Erinnerung an den Werder-Star Im Taxi mit Pizarro: Was Werder-Fans mit der Legende erlebt haben

Claudio Pizarro ist und bleibt ein Liebling der Werder-Fans. Zu seinem Abschiedsspiel haben wir Anhänger nach ihren Anekdoten mit der Werder-Legende gefragt. Die besten drei haben wir hier aufgeschrieben.
24.09.2022, 10:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Claudio Pizarro ist einer der beliebtesten Spieler des SV Werder Bremen aller Zeiten. Am Samstag steigt im Weserstadion sein Abschiedsspiel. Unsere Deichstube hat die Werder-Fans aufgefordert, besondere Erlebnisse mit ihm aufzuschreiben.  Wir haben drei Storys herausgesucht, in denen es um eine Taxi-Fahrt, ein Wiedersehen nach 20 Jahren und eine gemeinsame Frisur geht. 

Karsten aus Bremen-Vegesack

„Es muss zu der Zeit gewesen sein, als Claudio Pizarro vom FC Chelsea zum SV Werder gewechselt ist. Ich fuhr zu der Zeit Taxi, einen VW-Transporter. An jenem Tag, als ich zum Restaurant Ambiente in der Nähe des Weserstadions gerufen wurde, war der T5 aber in der Werkstatt und ich hatte als Ersatzfahrzeug die älteste und verranzeste Kiste vom Hof bekommen – einen Ford Transit mit zwei Schiebetüren, von denen aber nur die auf der Beifahrerseite funktionierte. Die andere Schiebetür war kaputt und ließ sich nicht öffnen. Ich fuhr nichtsahnend zum Ambiente und sah meine Fahrgäste: Claudio Pizarro und seinen Berater! Es ging zum Parkhotel. An eine Unterhaltung kann ich mich leider nicht mehr erinnern, dafür aber an unsere Ankunft am Parkhotel.

Der Berater zahlte und wartete auf eine Quittung. Pizarro stieg schon mal aus. Dass er dabei die kaputte Schiebetür, die sich sonst niemals öffnen ließ, aufriss und mit einem strahlenden Lächeln wieder zuschmiss, erstaunte mich doch sehr. Ich probierte später noch mehrmals, diese Tür zu öffnen. Vergeblich – das konnte eben nur ein Claudio Pizarro.“

Daniel Probst aus der Nähe von Hamburg

„Beim ersten Heimspiel von Claudio Pizarro im Weserstadion am 12. September 1999 war ich 16 Jahre alt – und die Familie von meinem Fußballkumpel nahm mich mit ins Stadion. Es war ein Fußballfest, wir besiegten den 1. FC Kaiserslautern mit Otto Rehhagel als Trainer mit 5:0. Claudio machte sein erstes Tor für Werder. Ich wollte unbedingt ein Foto mit ihm machen, da er mich mit sein Art Fußball zu spielen faszinierte und er mir mit seiner eher schmächtigen Statur ähnelte. Seitdem bin ich großer Pizarro-Fan.

20 Jahre nach diesem Foto konnte ich ihn bei der Weser-Fanclub-Weihnachtsfeier wiedersehen. Ich also rein in ein ähnliches Outfit von damals (Fila-Pulli) und ab nach Bremen. Claudio war sichtlich irritiert, aber auch interessiert, als ich ihm das Foto von damals zeigte. Nach kurzem Plausch sagte ich ihm, wir sollten uns in 20 Jahren treffen, um ein drittes Foto zu machen – und er antwortete: 'Im Leben weiß man nie, was kommt.' Ich freue mich auf das Jahr 2039, wenn ich im gleichen Pulli wieder vor ihm stehen werde …“

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Ben Peucker aus Adendorf

Vor rund zehn Jahren spielte der SV Werder beim SV Eintracht Lüneburg. Meine Eltern hatten mir Karten geschenkt. Eine Woche vor dem Spiel las meine Mutter in der Zeitung, dass zehn Kinder gesucht wurden, die Claudio Pizarro bei der Pressekonferenz eine Frage stellen durften. Dazu musste man sich mit einer möglichst originellen Frage bewerben.

Ich war damals acht Jahre alt und trug als großer Pizarro-Fan natürlich wie er lange Haare mit Gummiband. Einige Wochen vor dem Spiel in Lüneburg hatte Pizarro plötzlich kurze Haare, ich natürlich sofort auch. Und meine Frage an ihn lautete: 'Lieber Claudio, warum hast du dir die Haare kurz schneiden lassen? Meine Mutter freut sich sehr, denn jetzt habe ich auch wieder kurze Haare und sehe endlich ordentlich aus.' Damit schaffte ich es tatsächlich in die Pressekonferenz, saß dort mit meiner Mutter und stellte dann ganz au

fgeregt meine Frage. Claudio musste lachen und antwortete: 'Ich war beim Friseur – und der schnitt meine Haare immer weiter ab. Irgendwann habe ich ihm dann gesagt: Jetzt können sie auch ganz kurz werden.' Danach durfte ich mit Pizarro noch ein Erinnerungsfoto machen.

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