Die Leihgabe hat zu viele Defizite So hilft Chong Werder nicht weiter

Der Bremer Trainer Florian Kohfeldt formuliert Kritik an jungen Spielern immer sehr vorsichtig, So auch bei Tahith Chong nach dem Spiel in Leverkusen. Dennoch holte er ihn konsequent in der 60. Minute vom Feld.
10.01.2021, 16:41
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Von Björn Knips

Die Auswechslung an sich war keine Überraschung – der Zeitpunkt dagegen schon. Tahith Chong musste in Leverkusen ausgerechnet in den Minuten nach der Werder-Führung den Platz verlassen – also in einer Phase, in der die Bremer auf Konter hätten hoffen können. Normalerweise eine Chong-Stärke. Trainer Florian Kohfeldt erklärte den Wechsel aber mit taktischen Gründen und deutete Kritik am schwachen Auftritt des Stürmers nur an. Dabei hätte der Coach allen Grund gehabt, mit dem Niederländer nach dessen Leistung härter ins Gericht zu gehen. Chong besitzt auch ein halbes Jahr nach seiner Ausleihe von Manchester United an Werder kein Bundesliga-Niveau.

„Die Entscheidungsfindung in der Offensive war auch bei ihm nicht immer optimal“, sagte Kohfeldt. Ihm dürfte allerdings auch nicht entgangen sein, dass Chong fast jeden Ball verlor und sich kaum durchsetzen konnte. Bezeichnend war eine Szene in der ersten Halbzeit, als der 21-Jährige seinem Gegenspieler Jonathan Tah eigentlich schon enteilt war und nur noch hätte kreuzen müssen, um zum Abschluss zu kommen. Doch Chong traute sich nicht, brach seinen Lauf ab. „Tahith muss noch lernen, seine Geschwindigkeit für die Mannschaft gewinnbringender einzusetzen“, hieß es dazu von Kohfeldt.

Es ist nachvollziehbar, dass ein Trainer gerade einen so jungen Spieler öffentlich schützt. Deshalb betonte Kohfeldt auch noch ausdrücklich, dass sich Chong im Defensivverhalten verbessert habe. Und ja, der Angreifer verteidigte ordentlich mit. Doch seine Kernkompetenz liegt nun mal im Spiel nach vorne, da war er als Spieler mit besonderen Waffen verpflichtet worden: Geschwindigkeit und Technik. Von diesem Typus gibt es nicht viele Profis im Kader. Und im Training, in Testspielen oder auch im Pokal gegen unterklassige Clubs wie Jena (Regionalliga) oder Hannover 96 (Zweite Liga) zeigt Chong diese Fertigkeiten – aber eben nicht in der Bundesliga. Das erklärt vielleicht auch, warum er bei Manchester United kaum in der Premier League eingesetzt wurde, sondern in der für die Engländer nicht so bedeutenden Europa League. Getroffen hat er nur für Nachwuchsteams.

In der Bundesliga durfte Chong immerhin in 13 von 15 Bundesliga-Partien auflaufen, in Leverkusen zum vierten Mal von Beginn an. Ein Assist – mehr steht nicht auf seinem Konto. Gegen Bayer traute ihm Kohfeldt keine Verbesserung mehr zu, nahm ihn in der 60. Minute runter, brachte Davie Selke. Offiziell als Reaktion auf Umstellungen bei Bayer. Doch Chong war an diesem Tag einfach keine Hilfe – und es sieht nicht danach aus, als ob sich das schnell ändern wird.

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