So könnte Werder gegen Gladbach spielen

Viele Aufträge für Rashica

Über die genaue Aufstellung muss Florian Kohfeldt noch grübeln, doch immerhin hat er nun Alternativen. Milot Rashica bleibt wichtig in der Offensive, auch gegen Gladbach. Zudem erhielt Davie Selke ein Lob.
25.05.2020, 15:43
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Von Jean-Julien Beer
Viele Aufträge für Rashica

Schieß, Milot! Werders Angreifer Rashica soll sich das auch gegen Mönchengladbach trauen.

dpa

Milot Rashica soll auch gegen Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.30 Uhr, live bei Sky) wieder für besondere Momente sorgen. Gerne so wie in der Hinrunde, als er zu Werders bestem Torschützen wurde – trotz einer wochenlangen Pause wegen einer schweren Verletzung am Oberschenkel. „Ich hoffe, dass er mit einer verbesserten Mannschaftsleistung auch zeitnah wieder eine höhere Frequenz an gefährlichen Aktionen hat“, sagte Florian Kohfeldt am Montag über Rashica, mit dem er viele Einzelgespräche geführt habe. „Ich spreche mit ihm auch darüber, dass er weiter an seinem Freilaufverhalten arbeiten muss“, erklärte der Trainer, „er muss variabler spielen und auch mal mit der Breite spielen, um einen Diagonalball zu bekommen. Aber auch im Zwischenraum und in der Tiefe sein. Er soll nicht so viel entgegenkommen, um mit dem Rücken zum Tor den Ball zu bekommen, sondern immer so, dass er dann auch torgefährlich werden kann. Daran arbeiten wir.“

Klingt nach einer langen Liste, an deren Ende unterm Strich ein Ergebnis stehen soll: Der Ball soll nach Rashica-Aktionen wieder vermehrt im Netz zappeln. Auch deshalb soll Rashica weiter auf Abschlüsse lauern, auch wenn das zuletzt etwas bemüht oder gar eigensinnig wirkte. „Wenn wir in gewisse Räume kommen, soll Milot die Abschlüsse suchen“, betonte Kohfeldt, „weil er dann häufig torgefährlich wird. Entweder trifft er selber direkt, oder der Ball ist wegen seiner Schusstechnik für den Torwart schwer zu kontrollieren, so dass die Mitspieler auf den zweiten Ball gehen können. Wann er schießt, ist im Spiel seine Entscheidung. Aber es ist natürlich schon ein Element, das ich von ihm sehen will.“

Komplimente für Selke

Die aufkommende Kritik an Rashica, dem in der Bundesliga-Rückrunde noch kein Tor gelang, dämpfte der Trainer etwas ab. „Er ist momentan in den Offensivaktionen nicht so drin, wie wir uns das alle wünschen. Aber natürlich sind wir auch als Mannschaft nicht so häufig in den Situationen gewesen, die wir uns wünschen“, sagte Kohfeldt, „ich möchte aber noch mal betonen, dass mir seine Arbeit für die Mannschaft imponiert. Das ist für einen so offensiv individuellen Spieler wie ihn eine bemerkenswerte Leistung.“

Ob neben Rashica erneut Josh Sargent stürmt, wie zuletzt in Freiburg, oder doch wieder der in der Rückrunde ebenfalls noch torlose Davie Selke, ist offen. „Gegen Freiburg wollten wir einen anderen Spielertypen haben. Davie ist eher der Wandspieler, der selbst die Tiefe sucht. Das war gegen Freiburg nicht der Matchplan, deshalb war ich froh, dass ich gegen Freiburg in Josh Sargent die Alternative dazu hatte“, erklärte Kohfeldt den etwas überraschenden Bank-Platz für seinen Winterneuzugang Selke. Dieser habe zuletzt in den Spielen „ein, zwei unglückliche Aktionen“ gehabt, aber auch hier sagte der Trainer: „Sein Einsatz und die Art, wie er Fußball spielt, sind aber nach wie vor eine Bereicherung für uns. Ich bin mir absolut sicher, dass Davie auch in naher Zukunft damit für uns Spiele entscheiden kann und für uns wichtig wird.“

Bekommt Friedl den Vorzug?

Klar ist, dass gegen Gladbach Philipp Bargfrede nach seiner Gelb-Roten Karte aus Freiburg nicht zur Verfügung steht. Ob es zudem aus Belastungsgründen Veränderungen geben könnte, wollte Kohfeldt am Montag nicht ausschließen, hob aber zunächst vor allem die gute körperliche Verfassung des Teams hervor: „Es war auffällig in beiden Spielen nach der Coronapause, dass wir uns läuferisch auf einem anderen Niveau bewegen als vorher. Es ist gut, dass wir jetzt diese Meter gehen können. Das war ein großes Thema bei uns, weil wir auch in der Wintervorbereitung nicht die Körperlichkeit aufbauen konnten, die wir wollten und die wir auch für unser Spiel brauchen.“ Dennoch gebe es eine gewisse Überlegung, wie man die Belastung nun verteilen könnte. Doch das, so erklärte es Kohfeldt, sei wohl erst in der nächsten englischen Woche mit dem Nachholspiel gegen Frankfurt richtig wichtig.

Auf der linken Außenbahn könnte Marco Friedl noch einmal den Vorzug vor Ludwig Augustinsson erhalten, zumal der Schwede, der nach Oberschenkelproblemen erstmals wieder im Kader steht, nun schon seit Monaten keine Spielpraxis sammeln konnte und Friedl in Freiburg überzeugte. Sollte Kevin Vogt wegen seiner Hüftprellung doch ausfallen, stünden Sebastian Langkamp und Christian Groß für die Abwehr oder Nuri Sahin oder Yuya Osako fürs Mittelfeld bereit - je nachdem, welchen Mannschaftsteil der Trainer dann umbauen möchte.

So könnte Werder gegen Mönchengladbach spielen:

Pavlenka – Veljkovic, Vogt, Moisander – Gebre Selassie, M. Eggestein, Klaassen, Friedl (Augustinsson) – Bittencourt, Sargent (Selke), Rashica

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