Zurückgeblättert: 31. Mai 2009

„Das Beste zum Schluss: Werder holt den Pott“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
21.05.2019, 11:16
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Von (mw)
„Das Beste zum Schluss: Werder holt den Pott“
Weser-Kurier Archiv

Am 31. Mai 2009 schrieb der WESER-KURIER:

Um21.57 Uhr war der Sieg perfekt; um 22.15 Uhr stiegen Rauchsäulen in den Berliner Himmel, und es regnete Konfetti, als Werder-Kapitän Frank Baumann den Pokal vor über 74000 Zuschauern im Olympiastadion in die Höhe stemmte: Werder Bremen hatte das DFB-Pokal-Endspiel gegen Bayer Leverkusen mit 1:0 (0:0) gewonnen. „Ein verdienter Sieg“, wie Torsten Frings befand. Das Tor des Tages erzielte Mesut Özil (58.). „Ich bin stolz, dass ich dieses Tor gemacht habe“, sagte der Nationalspieler. Die Vorlage zum Siegtreffer kam von Diego. Der brasilianische Mittelfeldstar machte sich damit zum Abschied aus Bremen das größte Geschenk: Für Diego, der zu Juventus Turin wechselt, war es im letzten Spiel der erste Titel nach drei Jahren bei Werder.

Perfekt war der Abend auch für Frank Baumann: Der dienstälteste Werder-Profi hat mit dem Pokalfinale seine Karriere beendet. „Hier in Berlin, hier in dieser Atmosphäre noch einmal den Pokal zu gewinnen – das hat schon was“, sagte Baumann. Werder vergoldet mit diesem Sieg eine Saison voller Höhen und Tiefen. Zehn Tage nach dem verlorenen UEFA-Cup-Endspiel in Istanbul und Platz zehn in der Bundesliga löste Werder mit dem 1:0 gleichzeitig das Ticket für den internationalen Wettbewerb, für die Europa League. Obendrein kassiert der Verein 2,5 Millionen Euro Siegprämie. In Berlin feierten rund 30000 Werder-Fans den insgesamt sechsten Pokalsieg, in Bremen auf dem Domshof waren es 8500, dazu kamen weitere Zehntausende in der
Stadt und umzu.

Ein Ende der Feierlichkeiten ist nicht in Sicht, heute steigt eine grünweiße Partysause in Bremen: Die Mannschaft trifft um 12.49 Uhr am Hauptbahnhof auf Gleis 8 mit dem Sonderzug „Pokalexpress“
ein. Mit einem Autokorso geht es dann Richtung Rathaus über die Straßen An der Weide, Am Dobben, Sielwall und Ostertorsteinweg. Im Rathaus werden die Pokalhelden, so der Plan, gegen 14 Uhr von Bürgermeister
Jens Böhrnsen empfangen. Nach der Eintragung ins Goldene Buch präsentieren die Spieler den Pokal auf den beiden Rathausbalkonen. Übrigens: Im dritten Programm von NDR und Radio Bremen werden die Feierlichkeiten ab 14 Uhr im Fernsehen übertragen.

Ganz unabhängig vom Pokalsieg hatte Werder-Boss Klaus Allofs in einem Interview mit dieser Zeitung die Saison schon vorab als positiv bezeichnet: „Für Werder-Verhältnisse ist das ein erfolgreiches Jahr.“
Einblick gab Allofs in Sachen Personalplanungen. So ist die Rückkehr von Sorgenkind Carlos Alberto durchaus eine Option. Werders teuerster Neuzugang der Vereinsgeschichte ist zurzeit nach Brasilien ausgeliehen, Allofs wird in den nächsten Wochen zu Gesprächen nach Südamerika fliegen. „Carlos macht positive Schlagzeilen dort.“ Neues gibt es auch in der Personalie Jürgen L. Born. Der ehemalige Werder-Chef hatte im März seinen Hut genommen, nachdem eine ungeklärte Zahlung des peruanischen Spielerberaters Carlos Delgado aufgetaucht war. Eine von Werder in Auftrag gegebene Überprüfung kommt zu dem vorläufigen Ergebnis, „dass sich Jürgen Born nicht bereichert hat“, wie Aufsichtsratschef Willi Lemke gestern mitteilte.

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten)

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