Eintracht-Trainer Hütter war sauer auf Werder

Viel Wirbel nach Silvas Theater

Etwas Aufregung zwischen den Trainerbänken gehört in der Bundesliga dazu. Frankfurts Trainer Adi Hütter sah nun aber Grenzen überschritten mit Blick auf Werders Torwarttrainer Christian Vander.
04.06.2020, 12:01
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Von Jean-Julien Beer
Viel Wirbel nach Silvas Theater

Alles wieder gut: Frankfurts Trainer Adi Hütter und Florian Kohfeldt verstehen sich prinzipiell bestens.

gumzmedia/nordphoto

Der ganze Ärger ging eigentlich von Frankfurt aus. Denn es war Eintracht-Stürmer André da Silva, der Mitte der ersten Halbzeit über den Rasen pflügte wie ein Wildschwein am Waldrand. Einmal, zweimal, dreimal. Dazu brüllend und gestikulierend, zumal sich Marco Friedl in diesen Szenen, die sich kurz hintereinander abspielten, zwar verbal als eher ruhiger Gegenpart erwies, aber im Zweikampf auch als ruppig. Dieses ganze Theater passierte direkt vor der Coachingzone von Florian Kohfeldt und damit auch vor den Augen von Werders Torwarttrainer Christian Vander.

Kohfeldt reagierte laut und deutlich auf da Silvas Wirbelsturm. Immer wieder fragte er aufgebracht in Richtung Frankfurter Bank und dem Vierten Offiziellen: „Was will denn der? Was ist mit dem? Kann den mal einer beruhigen?“ Was genau Vander in diesen Momenten von der Bank aus sagte, war nicht zu verstehen, aber es interessierte Eintracht-Trainer Adi Hütter und seinen Sportdirektor Bruno Hübner offenbar mehr als die Bitten von Kohfeldt. Hütter beschwerte sich sofort in Richtung Bremer Coachingzone und klagte lautstark: „Was soll denn das? Habt ihr gar keinen Respekt?“ Auch Hübner sprang auf und postierte sich in bester „Sollen-wir-mal-kurz-vor-die-Tür-gehen?“-Pose an der Seitenlinie mit Blick in Richtung Vander.

Wie ein Popcorn-Moment

Kohfeldt beruhigte die Lage, während das Spiel übrigens beim Spielstand von 0:0 die ganze Zeit weiterlief, und rief seinem Kollegen Hütter sowie Hübner zu: „Adi, Bruno! Ist ja gut jetzt. Ich hab´s ihm gesagt.“

Doch gut war damit noch nichts. Vor Beginn der zweiten Halbzeit musste Hütter auf seinem Weg von der Kabine zurück zur Bank an Vander vorbei, der bereits wieder auf seinem Platz saß. Hütter nutzte die Gelegenheit, ein paar Nettigkeiten auszutauschen. Jetzt stand Vander auf und stellte sich direkt vor Hütter hin, was nur deshalb bedrohlich aussah, weil der Bremer erheblich größer und kräftiger ist. In Kinofilmen wäre das der perfekte Moment fürs gebannte Popcorn-Knabbern gewesen, bei diesem Abendspiel aber kühlten sich die Gemüter trotz Flutlicht schnell wieder ab. Denn Vander redete still und ohne jede Geste mit Hütter, der prompt wieder auf seiner Bank verschwand.

„Das hat mit Respekt zu tun“

Nach der Partie erklärte Hütter die Aufgeregtheiten so: „Es ging für beide Mannschaften um viel, das hat man gespürt. Emotionen gehören auch dazu, das ist normal. Es ist aber zu viel und es werden Grenzen überschritten, wenn ein Torwarttrainer oder ein Assistenztrainer in jeder Situation etwas sagt in unsere Richtung. Es war nicht schlimm, aber irgendwann ist es zu viel. Das habe ich angesprochen.“ Er habe dieses Verhalten als aufmüpfig empfunden.

Beim TV-Sender „Sky“ legte Hütter noch nach: „Wenn der Cheftrainer mal eine Äußerung tätigt, habe ich überhaupt kein Problem. Die Grenze wird dann überschritten, wenn sich die Torwarttrainer oder die Co-Trainer so aufmüpfen. Jeder kämpft für seine Mannschaft, trotzdem muss ich nicht bei jeder Entscheidung aufspringen und in unsere Richtung deuten. Das gehört sich nicht. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Ich bin aber niemandem böse.“ Er sprach aus der Sicht des 3:0-Siegers. Die Bremer hatten nach dieser bitteren Niederlage ganz andere Probleme und äußerten sich nicht weiter dazu.

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