Interview mit Kevin De Bruyne De Bruyne: Sehen, was passiert

Bremen. Kevin De Bruyne spielt derzeit derzeit nur auf Leihbasis für Werder Bremen. Im Interview hat der Belgier über seine besondere Beziehung zu London, über die Bundesliga und Werder gesprochen.
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Bemen. Neben Nils Petersen spielt auch Kevin De Bruyne derzeit nur auf Leihbasis für Werder Bremen. Champions-League-Sieger Chelsea London hatte den 21-jährigen belgischen Nationalspieler für circa zehn Millionen Euro geholt und im Sommer für ein Jahr nach Bremen verliehen.

Gibt es vielleicht aber doch eine Chance, dass der hochtalentierte Mittelfeldspieler länger als nur noch sechs Monate in Bremen bleibt? Das gehörte zu den Themen einer kleinen Interviewrunde, die sich am Mittwoch am Trainingsplatz bildete. Olaf Dorow zeichnete das Gespräch auf.

Bei Chelsea London gab es einen Trainerwechsel. Hat sich dadurch auch Ihre Situation verändert?

Ich habe doch einen Vertrag. Für mich hat sich dadurch nichts verändert. Chelsea ist ein schwieriger Klub für Trainer. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, kann es dort schnell zu einem Wechsel kommen.

Sind Sie überhaupt kontaktiert worden?

Sie haben mich letzte Woche angerufen und mir gesagt, dass für mich alles so bleibt.

Haben Sie auch über den neuen Trainer (Rafael Benitez folgte auf den entlassenen Roberto Di Matteo, d. Red.) gesprochen?

Nein, das haben wir nicht. Zur Zeit ist Benitez dort. Aber ich habe auch gelesen, dass er Interimstrainer ist und man nicht weiß, ob er überhaupt bis zum Ende der Saison bleibt. Wir werden sehen, was im Sommer passiert, das ist noch eine lange Zeit bis dahin. Ich denke jetzt noch nicht darüber nach, was in sechs Monaten sein wird.

Sie fragen sich gar nicht, was denn mit Ihnen passieren könnte?

Ich spiele Fußball – und bin glücklich damit. Das ist für mich das Wichtigste. Ich denke jetzt nicht: Was wird diese Woche sein? Was wird nächste Woche sein?

Und Sie machen sich keine Gedanken, ob der neue Trainer auf sie setzt oder eher nicht?

Du musst dich auf dem Platz immer weiter verbessern, darum geht es. Es ist doch müßig, über den Rest zu reden. Ob ich bereit für dieses oder jenes bin. Ich bin im Moment hier in Bremen und versuche, mein Bestes zu geben. Und ich versuche, der Mannschaft zu helfen.

Könnte das über den Sommer hinausgehen?

Normalerweise muss ich zurückgehen (nach London, d. Red.). Aber im Fußball ändern sich die Dinge so schnell. Zum Beispiel sind wir eine Woche Sechster oder Siebter, die nächste Woche auf Rang zwölf, und die Leute sorgen sich. Wenn man im Sommer nicht zufrieden mit mir ist (in London, d. Red.), muss ich mich neu orientieren. so gesehen, ist nichts unmöglich.

Sie sagen, Sie müssen zurück nach London. Sie wollen es doch auch, oder?

Es ist beides. Natürlich will ich mich hier in der Bundesliga verbessern und gleichzeitig Chelsea zeigen, dass ich ein Jahr Erfahrungen gesammelt und mich entwickelt habe.

Marc Wilmots (belgischer Nationaltrainer, d. Red.) hat gesagt, das Wichtigste sei die Spielpraxis für Sie.

Das stimmt. Ich spiele jetzt seit dreieinhalb Jahren im Profibereich und hatte nur einige kleinere Verletzungen. Es wäre schwierig für mich, längere Zeit auf der Bank zu sitzen. Ich weiß, dass ich mich dann selber kaum ertragen könnte. Für mich ist wie gesagt das Wichtigste, Fußball zu spielen. wenn es nicht Chelsea ist, dann ein Level darunter. Es bleiben noch viereinhalb Jahre Zeit (so lange läuft der Vertrag bei Chelsea, d. Red.), also habe ich noch Zeit.

Welches Level ist es denn hier in Bremen? Eines unter Chelsea? Zwei?

Ich denke, eins. Die Bundesliga ist gut, die Mannschaft ist gut. Bundesliga und Premier League sind derzeit die besten Ligen, die es gibt.

Es wäre also möglich, dass Sie in Bremen bleiben?

Im Moment muss ich sagen: Nein! Weil ich weiß, dass ich auf jeden Fall im Sommer wieder die Saisonvorbereitung bei Chelsea absolvieren werde. Danach muss ich sehen, was passiert. Chelsea ist der Boss für mich. Sie hatten zu Jahresbeginn (als De Bruyne verpflichtet wurde, d. Red.) gesagt: Eigentlich wollen wir Dich in der Premier League haben, da können wir Dich jede Woche live sehen. Ich wollte dann nach Bremen, da hatte ich ein gutes Gefühl. Das Jahr in Bremen sei okay, haben sie gesagt. Aber im nächsten Jahr wollen sie mich nicht im Ausland spielen sehen. Wenn nicht bei Chelsea, dann zumindest Woche für Woche in der Premier League. Es ist also nicht so, dass ich nicht in Bremen bleiben will, sondern dass Chelsea einen anderen Plan hat.

Sie bezeichnen Chelsea als Ihren Boss. Ist es auch Ihre große Liebe?

Ja, ist es. Ich bin sehr interessiert an den Chelsea-Spielen. Ich will, dass Chelsea gewinnt und hasse es, wenn sie verlieren. Ich muss allerdings sagen, dass ich jetzt nicht jedes Spiel anschaue. Dafür bleibt zu wenig Zeit. Ich bin so interessiert, wie ich es an jedem meiner früheren Klubs wäre. Was normal ist, schätze ich. Also gibt es da zwei Klubs, auf die ich besonders schaue (De Bruyne spielte lange für den KRC Genk, d. Red.).

Zu London haben Sie eine besondere Beziehung...

... das sagen die Leute, ja. Ich war schon oft dort. Mein Großvater und mein Onkel leben in London, meine Mutter ist dort aufgewachsen. Als ich klein war, sind wir zu Weihnachten immer hingefahren.

Dieses Jahr auch wieder?

Nein, dieses Jahr nicht. da bin ich mit Freunden und meinem Manager zum Relaxen im Senegal. Das ist es schön heiß.

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