"Aus Vertrag herauslaviert" Darmstadts Präsident schießt gegen Markus Anfang

Am Sonntag trifft Markus Anfang auf seinen Ex-Club Darmstadt 98. Der Werder-Trainer muss sich wohl auf einen unschönen Empfang gefasst machen: Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch kritisiert Anfang scharf.
15.10.2021, 15:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Für Werder-Trainer Markus Anfang kommt es morgen zum ersten Wiedersehen mit seinem Ex-Club Darmstadt 98. Ab 13.30 Uhr tritt er mit den Bremern am Böllenfalltor an - und muss sich dabei offenbar auf einen eher unschönen Empfang gefasst machen. Zumindest geht das aus den Aussagen von Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch hervor. Gegenüber dem „Lilienblog“ hat der 60-Jährige gestern nicht gerade positiv über Anfang gesprochen. Offen bleibt dabei jedoch, ob Anfangs Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber grundsätzlich gestörter ist, als er selbst es zuletzt dargestellt hatte, oder ob Fritsch aus Enttäuschung über den Abgang des Trainers noch eine Rechnung begleichen will. 

Der Darmstädter Club-Chef widersprach gleich mehreren Äußerungen, die der Werder-Coach in der Woche vor dem Spiel in Bezug auf seine Zeit als Darmstädter Trainer getätigt hatte. So habe es bei Anfangs Vertragsunterschrift keine Übereinkunft gegeben, dass der Trainer die „Lilien“ verlassen darf, sollte ein größerer Club anfragen. „Es gab keine Ausstiegsklausel und auch keine konkreten mündlichen Vereinbarungen in Bezug auf einen vorzeitigen Wechsel“, betonte Fritsch. Werders Interesse am 47-Jährigen hatte in Darmstadt im Sommer ein kleines Beben und einigen Unmut zwischen den Vereinen ausgelöst, ehe die „Lilien“ den Trainer schließlich gegen eine Ablösesumme in Höhe von rund 400 000 Euro gen Norden ziehen ließen, obwohl sie selbst fest mit ihm geplant hatten.

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Zweiter Punkt: Anfang hatte erst vor wenigen Tagen berichtet, an der Verpflichtung der Darmstädter Sommer-Neuzugänge Phillip Tietz und Emir Karic noch mitgewirkt zu haben. Fritsch sieht aber auch diesen Punkt anders. Es stimme zwar, dass Anfang zum Zeitpunkt der Spielerkäufe noch im Amt gewesen sei. Letztlich zu verantworten habe die Transfers aber die sportliche Leitung gehabt. Allerdings: Über den Kopf des Trainers hinweg werden solche Transfers nur selten getätigt. Anfang hatte zudem lediglich erklärt, mitentschieden zu haben. Der „Lilienblog“ berichtet, dass Anfang jedoch gerade bei der Verpflichtung von Phillip Tietz, der in der laufenden Saison bereits acht Tore erzielt hat, skeptisch gewesen sein soll.

Klingt insgesamt nicht danach, als könnte es ein sehr harmonisches Wiedersehen zwischen Anfang und Fritsch werden. Der Club-Präsident geht sogar davon aus, dass Anfangs Rückkehr ans Böllenfalltor auch auf den Rängen für entsprechend kritische Reaktionen sorgen wird. Er kartet nach und sagt über die Trennung: „Ich denke, wenn jemand sich aus einem Vertrag herauslaviert, kommt das bei den Fans nicht gut an.“

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