerend. Und sie legen nah, dass ein "konzentriertes Weiterarbeiten", wie es Trainer Schaaf immer wieder propagiert, keine Lösung bietet.

Werder Bremen spielt Fußball wie ein Absteiger - und wird wohl doch am Ende der Saison die Klasse halten. Dass es in Bremen, wie Sportchef Thomas Eichin es jüngst formulierte, noch nicht "fünf vor zwölf" ist, ist längst kein Verdienst der eigenen Arbeit mehr. Dafür sind vielmehr die Konkurrenten verantwortlich, die im Schneckenrennen um den Klassenerhalt Werders Geschenke nicht annehmen. Es ist das Letzte, worüber sich Werder Bremen dieser Tage noch freuen kann.

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