Bayern kassiert am meisten

Das Geschäft mit den Stadionnamen

Bremen. Spitzenreiter sind – natürlich – auch hier die Bayern. Kein Klub in der ersten Fußball-Bundesliga erlöst mehr Geld mit dem Verkauf des Stadionnamens als der Rekordmeister.
03.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Das Geschäft mit den Stadionnamen
Von Marc Hagedorn

Spitzenreiter sind – natürlich – auch hier die Bayern. Kein Klub in der ersten Fußball-Bundesliga erlöst mehr Geld mit dem Verkauf des Stadionnamens als der Rekordmeister. Sechs Millionen Euro jährlich zahlt der Versicherungskonzern Allianz noch bis 2035 an die Münchner.

Gleich dahinter kommen der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund mit je fünf Millionen. Während die Borussia den Vertrag mit Iduna erst im vergangenen Jahr bis 2021 verlängert hat, läuft der Vertrag zwischen Veltins und Schalke 2015 aus.

Werder leistet sich wie Mönchengladbach und Hertha BSC den Luxus, den Stadionnamen noch nicht verkauft zu haben. Doch wie lange noch? In der Werder-Geschäftsführung wird das Thema seit Längerem diskutiert. Es gibt noch viele offene Fragen. Erstens: Das Stadion gehört nicht Werder, sondern der Stadion GmbH, an der je zur Hälfte Werder und die Stadt, genauer die Bremer Wirtschaftsförderung, beteiligt sind. Macht man im Falle eines Millionen-Abschlusses fifty-fifty? Fließt alles Geld, quasi als Sondertilgung, in den Abbau der Verbindlichkeiten?

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Zweitens: Was passiert mit dem Engagement der aktuellen Stadionpartner EWE und swb? Drittens: Mit wie vielen Millionen darf man am Standort Bremen überhaupt rechnen? Sicher nicht in Dimensionen wie auf Schalke, in Dortmund oder in München. Hannover und Frankfurt könnten schon eher Richtgrößen sein. In Freiburg und Nürnberg verdienen die Klubs sogar weniger als eine Million pro Jahr mit dem Stadionnamen.

Viertens: Wer kommt als Partner überhaupt infrage? Werder hat bereits namhafte Partner als Sponsoren im Boot. Nike als Ausstatter, Wiesenhof als Trikotsponsor, dazu den Energiekonzern EWE, die Bierbrauer von AB InBev, den Wettanbieter Tipico und VW als sogenannte Topsponsoren. Wollen sie ihr Engagement womöglich ausweiten? Das Thema spaltet die Fans nach wie vor (siehe unten stehende Reaktionen). Es gibt Befürworter, die sich über das frische Geld freuen, und Gegner, die befürchten, dass Werder seinen Status als „der etwas andere“ Bundesligaverein verliert. Wenn man sich im Internet umschaut, dann entdeckt man viele kreative Vorschläge. Der Name Beck’s Arena könnte demnach am ehesten eine Art Kompromiss-Lösung sein.

Bundesliga-Klubs und ihre Stadionnamen

FC Bayern: Allianz-Arena 6 Mio.

Bor. Dortmund: Iduna-Park 5 Mio.

FC Schalke 04: Veltins-Arena 5 Mio.

Hamburger SV: Imtech Arena 4,2 Mio.

Hoffenheim: Wirsol Rhein-Neckar Arena 4 Mio.

Hannover 96: HDI Arena 3 Mio.

Eintr. Frankfurt: Commerzbank-Arena 2 Mio.

FSV Mainz 05: Coface Arena 2 Mio.

SC Freiburg: Mage Solar Stadion 0,8 Mio.

1. FC Nürnberg: Grundig Stadion 0,8 Mio.

Eintr. B’schweig: Eintracht-Stadion 0,3 Mio.

(VW Financial Service)

Der VfB Stuttgart erhält von Mercedes Benz einmalig 20 Mio. Euro für die Zeit von 2008 bis 2038.

Das Weserstadion in Bremen, das Olympiastadion in Berlin und der Borussen-Park in Mönchengladbach haben keinen Sponsor. Zur SGL Arena in Augsburg sind keine Zahlen bekannt, ebenso wie von der BayArena in Leverkusen und der Volkswagen-Arena in Wolfsburg. (Quellen: Transfermarkt.de, Kicker, Handelsblatt)

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