Erster Bundesligatreffer Christian Groß und sein Traumtor mit Wermutstropfen

Gegen RB Leipzig hat ausgerechnet ein Mann für die Grün-Weißen getroffen, der das bei den Profis bislang noch gar nicht getan hat: Christian Groß. Die Reaktionen waren dementsprechend emotional.
13.11.2022, 09:45
Lesedauer: 2 Min
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Von mbü/dco

Marco Friedl war fast ein wenig sprachlos. „Ich kenne Grosso jetzt ja auch schon ein paar Jahre, aber solch einen Schuss habe ich noch nie von ihm gesehen“, staunte der Kapitän des SV Werder. Während der 1:2-Niederlage seiner Bremer gegen RB Leipzig hatte nämlich ausgerechnet ein Mann für die Grün-Weißen getroffen, der das bei den Profis bislang noch gar nicht getan hat: Christian Groß. Und dann auch noch im 50. Bundesliga-Spiel seiner Karriere. Einen besseren Zeitpunkt konnte es also kaum geben.

„Das war ein total emotionaler Moment“, erzählte der 33-Jährige später. „In der Kabine ist ja schon immer gescherzt worden, wann ich denn endlich treffe. Im letzten Jahr war ich auch manchmal knapp davor - heute ist er dann schön hinten reingefallen.“ Als Groß noch für Werders U23 unterwegs war, da gelangen ihm neun Tore in 31 Partien. Einst, im Oktober 2018, glänzte er beim Regionalligisten in einem Spiel gegen den VfL Oldenburg (5:2) sogar als Vierfach-Torschütze. Kaum zu glauben, aber wahr. Auch bei seinen vorherigen Stationen VfL Osnabrück (7), Hamburger SV II (7), SV Babelsberg (2) oder Sportfreunde Lotte (2) war er nie leer ausgegangen. Nur bei Werders Profis wollte es nicht klappen. Bis jetzt.

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Es war die 57. Minute, die Groß‘ lange Durststrecke beendete. An der Strafraumkante hatte der defensive Mittelfeldmann seine Chance gewittert, einen Schuss in Richtung Leipziger Gehäuse abgegeben. Da RB-Verteidiger Willi Orban den Ball noch leicht abfälschte, hatte Keeper Janis Blaswich nicht den Hauch einer Chance. Ein echtes Traumtor, das Christian Groß mit einem Rutscher auf den Knien vor der Ostkurve feierte.

Einer der ersten Gratulanten war Niclas Füllkrug. Eben jener Mann, der sonst eigentlich bei Werder für das Erzielen wichtiger und gern auch sehenswerter Treffer zuständig ist. „Nach dem Training bleibt er ja auch ab und zu draußen und nimmt sich ein paar Schüsse“, wusste der WM-Fahrer über seinen geschätzten Teamkollegen zu berichten. „Er ist jetzt nicht der Spieler, der ewig zum Abschluss kommt, deshalb ist das völlig verdient, und ich freue mich riesig für ihn.“ Auch Marco Friedl gratulierte: „Für ihn freut es mich unfassbar.“

Ole Werner lobte den Routinier ebenfalls – aber auch noch aus einem anderen Grund: „Er hat es als einer der Wenigen in puncto Mut und Aggressivität schon von Beginn an ordentlich gemacht“, urteilte Werders Cheftrainer. Genau diese Eigenschaft hatte er bei einigen anderen Akteuren in der ersten halben Stunde doch sehr vermisst. „Dafür hat sich Grosso dann nochmal belohnt. Schade nur, dass es am Ende nicht für Zählbares gereicht hat.“ Genau dieser Makel beschäftigte hinterher auch Christian Groß selbst. So sehr sogar, dass er seinen Treffer am liebsten hinterher eingetauscht hätte. „Wir haben das Spiel verloren, und ich hätte auch gerne unterschrieben, dass wir gewonnen hätten und ich nicht getroffen hätte“, betonte der gebürtige Bremer. „Von daher ist da natürlich auch ein Wermutstropfen dabei.“ 

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