Aufsichtsratschef Bode über Trainerwechsel

Werder hat sich der "Macht der Ergebnisse" gebeugt

Kurz vor dem Saisonende hat Werder den Trainer gewechselt und für Aufsehen gesorgt. Marco Bode, Chef des Aufsichtsrats, hat das Aus von Florian Kohfeldt nun begründet.
17.05.2021, 13:09
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Von Carsten Sander
Werder hat sich der "Macht der Ergebnisse" gebeugt

Marco Bode, Chef des Werder-Aufsichtsrates, hat schon angenehmere Zeiten in Bremen erlebt.

Andreas Gumz

Wieso jetzt? Wieso nicht schon vor drei Wochen? Unter anderem um diese Fragen kreist die Aufarbeitung des späten Trainerwechsels bei Werder Bremen. Marco Bode, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, hat im NDR-Fernsehen der Mutmaßung widersprochen, dass Florian Kohfeldt nur deshalb länger im Amt geblieben war, weil Thomas Schaaf es abgelehnt hatte, die Mannschaft schon vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig zu übernehmen. „Es ist keiner Weise so, dass er (Schaaf) damals nicht wollte und jetzt ja“, erklärte Bode. Zwar sei Schaaf schon damals, nach einer Serie von sieben Niederlagen unter Kohfeldt, gefragt worden, aber nur um Rat. Um die sofortige Übernahme des Trainerpostens sei es nicht gegangen. Schaaf habe Sportchef Frank Baumann zu dem Zeitpunkt darin „bestärkt, alles zu versuchen, um am Trainer festzuhalten“.

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Was Werder dann ja auch getan hat. Mit dem bekannten Ergebnis. Auf einen Sieg warteten die Verantwortlichen weiter vergeblich, nach dem 0:2 beim FC Augsburg wurde Kohfeldt schließlich freigestellt. Es war eine Niederlage für alle, die sich bis dahin gegen einen Trainerwechsel gesträubt hatten – inklusive Bode. Der am Samstag anerkennen musste: „Die Macht der Ergebnisse ist zu stark geworden.“ Einen Spieltag vor Saisonende steht das Team auf dem Relegationsplatz, im letzten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag droht der direkte Abstieg. „Jetzt versuchen wir mit großer Kraftanstrengung, das zu verhindern“, so Bode.

Was danach kommt, liegt im Nebel. Zur neuen Saison benötigt Werder einen neuen Trainer, der den Neuaufbau in Angriff nimmt - entweder in Liga eins oder zwei. Eine Diskussion über Namen wird Bode zum jetzigen Zeitpunkt aber genauso wenig führen wie Baumann, der als Sportchef der Hauptverantwortliche bei der Suche ist. „Wir haben zu jeder Zeit ein ziemlich genaues Bild davon, welcher Trainer zu uns passt, welche Kriterien erfüllt sein müssen. Trotzdem stellen wir das jetzt noch zurück. Es gilt, den Fokus auf das Finale in der Bundesliga zu richten. Alles weitere wird sich im Anschluss finden“, sagt Bode, der wegen der Personalpolitik nach dem Fast-Abstieg der Vorsaison genauso im Brennpunkt der Kritik steht wie Baumann.

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