Werder Bremen Borowskis besonderer Abschied bei Werder

Bremen. Für Tim Borowski ist das Spiel zwischen Werder Bremen und dem FC Schalke 04 ein besonderer Moment gewesen. Vor 16 Jahren wurde der Neubrandenburger ein Grün-Weißer - am Sonnabend ist ein Lebenskapitel geendet.
07.05.2012, 05:00
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Borowskis besonderer Abschied bei Werder
Von Thorsten Waterkamp

Bremen. Da stand er also nun. Und es war vorbei. Draußen im Stadion leerten sich die Ränge, als Tim Borowski im Medienbereich erzählte von seinem letzten Bundesliga-Spiel als Werderaner. Und von den Gefühlen, die man hat, wenn ein langes Kapitel der eigenen Lebensgeschichte nach 16 Jahren zugeschlagen wird.

Um Fassung musste der Fußball-Profi nicht mehr ringen, das hatte er schon eine halbe Stunde zuvor vor den Fan-Tribünen getan, wenn auch vergeblich, denn die Tränen kamen und ließen sich nicht stoppen. Tim Borowski weinte, als die Fans ihn am Sonnabend verabschiedeten.

"Dass es sehr emotional werden würde, hatte ich mir ja schon ausgemalt", sagte Borowski – aber dass ihn die Gefühle übermannen würden, "konnte ich nicht erwarten". Dann und wann stockte die Stimme immer noch, als er im Medienbereich vom Abschied erzählte. Es war, gab er unumwunden zu, "ein besonderer Tag", auch weil er spielen durfte. Zum ersten und einzigen Mal in dieser Bundesliga-Saison, so kam der 32-Jährige gegen Schalke 04 doch noch zu seinem 236. Bundesligaspiel. Einen "großen Dank" schickte er später an Thomas Schaaf, seinen Trainer und sportlichen Ziehvater, dass der ihm den Abschied als Spieler ermöglicht hatte – und das sogar auf dem Feld. So war es kein normaler Abschied eines Werder-Profis, wie er nun einmal am letzten Spieltag einer Saison in natürlicher Zwangsläufigkeit vorkommt. Am Sonnabend ging einer, dessen Zugehörigkeit zu Werder sich nicht nur auf den Status eines angestellten Berufsfußballers beschränkte. Es ging ein Werderaner.

Denn Zeit seines Fußballerlebens hat Tim Borowski nur für drei Klubs gespielt. Als fünfjähriger Knirps begann er beim FC Neubrandenburg. Den verließ er 1996 als 16-Jähriger Richtung Bremen. 2008 gab es das zwölfmonatige Intermezzo Bayern München, 2009 war Borowski wieder zu Hause.

Am Sonnabend war nach 45 Minuten Schluss. Schaaf wechselte ihn aus. Diese Pausen-Nachricht in der Kabine nahm Borowski noch als sportlichen Alltag auf: "Der Trainer hat das entschieden, dann hat man das so zu akzeptieren." Erst später, als er geduscht im Spielertunnel stand, aufs Feld schaute und den Kopf frei hatte, "dann kommt man immer mehr ins Nachdenken". Als das Spiel vorbei und die Werder-Karriere endgültig beendet war, als er den Schritt heraus machte auf den Rasen vor die Fans, gewannen die Gefühle. Wie sehr sie gewannen, umschreibt Borowski so: "Einmal abgesehen von meiner Hochzeit und der Geburt meiner beiden Kinder war es der emotionalste Tag meines Lebens."

Tim Borowski: Werderaner, Ex-Nationalspieler, Vize-Europameister, WM-Dritter, deutscher Meister, deutscher Pokalsieger. Und in Zukunft? Darüber ist sich der 32-Jährige selbst noch nicht im Klaren. Erst noch die Testspiele, sagt er, "dann ein paar Wochen Urlaub, vielleicht ein paar Wochen mehr als sonst". Und dann mal sehen. Mit der Familie sprechen. "Ich werde mir selbst kein Ultimatum setzen", erklärt er.

Vielleicht gibt es eine Fortsetzung der Karriere bei Werder, eventuell im Trainerstab. Das wäre eine Option. Noch ein, zwei Jahre zu spielen, das kann sich Tim Borowski allerdings auch vorstellen.

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