Dritter Vertrag bei Werder Bremen hat Pizarro wieder

Claudio Pizarro ist wieder in Bremen. Mehr als 200 Fans bereiteten dem peruanischen Angreifer am späten Sonntagabend einen überschwänglichen Empfang. Auch Werder-Manager Thomas Eichin dürfte der Transfer Freude bereiten.
04.09.2015, 10:27
Lesedauer: 3 Min
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Bremen hat Pizarro wieder
Von Marc Hagedorn

Claudio Pizarro ist wieder in Bremen. Um 22.55 Uhr landete der Fußballprofi am Sonntagabend auf dem Flughafen. Mehr als 200 Fans bereiteten dem peruanischen Angreifer einen überschwänglichen Empfang.

Der Bremer Flughafen hat schon viele grün-weiße Momente erlebt. Werder ist hier nach Meisterschaften gelandet und nach Pokalsiegen, stets begrüßt von jubelnden Fans. Gestern Abend, zu später Stunde, war der Flughafen wieder einmal fest in grün-weißer Hand.

Dafür verantwortlich war aber diesmal kein Titelgewinn, sondern ganz allein ein Mann: Claudio Pizarro. Ja, der Lieblingsstürmer fast aller Werder-Fans schwebte aus München ein. Und nochmals ja, er ist gekommen, um zum dritten Mal in seiner schillernden Karriere einen Vertrag bei Werder Bremen zu unterschreiben.

Der Montag bringt damit alle Zutaten mit, um in die Geschichtsbücher des Klubs einzugehen. Nach dem Medizin-Check und der Vertragsunterzeichnung wird er öffentlich vorgestellt. Bis zuletzt hatten sich die Werder-Verantwortlichen in allen Fragen nach Pizarro bedeckt gehalten.Vermutlich erhält Pizarro einen Ein-Jahresvertrag, möglicherweise auch mit der Option für eine weitere Saison.

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Pizarro, der seine Karriere in Europa 1999 bei Werder begonnen hatte und zuletzt in München beim FC Bayern um die vier Millionen Euro pro Jahr verdient haben soll, nimmt für sein drittes Gastspiel in Bremen deutliche finanzielle Einbußen in Kauf. Werder, das weiterhin einen Konsolidierungskurs fährt, erhält Unterstützung von seinen Sponsoren, die sich an der Finanzierung des Gehalts für den Stürmer beteiligen.

Angeblich sollen Pizarro auch Anfragen aus dem Ausland vorgelegen haben. Ein Wechsel nach Frankreich (Olympique Marseille) oder in eine Liga der finanzstarken Golfstaaten war zuletzt aber kein Thema mehr gewesen, da vor allem Pizarros Familie – seine Frau und die drei Kinder - darauf gedrängt hatten, dass der Hausherr seine Karriere doch bitteschön in Deutschland und am allerliebsten in Bremen fortsetzen möge.

Pizarro selbst hatte zuletzt erklärt, dass er sich noch top-fit fühle für mindestens ein weiteres Jahr auf gehobenem Profiniveau. Dieses Jahr, sein dann 16. in der Bundesliga, könnte schon bald beginnen. Ob er allerdings schon fit genug ist, um gleich am kommenden Sonntag im Gastspiel bei 1899 Hoffenheim zumindest von der Ersatzbank zu kommen, oder ob er noch eine Woche länger braucht, wird der Trainerstab um Viktor Skripnik in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Nach dem Hoffenheim-Spiel erwartet Werder am Sonnabend, 19. September, den FC Ingolstadt. In Bestform kann Pizarro im Moment noch nicht sein. Er hat zuletzt im Juni bei der Copa America für die peruanische Nationalmannschaft gespielt und sich seitdem vor allem mit Waldläufen in Form gehalten.


Pizarro zurück bei Werder – das ist nicht nur ein Coup, über den sich die Fans freuen. Das ist auch ein Triumph für Thomas Eichin. Der Geschäftsführer von Werder, dessen Vertrag im nächsten Sommer endet, steckt aktuell selbst in Vertragsgesprächen mit seinem Verein. Der ehemalige Bundesliga-Fußballer Eichin, vor etwas mehr als zwei Jahren aus der Eishockey-Bundesliga zurück ins Fußballgeschäft gewechselt, verhandelt seit Wochen mit dem Aufsichtsrat um Marco Bode über eine Aufstockung seines Gehaltes. Dass in Eichins Schaffenszeit nun die Rückkehr Pizarros fällt, dürfte die Position des Geschäftsführers nachhaltig gestärkt haben. Auch in dieser Personalie soll in den nächsten Tagen Klarheit herrschen.

Bis auf Weiteres gehören die Schlagzeilen aber Claudio Pizarro. Der bald 37-Jährige ist der erfolgreichste noch aktive Torschütze in der Fußball-Bundesliga. Er hat in 383 Spielen für Werder und Bayern München 176 Treffer erzielt, davon 89 für Bremen, verteilt auf zwei Perioden; 29 Treffer bei seiner ersten Stippvisite (1999 bis 2001) und 60 bei seinem zweiten Gastspiel (2008 bis 2012). Pizarro ist sechs Mal Deutscher Meister und sechs Mal DFB-Pokalsieger geworden.

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