Corona: DFL bestätigt nun zehn positive Fälle

Baumann sieht keinen Maulkorb

Wenn eine Mail aus der Ligazentrale in Frankfurt kommt, müssen sich die Vereine der Bundesliga das genauer ansehen. Am Wochenende bekam auch Werder elektronische Post - mit einer klaren Aufforderung.
04.05.2020, 17:19
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer
Baumann sieht keinen Maulkorb

Gefragter Mann: Werders Sportchef Frank Baumann. Nun aber übernimmt die DFL Teile der Kommunikation.

nordphoto

Eine Mail für Werder Bremen: Nach dem Wirbel beim 1. FC Köln hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Bundesligisten zum Stillschweigen über die Ergebnisse der Tests auf das Coronavirus aufgefordert. Eine Entsprechende Mail ging am Sonntag auch bei Werder ein.

Das kommt einem Maulkorb für die Vereine sehr nahe. In dem Schreiben, über das zunächst der „kicker“ auf seiner Homepage berichtete, heißt es, die DFL werde eine „zentrale öffentliche Kommunikation“ dazu an diesem Montag vornehmen. „Wir empfehlen, bis dahin von eigenen Verlautbarungen abzusehen und auf diese zu verweisen“, heißt es zudem in der Mail von DFL-Direktor Ansgar Schwenken an die 36 Profiklubs der ersten und zweiten Bundesliga. Die DFL, deren Präsidium an diesem Montag tagte, bestätigte den Vorgang.

„Wir kommen dem Wunsch nach“

Auch Werder hatte am Wochenende die Öffentlichkeit seriös und sauber darüber informiert, dass bei ersten Corona-Tests der Bremer Mannschaft keine positiven Ergebnisse dabei waren. Auf Anfrage des WESER-KURIER erklärte Sportchef Frank Baumann am Montag, dass sich der Verein nun an die Vorgabe der DFL-Zentrale halte. „Wir empfinden es aber nicht als Maulkorb„, sagte Baumann, “sondern als Bitte, die Kommunikation zu einem wichtigen Thema einmalig zu zentralisieren. Diesem Wunsch kommen wir nach.“

Wie sich dieses Thema weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. In ihrem Hygiene-Konzept hatte die DFL-Spitze die Vereine bereits vor einer Woche angewiesen, die Öffentlichkeit nicht über positive Corona-Fälle zu informieren. Wörtlich hieß es dort: "Keine automatische Meldung eines positiven Falles an die Presse, da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen.“

10 von 1724 Tests positiv

Ob es bei der am Sonntag erfolgten zweiten Testung der Bremer Profis und der engsten Mitarbeiter einen positiven Befund gab, ist nicht bekannt, aber möglich. Denn die DFL erklärte am Montag-Nachmittag, dass insgesamt 10 von 1724 Corona-Tests bei den 36 Proficlubs positiv ausgefallen seien. „Die entsprechenden Maßnahmen, zum Beispiel die Isolation der betroffenen Personen inklusive Umfelddiagnostik, wurden durch die jeweiligen Clubs nach den Vorgaben der örtlichen Gesundheitsbehörden unmittelbar vorgenommen“, hieß es von der DFL. Neben Spielern wurden auch der Trainerstab und die Physiotherapeuten der Clubs untersucht.

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