Werder will sein Trainerteam verändern

Suche nach neuen Reizpunkten

Der Cheftrainer bleibt, dafür wird vielleicht der ein oder andere Co-Trainer bei Werder Bremen ausgetauscht. Eine Entscheidung ist zwar noch nicht verkündet worden, sie zeichnet sich aber deutlich ab.
12.07.2020, 17:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer
Suche nach neuen Reizpunkten

Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt mit seinen derzeitigen Assistenten Thomas Horsch, Tim Borowski und Ilia Gruev (von links).

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Dass im Trainerteam von Werder Bremen Veränderungen notwendig werden, zeichnete sich schon vor der Rettung in der Relegation ab. Denn dafür waren die Leistungen der Mannschaft zu schlecht, sei es in der Defensive (etwa bei Standards), bei der emotionalen Herangehensweise oder auch bei taktischen Fragen. Nachdem nun klar ist, dass Florian Kohfeldt der Cheftrainer bleibt, werden die Veränderungen die engste Gruppe um ihn herum betreffen. Dem Trainerstab gehören Ilia Gruev, Thomas Horsch und Tim Borowski an, als Torwarttrainer agiert zudem Christian Vander, dessen Arbeitsvertrag jedoch nicht an das Trainerteam gekoppelt ist.

Bei der konkreten Nachfrage während der Pressekonferenz zur Saisonanalyse wollte Kohfeldt die Frage nach Veränderungen im Trainerteam an den zuständigen Manager Frank Baumann weiterleiten, doch der antwortete kurioserweise nicht. Also lächelte Kohfeldt kurz und antwortete dann doch selbst: „Wir werden auch über die Besetzung des Trainerteams in den nächsten Tagen und Wochen noch weiter nachdenken. Wir haben für uns festgestellt, dass wir trotz hervorragender Expertise und einer in dem Falle extrem hohen menschlichen Kompatibilität überlegen müssen, ob es für uns sinnvoll ist, Reizpunkte zu setzen, um die bestmögliche Leistung bringen zu können.“ Wie genau das aussehen soll und welchen Co-Trainer es betrifft, ist laut Kohfeldt „noch nicht abschließend beurteilt“.

Baumann: „Es liegt nicht nur an der Saison“

Baumann wollte dazu dann doch noch etwas sagen, „ergänzend“, wie er erklärte. Nämlich: „Wir machen uns nach jeder Saison Gedanken, wie wir unser Trainerteam und unser Staff besetzen möchten. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass wir nach der letzten Saison, der besten seit acht Jahren, auch sehr viel verändert haben, im Trainerteam und im Staff. Es ist nicht so, dass wir uns jetzt darüber Gedanken machen, nur weil wir eine sehr schlechte Saison gespielt haben. Das ist ein Prozess, der nach jeder Saison umgesetzt wird mit entsprechenden Entscheidungen.“

Negative Einflüsse

Richtig ist aber auch, dass es vor allem im Staff rund um die Mannschaft in dieser Saison sehr lange nicht richtig passte. Kohfeldt gab das sehr offen zu und formulierte rückblickend noch einmal „eine klare Botschaft, die mir sehr wichtig ist“. Und die lautete: „Jeder, der im Team um das Team dabei ist und auf die Mannschaft einwirkt, der hat auch einen Einfluss auf die Mannschaft. Das ist meine feste Überzeugung.“

Offenbar gab es zu viele negative Einflüsse aus dieser Richtung, nicht aus dem Trainerteam, sondern aus der Reihe anderer Mitarbeiter, etwa im medizinischen Bereich. Kohfeldt sagte dazu: „Ich habe versucht, zusammen mit Frank Baumann dieses Team um die Mannschaft herum so aufzustellen, dass es maximale Fachkompetenz hat. Was dabei zu Beginn der Saison auf der Strecke blieb, war die Teamfähigkeit des Teams um das Team. Das hat mich persönlich unglaublich viel Kraft gekostet. Das hat mich viele Gespräche gekostet, um zu schlichten. In einigen Momenten hat das vielleicht den Fokus von dem abgelenkt, was meine Hauptaufgabe ist: Nämlich Trainer einer Bundesligamannschaft zu sein. Das haben wir korrigiert. Und ich möchte betonen, dass es in den vergangenen drei Monaten nach der Coronazeit eine hervorragende Teamleistung des Staffs war.“ Die Veränderungen im Trainerteam soll es dennoch zeitnah geben.

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