Auch Werders Spiele würden attraktiver

Baumann begrüßt neue Abseitsregel

Die Regeln im Fußball zu verändern, ist schwierig und kommt selten gut an. Beim Vorschlag einer neuen Abseitsregel ist das anders. „Grundsätzlich finde ich die Idee gut“, sagt auch Werders Manager Baumann.
01.09.2020, 11:15
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Baumann begrüßt neue Abseitsregel
Von Jean-Julien Beer
Baumann begrüßt neue Abseitsregel

Würde sich über mehr Tore für Werder freuen: Manager Frank Baumann.

dpa

Am Ende waren es 42 Tore, die Werder-Fans in der abgelaufenen Bundesligasaison bejubeln konnten. Die Zahl wurde im Endspurt dadurch noch relativ groß, dass gegen Köln (6:1) und Paderborn (5:1) zwei überraschend deutliche Siege gelangen. Viele der Monate zuvor jedoch sehnten sich die Zuschauer im Stadion und später vor den Bildschirmen nach mehr Werder-Treffern, vor allem in den Heimspielen.

Künftig könnte eine neue Abseitsregel für mehr Tore sorgen, für die sich der langjährige Arsenal-Coach Arsene Wenger beim Weltverband Fifa stark macht. Auch in Bremen beobachtet man das sehr genau. „Grundsätzlich finde ich die Idee gut“, sagte Manager Frank Baumann nun dem WESER-KURIER, „weil es schön für die Zuschauer ist, wenn mehr Tore fallen. Das würde die Attraktivität des Spiels erhöhen.“

Baumann erwartet Anpassungsphase

Die Idee hinter der veränderten Abseitsregel ist simpel, aber im Sinne der Stürmer sehr logisch. Demnach soll es künftig kein Abseits mehr sein, wenn sich ein Körperteil des Angreifers noch auf Höhe des vorletzten Gegenspielers befindet. Bisher ist es umgekehrt: Steht der angreifende Stürmer mit nur einem Körperteil im Abseits, mit dem er ein Tor erzielen könnte, dann gilt der mögliche Treffer nicht. Wie das Fachmagazin „Kicker“ berichtete, will die Fifa die Regel im gehobenen Juniorenfußball testen. Wenger arbeitet beim Weltverband als Direktor für globale Fußballförderung.

Im Profifußball kursiert eine statistische Auswertung, die zeigt, dass etwa 50 Prozent der wegen Abseits aberkannten Treffer seit dem Einsatz der Video-Assistenten und der kalibrierten Linie unter Anwendung der Wenger-Idee gezählt hätten. Ex-Nationalspieler Baumann sagt zu dem Thema: „Klar würde es für alle Beteiligten eine gewisse Anpassungsphase geben, weil das Abwehrverhalten sich ein Stück weit verändern muss und die Stürmer lernen müssten, das ein Stück weit für sich zu nutzen. Auch die Schiedsrichter bräuchten eine gewisse Anlaufzeit. Trotzdem würde ich das befürworten.“

Einfluss der Bundesliga

Der Werder-Manager ist Mitglied der DFL-Fußballkommission und weiß um die Gunst der Stunde: Als Heimat des amtierenden Champions-League-Siegers FC Bayern München hat der deutsche Fußball jetzt international wieder mehr Gewicht und kann sich auch in Regelfragen durchaus einbringen. Bisher war die neue Abseitsregel noch kein Thema in der deutschen Kommission, erklärt Baumann, „da wird sicher erst einmal die Testphase abgewartet“. Doch der Moment wird kommen, wo sich die deutschen Macher hier für attraktivere Spiele mit mehr Toren einsetzen werden. „Die internationalen Regelhüter des IFAB würden sich zwar sicher nicht komplett nach der Meinung der deutschen Kommission richten“, weiß Baumann, „aber es wird ein Thema sein, wo man sich als Fußball-Deutschland und als Bundesliga klar positionieren sollte.“ Auch die Werder-Fans würde ein positiver Ausgang sicherlich freuen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+